Vom Tod zum Leben - vom Dunkel ins Licht - 4.4.2026
Als ich letzten Samstag den Stadtanzeiger las und die vielen Aktionen und Hinweise auf das Osterfest sah, bin ich bei den Terminen der Osterfeuer hängen geblieben. Dabei habe ich so gedacht, „Schade, keines der Osterfeuer ist am Sonntag, so wie ich es bis vor wenigen Jahren aus meinem Heimatort kenne.
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich das bedauere, da dieser Brauch ja sowieso älter ist, als das Christentum.
Ich bedauere es, weil es immer weniger mit dem Osterfest zu tun hat. Zusammhänge, die vor einigen Jahren noch selbstverständlich und sichtbar waren, verschwinden. Christliche Feste, die unser Kalenderjahr nach wie vor prägen, werden vom Großteil der Gesellschaft so begangen, dass der ursprüngliche Grund des Festes nicht mehr zu erkennen ist.
Wenn nun die Osterfeuer am Samstag in den unterschiedlichen Orten brennen, versammeln wir Christen uns in den Gemeinden und feiern unser höchstes Fest - Ostern. Wir feiern das Leben trotz der Erfahrung des Todes Jesu am Karfreitag. Wir feiern unsere Hoffnung auf Leben trotz des Todes der uns umgibt. Wir gehen vom Dunkeln in das Licht des Ostermorgens.
Gerade in den letzten Monaten umgibt uns vieles was sicherlich nicht nur mir Sorgen bereitet. Durch die Kriege und die Ausbeutung der Natur nehmen Zerstörung, Leid und Sterben zu. Machthaber in vielen Staaten der Welt bedrohen und beseitigen ihre Kritiker. Unsere demokratische Grundordnung ist immer mehr bedroht. In unserem Land wächst die Sorge um die soziale Sicherheit. Unterschiedliche Belastungen nehmen zu und belasten viele Menschen.
In dieses Dunkel unserer Zeit leuchtet das Licht der Osterkerze hinein. Trotz Zerstörung, Leid, Folter und Tod dürfen, ja müssen wir Christen vom Leben sprechen, von einem Leben, das alles besiegt, selbst den Tod.
Der Text von Martin Gutl spricht vom Grab des Todes und vom Auferstehen:
Grab, das ist nicht mehr weiterkönnen.
Grab, das ist keine Perpektive mehr haben.
Grab, das ist keine Antwort mehr haben.
Grab, das ist keine Hoffnung mehr haben.
Grab, das ist an keine Zukunft mehr glauben können.
Grab, das ist zerbrochene Seele.
Grab, das ist ausgeronnen.
Grab, das ist das Ende.
Grab, das ist tot.
Auferstanden, das ist hoffen wider alle Vernunft.
Auferstanden, das ist Beginn nach dem Ende.
Auferstanden, das ist eine Aufgabe haben.
Auferstanden, das ist Leben
Auferstanden ist der Herr.
Halleluja.
Ostern singen wir das Halleluja, singen wir vom auferstandenden Herrn, der über den Tod gesiegt hat.
Dieses Singen vom Leben des Auferstanden kann auch uns helfen, nicht an den Krisen und Bedrohungen unserer Zeit zu zerbrechen, sondern wir dürfen Hoffnung und Zuversicht haben, das dass Leben siegt.
Ostern heißt das Leben feiern, das Leben in Fülle.
Feiern wir dieses Leben, wo wir auch sind, bei den Osterfeuern, in den Familien, vor allem aber in unseren Gottesdiensten.
Ich wünsche Ihnen ein segensreiches Osterfest
Andreas Körner, kath. Kirche St. Bonifatius, Wunstorf
Sie schlägt die Augen auf. Wie schön ist es, von einem warmen Sonnenstrahl im Gesicht geweckt zu werden. Kräftig streckt sie ihre Arme und Beine in alle Richtungen. Die Ruhe der Nacht hat gut getan und sie für eine kurze Zeit ihre Sorgen vergessen lassen. Endlich konnte sie mal wieder eine ganze Nacht durchschlafen. Sie schlägt die Bettdecke zurück, setzt sich auf und seufzt. Auf einmal werden ihre Glieder schwer wie Blei. Ach, lohnt es sich überhaupt aufzustehen? Seit fast einem Jahr ist sie auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Aber immer ist es das Gleiche. Auf ihre Bewerbung bekommt sie nur Absagen. Langsam verlässt sie der Mut. „Wird es mir überhaupt noch gelingen, wieder in die Arbeitswelt zu finden?“. Auf dem Weg ins Bad sieht sie noch einmal den Sonnenstrahl, der auf ihrer Bettdecke liegt. Sie lächelt. Wie fröhlich die kleinen Staubkörner in dem Licht tanzen. Im Badezimmer ist es kalt. Sie stellt die Heizung an. Zum Glück wird das Wasser in der Dusche schnell warm. Mit geschlossen Augen hält sie ihr Gesicht in den Wasserstrahl. „Es geht immer weiter“ hat ihre Oma immer zu ihr gesagt, wenn sie glaubte, die langen Schulwochen und die vielen Klassenarbeiten nicht zu schaffen. „Es geht immer weiter,“ spricht sie nun leise in den Wasserstahl hinein. Ihre Oma war eine Frau mit einem festen Glauben. Es faszinierte sie immer, wenn sie hörte, wie schwer ihre Oma es in ihrem Leben gehabt hat und wie stark sie der Glaube an Gott gemacht hat. Sie stellt das Wasser ab, greift nach ihrem Bademantel wickelt sich fest in den Frottierstoff ein. Auf dem Weg in die Küche zieht sie die Zeitung aus dem Postschlitz an der Tür. Als sie die Beilage der Zeitung herausnimmt, fällt eine Postkarte heraus. „Gott nahe zu sein ist mein Glück,“ liest sie halblaut. Sie lächelt und denkt wieder an ihre Oma. „Ja, Gott nahe zu sein ist mein Glück und es geht immer weiter.“ Gott sei Dank!