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So wars 2025

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Viel Licht und sogar ein bisschen Glitzer

Dieses Jahr brauche ich ganz viel Licht, sogar ein bisschen Glitzer – besonders jetzt zu Weihnachten. Schon das ganze Jahr habe ich gemerkt, dass ich damit nicht alleine bin. Denn ich habe mich in all den Monaten über kleine Entdeckungen gefreut, die ich immer wieder und an ganz unterschiedlichen Orten gemacht habe!

So sah ich immer wieder irgendwo in Neustadt oder auf den Dörfern vergessene Weihnachtssterne: Rote, gelbe oder weiße dreidimensionale Papiersterne baumelten auch im Hochsommer auf einem Balkon oder im Dachfenster oder sogar unter einem Vordach neben einer Haustür. Scheinbar ganz bewusst hatten ein paar Leute im letzten Januar versäumt, ihren Weihnachtsstern abzuhängen! Ich denke: Sie wollten sich wahrscheinlich fürs ganze Jahr etwas vom Weihnachtslicht erhalten!

Und dieses Licht wird jetzt neu angezündet, von allerhöchster Stelle. Denn es kommt vom Himmel. Gott wird Mensch und bringt so sein himmlisches Licht auf die Erde. Er kommt uns nahe und bringt es mit: Deshalb wird es hell!
Denn wenn Gott in einer armseligen Krippe Mensch wird, dann leuchtet es dort hell im Stall zwischen Maria und Josef, die in der Heiligen Nacht obdachlos geworden waren. Es leuchtet auch den armen Hirten, die noch vor den Königen zum Jesuskind kommen durften: So bevorzugt Gott diese soziale Randgruppe und schenkt ihnen Licht, Solidarität und Anerkennung! 

Die großartige Stärke darin ist für mich, dass Gott durch seine Nähe hilft und ermutigt! Weil er sich an die Seite von ein paar Menschen mit ihren ganz individuellen Nöten stellt, wird es dort hell. Und das tröstet jedes Weihnachten wieder ganz viele andere und ermutigt uns, dass Gott sich auch an unsere eigenen Seiten stellt und mit uns mitgeht: Gott kommt in unsere ganz persönliche dunkele Ecke in unserem eigenen zugigen Stall! Gott ist nicht nur bei fröhlichen Sommerfesten vor und im Haus und auf dem Balkon oder sonst wo mit dabei. Vielmehr ist Gott auch da und nah, wenn es danach dunkel wird. Gott geht mit uns mit und trägt uns durch das Dunkle hindurch – so macht er uns Mut!

Diesen Trost haben sich die Leute, die ihren Stern einfach nicht weggehängt haben, das ganze Jahr über erhalten. Es wirkte so nachlässig und war genau genommen eine richtig gute Idee. Jetzt zum Fest sind wir wieder alle eingeladen, mitzumachen und Sterne und Lichter aufzustellen und anzuschauen. Alle sollen sehen: Gott macht unser Leben hell, denn er ist da und nah!

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und helles, glitzerndes Weihnachtsfest 2025 und ein gutes neues Jahr 2026. Bleiben Sie behütet!

Superintendent Rainer Müller-Jödicke

PS: Die Idee lässt mich nicht los: Irgendetwas werde ich mir nach dem Fest auch aufbewahren, damit ich das Licht für mich erhalte. Vielleicht einen Stern oder wenigstens einen Engel. Ich überlege mir was!

Richtfest am St. Nicolaistift: Erweiterungsbau geht in die letzte Bauphase

Foto: Dachstiftung Diakonie

Das St. Nicolaistift in Neustadt hat einen großen Schritt in die Zukunft gemacht: Mit dem Richtfest im November ist der Erweiterungsbau offiziell auf der Zielgeraden. Auf dem Gelände am Silbernkamp entstehen insgesamt 156 moderne Pflegeplätze – ein wichtiger Baustein für ein starkes, gut erreichbares Seniorenquartier in der Stadt.

Über 50 Gäste aus Politik, Kirche, Nachbarschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Dachstiftung Diakonie und des Stifts haben teilgenommen. Auch zahlreiche Handwerksbetriebe waren dabei. Die Stimmung: dankbar und zielorientiert.

Superintendent Rainer Müller-Jödicke, Vorstand der Stiftung St. Nicolaistift, brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Wir bauen dieses Haus für ältere Menschen, weil andere ihnen Liebe schenken.“ Vorstandskollege Christian Grösche sprach von der gemeinsamen Vision eines Quartiers, das Wohnen und Pflege eng verzahnt – stationär, modern und nah am Menschen.

Ein Quartier, das Versorgung zusammenführt

Nach Fertigstellung übernimmt die DiaVita Leine-Mittelweser als Betriebsträgerin die Einrichtung. Im gesamten Bereich „Wohnen und Pflege“ der Dachstiftung Diakonie werden bereits über 2.200 Menschen betreut. Der Neustädter Standort soll künftig eine geschlossene Versorgungskette bieten: ambulante Tagespflege, Service-Wohnen, stationäre Pflege, spezialisierte Demenzbereiche, eine Schwerstpflegestation und Palliativversorgung.

„Wir wollen die Versorgungskette schließen“, sagte Vorstand Jens Rannenberg über das Projekt. Diesem Plan folgt der Bau in Neustadt – der Nicolaistift soll ein modernes Quartier sein, das kurze Wege ermöglicht und Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden bessere Bedingungen bietet.

Zahlen, Daten, Zeitplan
• 18 Millionen Euro Baukosten – weiterhin im Plan.
• Frühjahr 2026: Bezug des ersten Baukörpers mit rund 55 Pflegeplätzen.
• Sommer 2026: Fertigstellung des zweiten Baukörpers mit weiteren ca. 56 Plätzen.
• Bestandsgebäude: schrittweise Sanierung inklusive neuem Gemeinschaftssaal.
• Gesamtumfang: künftig 156 statt bisher 113 Pflegeplätze.

Für den Neubau wurde 2023 der alte Südflügel abgerissen. Die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner sind übergangsweise im Seniorenwohnheim am Wölper Ring untergebracht. Mit dem Neubau und der Modernisierung des Hauptgebäudes entsteht ein funktionales Ensemble mit kurzen Wegen – auch dank eines neu integrierten Kapellenraums. Rund 160 Mitarbeitende sieht das Konzept vor.

Blick nach vorn

Der Erweiterungsbau steht für eine Pflegeeinrichtung, die sich klar an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert: helle Einzelzimmer, übersichtliche Wohnbereiche, spezialisierte Angebote und ein starkes Team. Gleichzeitig wächst ein Quartier, das Wohnen, Pflege, Begegnung und Seelsorge an einem Ort verbindet.

Neustadt gewinnt damit eines seiner zentralen Zukunftsprojekte – und das Nicolaistift einen Rahmen, der auch die kommenden Jahre trägt.

Pastorin Lissy Weidner verabschiedet - Feierlicher Gottesdienst in Liebfrauen


Pastorin Elisabeth (Lissy) Weidner ist in der Liebfrauenkirche Neustadt in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Gottesdienst war geprägt von einer persönlichen Predigt, Erinnerungen an ihren beruflichen Weg und vielen Momenten der Dankbarkeit. Ihr Bibelvers „Fahre hinaus, wo es tief ist“ stand im Mittelpunkt ihrer eigenen Ansprache und zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Weidner erzählte offen, wie dieser Vers zu einem Leitmotiv ihres Lebens wurde. Aufgewachsen im Pfarrhaus, war sie früh mit Glaubensfragen konfrontiert und entwickelte einen eigenen Zugang zur Theologie. Schon als Jugendliche engagierte sie sich im Kindergottesdienst und suchte gemeinsam mit Freundinnen das Gespräch mit dem Kirchenvorstand über Fragen des Taufverständnisses. Diese Haltung, Dinge gründlich zu hinterfragen und theologisch zu durchdringen, prägte ihren weiteren Weg.

 


Ihr Studium führte sie nach Wuppertal, Heidelberg und Göttingen. Stationen, an denen sie theologische Tiefe suchte und ein Gespür für die Vielfalt kirchlichen Lebens entwickelte. Ein prägender Abschnitt war ein Aufenthalt in Brasilien während der Ausbildung. Die Erfahrungen dort, zwischen kulturellem Aufbruch und sozialer Realität, gehörten für sie zu den Momenten, in denen sie „hinausfuhr, wo es tief ist“.

1991 wurde sie in der Liebfrauenkirche ordiniert – genau an dem Ort, an dem sie nun verabschiedet wurde. Dieser Kreis schloss sich für viele sichtbar in der Atmosphäre des Gottesdienstes. Nach Jahren im Gemeindepfarramt, einer Phase der Elternzeit und einer Tätigkeit am Religionspädagogischen Institut in Loccum kehrte sie 2017 in den Kirchenkreis zurück: als religionspädagogische Fachberaterin für die kirchlichen Kindertagesstätten.

 


Dieser Bereich wurde zu ihrem Schwerpunkt. Weidner begleitete Erzieherinnen und Erzieher, organisierte Fortbildungen und führte viele Gespräche über Glauben, pädagogische Haltung und den Alltag in den Einrichtungen. Die Arbeit führte sie regelmäßig zu Teams im ganzen Kirchenkreis, gelegentlich auch zu mehrtägigen Fortbildungen, etwa auf Spiekeroog. Ihre Kolleginnen und Kollegen beschrieben sie als verlässlich, zugewandt und klar in ihren theologischen Impulsen.

Ein besonders lebendiger Moment im Gottesdienst war die spontane Sing- und Tanzeinlage der Kita-Mitarbeitenden. Sie war nicht geplant, drückte aber sichtbar aus, wie sehr Weidner in den Teams geschätzt wurde. Für viele war es ein Zeichen dafür, dass ihre Arbeit nicht nur die fachliche Ebene berührt hat, sondern auch persönlich verbindend wirkte.

Superintendent Rainer Müller-Jödicke würdigte in seiner Ansprache die Stationen ihres Berufslebens und ihre Rolle im Kirchenkreis. Er betonte, dass Weidner die Fachberatung gestärkt und weiterentwickelt hat. Dass diese Arbeit nun durch Anika Schneider fortgesetzt wird, sei auch ihrem Engagement zu verdanken. Nach der Verlesung der Urkunde des Landesbischofs wurde Weidner offiziell von ihren Aufgaben entpflichtet.




Zum Segen traten langjährige Weggefährtinnen aus Kita-Arbeit, Diakonie und Pfarrdienst nach vorn. Die Segenshandlung bildete einen ruhigen Abschluss und machte noch einmal sichtbar, wie stark Weidners Arbeit in Beziehungen verankert war.

Auch wenn sie nun im Ruhestand ist, bleibt sie dem Kirchenkreis verbunden. Ihre Bibliodrama-Gruppe wird sie weiter begleiten – ein geistlicher Raum, der ihr über Jahrzehnte wichtig geworden ist. Der Gottesdienst zeigte, wie sehr ihr Bibelvers zu ihrem beruflichen Weg passt. Sie hat ihn nicht nur ausgelegt, sondern gelebt.


 


 


 


 


 


 


 


 

Kirchenkreis beschließt Kategorisierung der Kirchen und Kapellen – Klarheit für die kommenden Jahre

Der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf hat seine Sakralgebäude neu bewertet und in Kategorien eingestuft. Die Kirchenkreissynode hat am 4. November dem Vorschlag zugestimmt. Superintendent Rainer Müller-Jödicke spricht von einem „wichtigen Schritt – und davon, dass unser Kirchenkreis weiter ist als viele andere in der Nachbarschaft“.

Die Aufgabe ist anspruchsvoll
Weniger Finanzmittel, steigende Energiekosten, altersbedingte Gebäudelasten. Die Landeskirche hat deshalb alle Kirchenkreise verpflichtet, ihren Gebäudebestand realistisch zu bewerten. Ziel: Prioritäten setzen, Ressourcen bündeln, Zukunftsfähigkeit sichern.

Ein Prozess, der vor Ort gewachsen ist
Im Kirchenkreis lief das Verfahren nicht im stillen Kämmerlein. Der Bauausschuss beziehungsweise Ausschuss für Gebäudemanagement war beteiligt – aber eben nicht allein. Gruppen von Ehrenamtlichen haben mit eingeschätzt, bewertet und Rückmeldungen gegeben. Im Nordkreis gingen Teams sogar mit eigenem Kriterienkatalog durch die Ortschaften, um Zustand, Nutzung, Perspektive und Bedeutung der Gebäude einzuschätzen. Diese Mischung aus Fachlogik und lokaler Erfahrung hat das Ergebnis geprägt.

Was bedeutet „Kategorisierung“ eigentlich?
Die Landeskirche beschreibt es nüchtern: Der Gebäudebestand ist zu groß, um ihn dauerhaft zu finanzieren. Die wichtigsten Kirchen sollen auch in Zukunft solide erhalten werden – diese gehören in Kategorie A.
Andere Gebäude bleiben bestehen, werden aber anders betrachtet: reduzierte Instandsetzung, alternative Nutzung, Kooperationen oder neue Modelle.
Es geht ausdrücklich nicht um Abrissprogramme. Es geht um Ehrlichkeit, Planungssicherheit und darum, Mittel dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.

So wurden die Kirchen und Kapellen im Kirchenkreis eingestuft

(Offizielle Beschlussvorlage der Synode vom 4.11.2025)

Region Nord – fünf A-Gebäude, mehrere B und C

Kategorie A
•    Dudensen – Kirche Kreuzstraße
•    Hagen – Kirche Zur Kirche
•    Eilvese – Kirche Balschenweg
•    Suttorf – Kapelle In Suttorf
•    Otternhagen – Kirche Otternhagener Straße

Kategorie B
•    Helstorf – Kirche Brückenstraße
•    Basse – Kirche Kirchstraße
•    Laderholz – Kapelle Graue Winkel
•    Mandelsloh – Kirche St.-Osdag-Straße
•    Niedernstöcken – Kirche Kirchende

Kategorie C
•    Büren – Kirche Am Kirchplatz
•    Abbensen – Kapelle Alte Zollstraße
•    Esperke – Kapelle Neustädter Straße
•    Empede – Kapelle Kirchhofsweg
•    Lutter – Kapelle Lutter Straße

Region Mitte – Fokus auf zwei zentrale A-Kirchen

Kategorie A
•    Schneeren – Kirche Küsterweg
•    Neustadt – Johannes-Kirche Im Heidland

Kategorie B
•    Neustadt – Liebfrauenkirche
•    Bordenau – Kirche Steinweg

Kategorie C
•    Mardorf – Kapelle Mardorfer Straße
•    Poggenhagen – Kirche Heinrich-Brandes-Straße

Region Süd-Stadt – klare Schwerpunktsetzung

Kategorie A
•    Wunstorf – Corvinus-Kirche

Kategorie B
•    Bokeloh – Kirche Kreuzkirche

Kategorie C
•    Wunstorf – Stadtkirche

Region Südland – starker Block an A-Kirchen

Kategorie A
•    Kolenfeld – Kirche Kirchdamm
•    Idensen – Sigwardskirche
•    Schloß Ricklingen – Kirche Voigtstraße

Kategorie B
•    Luthe – Kirche Kirchplatz
•    Dedensen – Kirche Altes Dorf
•    Groß Munzel – Kirche Am Steinhof

Kategorie C
•    Gümmer – Kirche Auf der Wohrt
•    Landringhausen – Kirche Niedernfeldstraße
•    Idensen – Neue Kirche

Was bedeutet das jetzt ganz praktisch für die Zukunft?
Die A-Gebäude könnten die zentralen Orte kirchlichen Lebens bleiben.
B-Gebäude könnten weiterhin eine wichtige Rolle haben, erhalten aber angepasste Budgets.
Für C-Gebäude könnten in der Zukunft Nutzungsmöglichkeiten,
Erhaltungskonzepte oder Kooperationen geprüft werden.
  
"Aktuell ändert sich erst einmal nichts. In der Zukunft wird das aber anders aussehen müssen", sagt Dr. Olaf Plümer, Vorsitzender des Bauausschusses. "Was genau erarbeiten wir gemeinsam im Ausschuss und verabschieden es dann in der Synode.

Superintendent Müller-Jödicke bringt es auf den Punkt:
„Wir haben eine ehrliche Grundlage geschaffen. Jetzt können wir Zukunft gestalten – mit klaren Prioritäten und mit Respekt vor allen Gebäuden und den Menschen, die an ihnen hängen.“

Hinweis zur landeskirchlichen Steuerung
„Auch auf Ebene der Evangelisch‑Lutherische Landeskirche Hannovers ist noch nicht abschließend festgelegt, was genau in den einzelnen Kategorien künftig passiert“, sagt Kirchenkreissprecher Mirko Bartels. Zwar sei mit der Rundverfügung K 5/2023 der Rahmen vorgegeben – etwa: ab 2026 wird für Fördermittel die Angabe der Kategorie relevant. „Aber die Landeskirche hat bewusst keine verbindliche Vorgabe gemacht, wie Kategorie B und C konkret ausgestaltet werden müssen“, sagt er. In welchem Umfang Instandsetzung erfolgt, wie Umnutzung aussehen darf, welche Mitfinanzierungs- oder Eigenmittelregeln gelten stehen noch nicht fest. „Die Kirchenkreise bleiben weitgehend frei in der Ausgestaltung ihrer Umsetzung. Diese Offenheit verlangt von uns ein klares Monitoring und – falls nötig – eine eigene Strategie im Kirchenkreis“, sagt Bartels.

Quellen:
Offizielle Beschlussvorlage der Kirchenkreissynode des Ev.-luth-Kirchenkreises Neustadt Wunstorf,vom 4.11.2025
Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers (2023):
Rundverfügung K 5/2023 – Kategorisierung von Sakralgebäuden im Rahmen der Gebäudebedarfsplanung.
Hannover: Landeskirchenamt.
(Offizielle Vorgaben zu Kriterien, Verfahren, Priorisierung und Bedeutung der Kategorien A–C.)

Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers (2023):
Aktenstück Nr. 121 – Gebäudemanagement / Gebäudebedarfsplanung.
12. Tagung der 26. Landessynode, Hannover.
(Grundlagenpapier zu Finanzierung, zukünftiger Steuerung und offenen Punkten in der landeskirchlichen Umsetzung.)

Ephoralbericht November 2025

Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf: 
Personelle Wechsel und strukturelle Schritte prägen die kommenden Jahre

Der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf steht vor deutlichen Veränderungen. Das wurde im Ephoralbericht zur Novembersynode sichtbar. Sinkende Mitgliederzahlen, erwartbare Ruhestände und ein enger Arbeitsmarkt für kirchliche Fachkräfte führen dazu, dass der Kirchenkreis seine Arbeit personell und strukturell neu justieren muss.

Mehrere Wechsel im Pastoralen Dienst
Seit der letzten Synode haben sich zahlreiche Personaländerungen ergeben. Pastorin Ulrike Dörries-Birkholz wurde in den Ruhestand verabschiedet. Pastorin Lissy Weidner folgt im November, nachdem sie zuletzt die religionspädagogische Fachberatung für die Kitas übernommen hatte. Anfang 2026 wechselt Pastorin Susanne von Stemm aus Bokeloh nach Verden, um sich stärker um ihre Eltern kümmern zu können. Gleichzeitig endet in der Liebfrauengemeinde eine längere Vakanz: Dort beginnt im Januar Pastor Bernhard Julius. Für die offene Pfarrstelle im Norden läuft aktuell das Ausschreibungsverfahren.

Bewegung bei Diakoninnen und Diakonen
Neu im Team ist Diakonin Julia Hespe, die seit vielen Jahren im Nicolaistift und im Haus am Bürgerpark tätig ist und nun eine halbe Stelle für Altenseelsorge im Kirchenkreis übernimmt. Annika Schneider stockt ihre Stelle auf und übernimmt zentrale Aufgaben in der religionspädagogischen Arbeit. Seit Oktober verstärkt zudem Fundraiser Timo Neumann die Kirchenkreise Neustadt-Wunstorf und Grafschaft Schaumburg.

Religionsunterricht: Kirchenkreis springt ein
Um den Unterricht im Fach Religion abzusichern, übernehmen Mitarbeitende des Kirchenkreises verstärkt Aufgaben an Schulen. Pastorin Sabine Thier unterrichtet nun in der Grundschule Luthe, Diakonin Tanja Giesecke in Schloss Ricklingen. Pastorin Sarah Pantke bereitet sich in einer Langzeitfortbildung ebenfalls auf den schulischen Einsatz vor. Hintergrund ist der Mangel an Lehramtsstudierenden im Fach Religion.

Strukturelle Veränderungen werden notwendig
Die Zahl der Gemeindeglieder ist auf unter 33.000 gesunken. Das führt zu sinkenden Einnahmen und erschwert die Wiederbesetzung frei werdender Stellen. Besonders in der Region Neustadt-Nord ist diese Situation seit Jahren spürbar. Dort wurde ein Modell entwickelt, das die Arbeit realistischer verteilt: Die Aufgaben werden im Team nach Stärken aufgeteilt – über Gemeindegrenzen hinweg und mit einem klaren Rahmen für Dienste, Vertretungen und Erreichbarkeit. Ab Januar wird zusätzlich ein Wochenmodell für Kasualien eingeführt, das transparent zeigt, wer wann im aktiven Dienst ist.

Auch andere Regionen sollen sich auf künftige Engpässe vorbereiten, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Ruhestände vieler Mitarbeitender der geburtenstarken Jahrgänge.

Kirchenkreise prüfen engere Zusammenarbeit bis zur möglichen Fusion
Weil auch umliegende Kirchenkreise vor ähnlichen Herausforderungen stehen, laufen Gespräche zwischen Neustadt-Wunstorf, der Grafschaft Schaumburg, Nienburg und Stolzenau-Loccum. Perspektivisch wird geprüft, ob sich ein gemeinsamer Kirchenkreis „Leine-Mittelweser“ bilden lässt. Ziel ist, Strukturen zu vereinfachen und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Noch im November findet dazu ein gemeinsamer Termin mit der Kirchenamtsleitung statt.

Auch das Körperschaftsrecht spielt eine Rolle: Weniger rechtlich eigenständige Körperschaften können Verwaltungsstrukturen vereinfachen – Beispiele dafür gibt es bereits in anderen Landeskirchen.

Veränderungen benötigen Beteiligung
Der Bericht macht deutlich: Die anstehenden Schritte lassen sich nur gemeinsam gestalten. Der Kirchenkreis setzt dabei auf Transparenz, Zusammenarbeit und ein breites Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen, um die kirchliche Arbeit in der Region langfristig zu sichern.

 

Kitas im Kirchenkreis rücken Haltung und Macht ins Bewusstsein

Wie Erwachsene mit ihrer Macht umgehen, prägt den Alltag von Kindern – im Guten wie im Schwierigen. 21 Fachkräfte aus den evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf haben sich intensiv mit dem Thema „Erwachsene Macht und Adultismus“ beschäftigt. Unter Leitung von Maren Ebel vom Berliner Institut KiServ, das auf Beratung und Fortbildung für pädagogische Einrichtungen spezialisiert ist, ging es sechs Stunden lang um Rollen, Verantwortung und Beziehungsgestaltung im Alltag mit Kindern.

Die Teilnehmenden reflektierten, wie sich Macht zeigt – in Sprache, Regeln oder Entscheidungen – und wie sie so eingesetzt werden kann, dass Kinder gestärkt statt klein gemacht werden. Lob kam von Referentin Maren Ebel: Schon nach kurzer Zeit sei spürbar gewesen, dass die evangelischen Kitas im Kirchenkreis beim Thema Partizipation und respektvolle Beziehungsgestaltung weit vorne liegen. „Hier wird Macht bewusst und achtsam eingesetzt“, so Ebel.
 

Für viele bekam der Begriff „Macht“ an diesem Tag eine neue, positive Bedeutung: Macht kann fördern, begleiten und unterstützen – wenn sie reflektiert genutzt wird. Zwischen intensiven Gesprächsrunden, Biografiearbeit und praktischen Übungen blieb auch Zeit für Austausch und Gemeinschaft – bei Pizza, Kaffee und guten Gesprächen. Fachberaterin Ann-Katrin Fischer brachte die Haltung des Tages abschließend auf den Punkt: „Wir sind gemeinsam unterwegs, um Kinder ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und sie in ihrer Entwicklung zu stärken.“





 

Hintergrund: Was bedeutet Adultismus?
Adultismus bezeichnet das unbewusste Ausüben von Macht durch Erwachsene gegenüber Kindern – allein aufgrund des Altersunterschieds. Er zeigt sich etwa, wenn Erwachsene über die Köpfe von Kindern hinweg entscheiden, ihre Gefühle abwerten oder sie nicht ernst nehmen. In der pädagogischen Arbeit geht es darum, diese Muster zu erkennen und zu verändern. Wer sich seiner eigenen Haltung und Verantwortung bewusst ist, kann Kindern auf Augenhöhe begegnen, sie beteiligen und ihre Selbstwirksamkeit stärken – ein zentrales Ziel in den evangelischen Kindertagesstätten des Kirchenkreises. 

 

 

 

KirchenkreisNewsletter Ausgabe 4

Fünf Tage Nordsee, Gemeinschaft und neue Kraft


Fünf Tage raus aus dem Alltag, durchatmen und neue Kraft finden – diesem Angebot des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf sind 13 sozialpädagogische Fachkräfte aus den evangelischen Kindertagesstätten Anfang Oktober gern nachgekommen. Sie reisten auf die Nordseeinsel Spiekeroog und erlebten Tage, die Körper, Seele und Geist spürbar stärkten.

Pastorin Lissy Weidner gestaltete die religionspädagogischen Impulse, Klaus-Dieter Coring-Weidner übernahm Organisation und Reiseleitung. „Diese Tage geben Raum, sich selbst wieder wahrzunehmen – fern vom Alltag, nah bei sich“, sagt Weidner.

Zwischen Strand, Wind und Wellen erlebte die Gruppe ein Programm, das bewegte: Atem- und Rückenübungen mit einer Inselfachkraft, biblische Impulse in drei thematischen Einheiten, Meditation und eine Andacht in der alten Inselkirche. „Bewegung gehörte natürlich auch dazu“, sagt Weidner. Beim gemeinsamen Geocaching, auf Inselwanderungen oder beim Aufwärmen in kleinen Cafés entstand zusätzlicher Raum für Begegnung. „Stille Orte haben besonders starke Eindrücke hinterlassen“, berichtet Weidner. So hinterließ der Besuch auf dem „Friedhof der Ertrunkenen“ – insbesondere die Inschrift ‚Seenotrettung ist kein Verbrechen‘ – nachhaltige Spuren.


Im Mittelpunkt stand das Miteinander der kleinen Reisegruppe. „Hier durfte jede und jeder einfach so sein, wie sie oder er ist“, beschreibt eine Teilnehmerin das Erlebnis. Zwischen Lachen, Spiel und tiefen Gesprächen wuchs eine Gemeinschaft, die trägt. „Manche hofften sogar, dass die Fähre wegen Sturmflut nicht fährt – einfach, um noch ein wenig länger bleiben zu können“, schmunzelt Weidner.

Zum Abschluss segnete jede und jeder eine andere Person aus der Gruppe. Mit diesen persönlichen Worten, Wind im Gesicht und Regenbogen am Himmel trat die Gruppe die Heimreise an – dankbar, bewegt und voller neuer Energie. „Es war ein wenig, wie ein Stück Himmel auf Zeit – und eine tiefe Ermutigung für den Alltag“, fasst Pastorin Weidner die Tage zusammen.

 

Ihre Winterbilder aus dem Kirchenkreis


Winterlicht, Frost, Nebel, Lichterketten, Kerzen oder mit ein bisschen Glück sogar Schnee: Unsere Kirchen und Kapellen zeigen sich in diesen Wochen immer wieder von einer besonderen Seite. Genau diese Momente suchen wir.
 
Wir laden Sie ein, uns Ihre schönsten Winterfotos von Kirchen und Kapellen im Kirchenkreis zuzuschicken – aufgenommen draußen, im öffentlichen Raum, gern aus Ihrer persönlichen Perspektive.
 
Die eingesandten Bilder möchten wir sichten und ausgewählte Motive künftig für die Öffentlichkeitsarbeit und das Fundraising des Kirchenkreises nutzen, etwa für Mailings, Internetseiten oder Social-Media-Beiträge. 

Die Fotografinnen und Fotografen werden dabei namentlich genannt. Zusätzlich ist ein „Best of“ der Einsendungen auf der Website des Kirchenkreises geplant.
 
Mit der Einsendung erklären Sie sich einverstanden, dass Ihr Foto redaktionell ausgewählt, ggf. zugeschnitten oder farblich angepasst und für die genannten Zwecke verwendet wird. Ein Wettbewerb oder eine Preisvergabe sind nicht vorgesehen.
Fotos bitte mit Name, Aufnahmeort und – wenn möglich – kurzer Bildbeschreibung einsenden an:
 
mirko.bartels@evlka.de
 
Wir freuen uns auf Ihren Blick auf unsere Kirchen im Winter.



 

 


 

 



 

 


 

 



 

 


 

 



 

 


 

Grundschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt II. 2025

Schulung für Haupt- und Ehrenamtliche im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf

Die kirchliche Arbeit mit Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ist im hohen Maße Beziehungsarbeit. Sie hat von ihrem Selbstverständnis her den Anspruch, allen Menschen einen sicheren und geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich einbringen und ausprobieren können; einen Raum, in dem sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit unterstützt werden. Das bedeutet eine besondere Verantwortung. Deshalb ist Prävention sexualisierter Gewalt eng mit der eigenen inneren Haltung verbunden.

Es muss ein sensibler und achtsamer Umgang für alle gelten, um den Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf zu einem sicheren Raum zu machen.

Mit Übungen und Impulsen wird es an diesem Tag um Sensibilisierung und Qualifizierung im Umgang mit sexualisierter Gewalt gehen, um den Teilnehmenden Handlungssicherheit und Verständnis zu geben. Die Schulung erfüllt die Standards der so genannten „verpflichtenden Grundschulung“ der Landeskirche Hannovers. Ein Zertifikat wird bei erfolgreicher Teilnahme ausgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Leitung: Claudina Baron-Turbanisch, Diakonin 

Bitte melden sie sich unter folgendem Link zu einem Termin an:

https://www.formulare-e.de/f/grundlagenschulung-zur-pravention-sexualisierter-gewalt-2-halbjahr-2025

Folgende Termine stehen zur Auswahl:

 

Wann

Ort

Ansprechperson

  1.  

Mittwoch, 10.09.25 

16:30 – 20:30 Uhr

Eilvese

Rikka Hinkelmann

  1.  

Freitag, 12.09.25

16:00 – 20:00 Uhr

Luthe

Jens Heger

  1.  

Montag, 22.09.25

16.00 – 20:00 Uhr

Gruppe DASEIN

Stift, Wunstorf

Frau Grams /

Dasein

  1.  

Freitag, 26.09.25

16:00 – 20:00 Uhr

Idensen

Kirsten Gutleben

  1.  

Mittwoch, 01.10.25

18:00 - 22:00 Uhr

Luthe

Jens Heger

  1.  

Mittwoch, 05.11.25 

Zeit nach Wahl

14:30-18:30h

Corvinus 

 

Franziska Oberheide

  1.  

Freitag, 07.11.25 

16:30 – 20:30 Uhr

Otternhagen

Rikka Hinkelmann

  1.  

Freitag, 28.11.25

Zeit nach Wahl

16:00 – 20:00 Uhr.

Johannes KG, Neustadt, 

Sebastian Thier

  1.  

Freitag, 05.12.25

16:30 – 20:30 Uhr

Hagen

Rikka Hinkelmann

Kirchenkreis setzt Maßstäbe: Kita-Leitungen starten mit KI-gestützter Unterstützung durch

Der Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf hebt die Qualität seiner Kindertagesstätten auf ein neues Level: Mit dem Abschluss einer professionellen Schulung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch die Firma Mova sind die Leitungen und stellvertretenden Leitungen nun bestens vorbereitet auf den Einsatz KI-gestützter Systeme in der pädagogischen Arbeit.

„Wir sind damit einer der Vorreiter – nicht nur im Kirchenkreis, sondern auch in der Region. Viele Fachberatungen fragen bereits bei uns an“, berichtet Ann-Katrin Fischer, Fachberaterin und Projektverantwortliche. Die neue Prozessregelung zur Arbeit mit KI wurde parallel zur Schulung implementiert und schafft eine klare, datenschutzkonforme Grundlage für die Nutzung.

Ziel der Einführung ist kein Selbstzweck, sondern die gezielte Entlastung im Alltag: Die Systeme unterstützen etwa bei der Erstellung von Informationsmaterialien, der Dokumentation und der Aufbereitung komplexer Planungsprozesse. Das spart Zeit – und verschafft mehr Raum für das, worauf es wirklich ankommt: pädagogische Arbeit mit Kindern.

„Wir haben früh erkannt, dass 2025 kein Weg mehr an innovativen Werkzeugen vorbeiführt“, so Fischer. „Die neue Generation von Fachkräften nutzt KI bereits selbstverständlich. Darum war uns eine professionelle und sichere Herangehensweise besonders wichtig.“ Die Schulungen vermittelten daher nicht nur technische Kompetenzen, sondern legten auch besonderen Fokus auf Datenschutz, Datensicherheit und verantwortungsvolle Anwendung.

Der Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf positioniert sich mit dem Projekt „Kita 2.0“ als Innovationstreiber in der frühkindlichen Bildung – mit klarem Ziel: weniger Bürokratie, mehr Qualität, mehr Zeit für Kinder.

Kinderturnen in der Kirche


Weil in Schneeren ab Mitte Juni für gut zehn Wochen die Turnhalle fehlt, springt die Kirche ein. So soll es statt Bewegungsmangel im Dorf Kinderturnen und bei schlechtem Wetter auch das ein oder andere Kursangebot in der Kirche zum Guten Hirten geben. 

Die Kirchengemeinde macht es möglich und öffnet kurzerhand den Kirchenraum. Unter dem Motto „Kinderturnen beim Guten Hirten“ sollen so nicht nur Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren und ihre Eltern weiter Gemeinschaft und Bewegung leben können.  „Starten wollen wir mit dem Angebot nach dem Pfingstwochenende“, sagt Heiko Schwarz, Vorsitzender des Kirchenvorstands. 

Damit das reibungslos klappen kann, heißt es für die Ehrenamtlichen aber erst einmal schleppen. „Sport zwischen Kirchenbänken ist schlecht möglich“, sagt Schwarz. So muss das ein oder andere Möbel bewegt und müssen Sportgeräte aus der alten Halle geholt werden, bevor es beim Guten Hirten losgehen kann. „Lagern möchten wir die Sachen während dieser Phase im Pfarrhaus“, sagt Schwarz. Das steht seit geraumer Zeit leer und bietet sich für diese Aktion an. 


Damit das kirchliche Leben nicht auf der Strecke bleibt, haben die Verantwortlichen einen Terminplan ausgearbeitet, der den Beteiligten den Weg ins Fitness-Studio erspart: Die Agenda sieht manchen Umbau vor, um Taufen, Eheschließungen, Konzerte und Gottesdienste trotz Sportangebot im Kirchenraum realisieren zu können. 


Als besonderen Höhepunkt haben die Verantwortlichen einen Besuch von Pastor Marcus Krause geplant. Er wird an diesem Tag mitmachen, am Abschlusskreis teilnehmen, kleine Bücher mit Kindergebeten verteilen und gemeinsam mit den Kleinsten und einem speziellen Würfel kindgerechte Gebete auswählen. „Als ein symbolisches Geschenk möchten wir den Kindern ein kleines Handtuch mit einem Schaf-Motiv – eine Anspielung auf den ‚Guten Hirten‘ mitgeben“, verrät Schwarz. 

Ob der Seelsorger bei dieser Gelegenheit auf dem Bobbycar auch eine kleine Runde durch die Kirche dreht, lässt der Vorsitzende offen. „Es wäre auf jeden Fall ein Foto wert und würde die besondere Verbindung von Bewegung und Spiritualität humorvoll unterstreichen.“


Mit dieser Initiative zeigt die Gemeinde, wie flexibel und einfallsreich man auf Herausforderungen reagieren kann. Die Kirche wird so nicht nur zum Ort des Gebets, sondern auch zum Raum für Gemeinschaft und Bewegung. Ein Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne Hand in Hand gehen können.

Neue Perspektiven für starke Teams: Impulse für die pädagogische Praxis

Fachworkshops für Kita-Mitarbeitende regen zur Reflexion an und eröffnen neue Handlungsspielräume

„In unserem Alltag bleibt oft wenig Zeit, um grundsätzlich über unsere Arbeit nachzudenken“, sagt Ann-Katrin Fischer, Fachberaterin im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf. Genau deshalb initiiert der Träger jährlich mehrere interne Workshops, Seminare und Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte. „Auch und gerade mit externen Referenten“, sagt Fischer. So sprechen Fachleute von „mannigfaltig“ aus Hannover oder etwa Mitarbeitende der „Werkstatt für gute Gedanken“ aus Hamburg mit und vor den Teilnehmenden. Die Themen sind nah an der Praxis, gleichzeitig zukunftsorientiert, sagt die Fachberaterin.

Ein Beispiel ist die Werkstatt zum Thema Elternarbeit. Wie gelingt ein Dialog auf Augenhöhe, auch in schwierigen Situationen? Welche Erwartungen bringen Familien mit – und wie kann man ihnen professionell begegnen? Die Fachkräfte reflektieren eigene Haltungen und entwickeln Ideen, wie die Beziehung zu Eltern gestärkt werden kann.

Ein weiteres Thema ist ADHS im Hort und der Vorschule. Übergänge, etwa von der Kita in die Schule, stellen Kinder mit ADHS vor besondere Herausforderungen. „Es geht darum, Verhalten nicht vorschnell zu deuten, sondern Verständnis für die kindliche Perspektive zu entwickeln“, sagt Fischer. Die Fortbildung bietet praxisnahe Impulse, wie pädagogische Fachkräfte Kinder mit ADHS begleiten können.


Mit dem Thema Adultismus setzt sich ein dritter Workshop auseinander – speziell für Fachkräfte in der Krippe. Was bedeutet es, Macht zu haben? Wie gelingt ein respektvoller Umgang, ohne die Bedürfnisse der Kinder zu übergehen? „Die Kolleginnen und Kollegen fragen sich ehrlich: Wo bin ich vielleicht zu fordernd, obwohl es auch anders ginge?“, berichtet Fischer. 
In geschütztem Rahmen entsteht so Raum für kritisches Nachdenken – und manchmal für überraschend neue Wege. Auch ein spezieller Männerkreis ist geplant, sagt sie.  

Die Werkstätten etwa dienen nicht nur der Qualitätssicherung, sondern sollen in der Zukunft auch ein Ort der Visionsarbeit sein. Teilnehmende können dann eigene Beobachtungen und Wünsche einbringen – auch solche, die auf den ersten Blick utopisch erscheinen. „Gerade diese Impulse führen oft zu den besten Ideen“, so Fischer.


Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung. Ziel soll es mit den Angeboten die Fachkräfte zu stärken – und damit die Qualität der frühkindlichen Bildung im Kirchenkreis.

Besuch aus Brasilien

Sie sind endlich da – unsere Gäste aus Brasilien. Eine Delegation der Sínodo Uruguai ist seit Mittwoch in unserem Kirchenkreis zu Besuch. Wir freuen uns über lebendige Begegnungen, herzliche Gespräche und viele gemeinsame Erlebnisse.

Gemeinsam unterwegs im Glauben und in die Zukunft

Unsere brasilianischen Partner wohnen in Gastfamilien, feiern mit uns Gottesdienste und erleben unseren Alltag. Bereits in den ersten Tagen stehen Besuche im Landeskirchenamt, in der evangelische IGS in Wunstorf und historischer Gedenkstätten auf der Agenda der Gäste und Gastgeber. In den kommenden Tagen steht natürlich auch die Teilnahme am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover auf dem Programm. 
Dabei geht es bei dem Besuch nicht nur um den Erhalt und die Vertiefung alter Freundschaften: „Es ist schön zu sehen, dass gerade auch junge Menschen den Wert dieser Freundschaft erkennen und weitertragen“, sagt Sabine Teuber-Lukaszewski, die seit Jahren engagiert die Begegnungen mit organisiert.

Willkommensfest mit Convivência

Ein echtes Highlight war bereits das Willkommensfest am Donnerstag, 24. April, im Kloster Mariensee. In fröhlicher Atmosphäre wurde gesungen, gelacht und viel über das Leben hier und in Brasilien erzählt. Besonders schön: Der traditionelle Austausch von Gastgeschenken als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und Verbindung. Und immer wieder fiel das Wort Convivência, das für die brasilianischen Freunde viel mehr als „Zusammenleben“ bedeutet – es beschreibt eine Haltung, die auf Gemeinschaft, gegenseitigem Respekt und gelebter Nächstenliebe basiert.

Partnerschaft lebt vom Miteinander

Seit über 30 Jahren pflegen wir unsere Partnerschaft mit der Sínodo Uruguai. In dieser Zeit sind unzählige Freundschaften entstanden, die weit über Besuche hinausgehen. Superintendent Rainer Müller-Jödicke ist überzeugt: „Kirche lebt da, wo Menschen sich begegnen.“ Und genau das tun wir in diesen Tagen. 
Die Delegation bleibt noch bis zum 5. Mai. Nutzen wir die verbleibenden Begegnungen, lernen wir voneinander und freuen wir uns gemeinsam auf die Zukunft dieser besonderen Partnerschaft. 
Convivência lebt – auch und gerade durch unsere Jugend

Reger Austausch bei Diskussionsabend in der Corvinuskirche Wunstorf: Kirche(n)steuer(n) auf dem Prüfstand“


Reger Austausch bei Diskussionsabend in der Corvinuskirche Wunstorf: Kirche(n)steuer(n) und Systeme auf dem Prüfstand

Was passiert eigentlich mit den Kirchensteuern – und was steuert die Kirche überhaupt an? Über diese Fragen diskutierten am Dienstagabend zahlreiche Gäste in der Corvinuskirche beim vierten „WortWechsel“ – einem Diskussionsformat deKneipenkirche und des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf. Unter dem Titel „Zwischen Kassenstand und Kompass: Was steuern wir in der Kirche an?“ kamen Vertreter aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Publikum ins Gespräch.

Das Podium hatten die Veranstalter bewusst breit aufgestellt:
Sven Heindorf, Leiter des Kirchenamtes Wunstorf, brachte Zahlen, Fakten und Einblicke mit: Wohin fließt die Kirchensteuer? Wer entscheidet? Und wie viel Spielraum bleibt vor Ort? Unternehmensberaterin Susanne Sievers steuerte Perspektiven aus dem Blickwinkel externer und vor allem wirtschaftlich orientierter Organisationen bei, während Silas Lehmann, Mitglied der Freikirche K21, seine Erfahrungen jenseits des Kirchensteuersystems schilderte und erklärte, wie Kirche nur mit Spenden funktionieren kann. Er bot als einen ganz anderen Blick auf Finanzierung und Selbstverantwortung.
 


Moderiert hat den Abend Mirko Bartels, Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenkreises. Ihm gelang es, Diskutanten und Besucherinnen und Besucher aktiv miteinander ins Gespäch zu bringen und so einen offenen Dialog zu schaffen. Das Publikum nutzte die Gelegenheit gerne: Viele Fragen, Meinungen und auch Widerspruch wurden direkt aus dem Kirchenschiff eingebracht – für alle Beteiligten ein echter Dialog auf Augenhöhe. Ganz zentral dabei: Wie kann Kirche es vermeiden, den Kompass aus dem Blick zu verlieren, wenn der Kassenstand knapper wird?

Dabei wurde nicht nur über die reine Finanzierungsstruktur diskutiert, drehte es sich nicht nur um nackte Zahlen: Was bedeutet eigentlich „steuern“ – im Unterschied zu „lenken“ und wo liegen die Antworten manchmal einfach tiefer? Welche Ziele verfolgt die Kirche? Wer definiert sie – und wie lassen sie sich in Zeiten sinkender Ressourcen überhaupt noch erreichen? Das Spannungsfeld zwischen idealistischen Visionen und ökonomischer Realität stand dabei immer wieder im Zentrum.

„Kirche lebt vom Dialog, auch über unbequeme Fragen“, so Bartels. „Mit dem Format WortWechsel wollen wir genau diesen Dialog ermöglichen – in offener Atmosphäre und an einem Ort, den mancher nicht als typisch Kirche empfindet.“

So blieb der Abend nicht nur informativ – sondern machte auch Mut. Mut, unbequeme Fragen zu stellen. Mut, zuzuhören. Und Mut, Kirche als gemeinsames Projekt zu verstehen: finanziert von vielen, getragen von Überzeugung – und gesteuert hoffentlich mit mehr als nur Blick auf den Kontostand.


Auch der nächste Diskussionsabend ist bereits in Planung. Die Veranstalter hoffen, dass das Interesse an klaren Worten und ehrlichen Fragen bestehen bleibt – nicht nur beim Thema Geld.

 

 

 

„Angedacht, das Kirchenmagazin“ 11.01.2026

Die Themen am Sonntag

Ankommen, durchhalten und vorbereitet sein

Der Jahresbeginn bringt neue Begegnungen, aber auch alte Herausforderungen mit sich.
Wie finden Familien, pflegende Angehörige und ganze Regionen Unterstützung im Alltag?
Wo helfen Beratung, Netzwerke und Vorsorge, um schwierige Situationen besser zu bewältigen?
Und welche Perspektiven eröffnen Wissen, Glaube und neue Entdeckungen?

Gesellschaft und Familie
Babybegrüßung für Neubürgerinnen und Neubürger

In Neustadt werden im Januar die jüngsten Erdenbürgerinnen und Erdenbürger offiziell begrüßt.
Kirchenkreissozialarbeiterin Janet Breier stellt die Babybegrüßung vor, die jungen Familien den Einstieg erleichtern soll.
Im Mittelpunkt stehen persönliches Kennenlernen und Information über Angebote der Kirchenkreissozialarbeit.
Dazu gehören unter anderem Hausbesuche, bei denen es um Kindeswohlförderung, Gewaltschutz und Vernetzung geht.

Soziales und Beratung
Unterstützung für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige geraten häufig an ihre Belastungsgrenzen und fühlen sich isoliert.
Verena aus der Region Hannover berichtet von ihrer Situation bei der Pflege ihres Mannes.
Hilfe fand sie in Gesprächen bei der Lebensberatungsstelle der Diakonie in Ronnenberg.
Auch Entlastungsangebote und ehrenamtliche Unterstützung können pflegenden Angehörigen Freiräume schaffen.

Gesellschaft und Sicherheit
Hochwasser: Risiken und Vorsorge

Mit steigenden Wasserständen rückt das Thema Hochwasser erneut in den Fokus.
Hochwasserexperte Wilfried Seeman ordnet die Lage in Niedersachsen ein.
Er erklärt, welche Regionen besonders gefährdet sind und welche Rolle moderne Prognosen spielen.
Neben großem Hochwasserschutz geht es auch um individuelle Vorsorge und Absicherung.

Religion und Wissen
Wer sind die Baptisten?

Im Religionslexikon geht es um die Baptisten.
Prof. Dr. Wolfgang Reinbold, Theologe und Leiter des Hauses der Religionen in Hannover, erläutert Herkunft, Glaubenspraxis und Besonderheiten dieser Freikirche.
Dabei werden Unterschiede zu anderen christlichen Traditionen deutlich.
Der Beitrag bietet einen sachlichen Überblick über eine oft wenig bekannte Glaubensgemeinschaft.

Sonntagsgedanken
Vom Blick in den Sternenhimmel

Sterne faszinieren seit jeher Menschen und Forschende gleichermaßen.
Kerstin Mühlmann greift dieses Bild in den Sonntagsgedanken auf.
Ausgehend von astronomischen Entdeckungen spannt sie einen Bogen zu Fragen des Staunens und Suchens.
Dabei geht es um Perspektiven, die über den Alltag hinausweisen.

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Zu hören ist die nächste Sendung Sonntag, 11. Januar 2026, ab 10 Uhr bei „Angedacht, das Kirchenmagazin“ von Meer Radio auf den terrestrischen Frequenzen 88.0 oder 95.4 MHz oder direkt im Anschluss per Stream im Internet.
Wer Lust auf weitere spannende und interessante Themen von der Angedacht-Redaktion hat, wird unter
https://meerradio.de/programm/audio/beitraege/kirchenmagazin-angedacht fündig.

 

 

Demo gegen rechts in Wunstorf

Foto: Simon Pohlreich

Rund 1500 Menschen kamen am Montagabend zur Stadtkirche in Wunstorf. Sie alle folgten dem Aufruf eines breiten Bündnisses von Kirche, Verbänden, Vereinen und Lokalpolitikern, um sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzusetzen. Vor der zentralen Kirche in Wunstorf nicht der erste Aufschlag: Genau vor einem Jahr gab es dort eine ähnliche Kundgebung. Kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag, 23. Februar, wollte man erneut ein Zeichen setzen, hieß es von den Organisatoren.

Stiftskirchenpastor Thomas Gleitz unterstrich in seinem Wortbeitrag, dass Demokratie keine einfachen Lösungen biete, sondern Engagement und Zeit benötige. Er wies darauf hin, dass das Asylrecht eine lange Tradition habe, die bereits in der Bibel verankert sei. Es sei eine christliche Pflicht, traumatisierten Menschen zu helfen und gleichzeitig aufmerksam zu bleiben. Auch die Stadtkirche spiele dabei eine zentrale Rolle: Als Ort der Begegnung und als Plattform für gesellschaftliche Verantwortung sei sie mehr als nur die Bühne für diesen Abend. 

Organisator Dirk Kribbe würdigte die Landwirte, die mit ihren Zugmaschinen die Zufahrtswege sicherten, und dankte der Polizei sowie den Johannitern für ihren Einsatz.

Bürgermeister Carsten Piellusch betonte in seiner Rede die Bedeutung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität. Er ermutigte die Bürgerinnen und Bürger, sich für demokratische Werte stark zu machen und zur Wahl zu gehen. Er erinnerte daran, dass rechtsextreme Ideologien nicht immer offensichtlich auftreten, sondern oft im bürgerlichen Gewand erscheinen.

Der stellvertretende Jugendbürgermeister Phillip Nülle appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen, sich aktiv gegen Rechtsextremismus einzusetzen. Er rief dazu auf, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Besonders eindrucksvoll waren die Redebeiträge von Journalistin Sabine Steuernagel und dem Neustädter Unternehmer Ulrich Temps. Steuernagel sprach aus persönlicher Perspektive über die Bedeutung einer angstfreien Kindheit und rief zu Mitmenschlichkeit auf, insbesondere gegenüber Geflüchteten. Temps betonte die wirtschaftliche Notwendigkeit von Vielfalt in der Arbeitswelt und erinnerte an das Verfassungsgebot „Eigentum verpflichtet“. Seine eigene Familiengeschichte machte deutlich, wie Migration und Flucht viele Menschen betreffen.

Die Demonstration verlief friedlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten mit kreativen Plakaten ihre Haltung und schickten mit ihren Handylichtern ein Zeichen der Hoffnung in den Nachthimmel über der Stadtkirche. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Kirche und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, um Demokratie und Mitmenschlichkeit zu stärken.

Ansprache von P. Thomas Gleitz zur Demonstration

Fotos: Simon Pohlreich/HAZ-NP

Generalsekretärin des Kirchentages spricht in Corvinus

Generalsekretärin des Kirchentages Kristin Jahn hat in der Corvinuskirche Wunstorf gepredigt

Wunstorf. Beim Regionsgottesdienst zum Kirchentagssonntag 16. Februar, hat die Generalsekretärin des Deutschen Kirchentages Kristin Jahn in der gut gefüllten Corvinuskirche in Wunstorf gepredigt. In ihrer bewegenden Rede sprach sie über das Thema Angst. Dabei nahm sie auch Bezug auf aktuelle Situation in der sich viele Menschen befinden und die bevorstehenden Wahlen am 23. Februar. „Angst kann lähmen, aber sie kann auch ein Impuls sein, sich für das Gute einzusetzen“, sagte sie. Entscheidend sei, nicht in Sorgen zu verharren, sondern gemeinsam nach Wegen zu suchen, die Hoffnung geben.

Superintendent Rainer Müller-Jödicke gestaltete die Liturgie des Gottesdienstes gemeinsam mit Pastorin Franziska Oberheide und den Corvinus-Konfirmanden. Musikalische Untermalung gab es für den besonderen Gottesdienst von Svitlana Zinndorf an der Orgel und den Aktiven des Chores "Voices" unter der Leitung von Anton Moll. 

Die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher erlebten einen Gottesdienst, der Raum für Nachdenklichkeit bot und Mut machte, sich den Herausforderungen der Zeit mit Vertrauen zu stellen. Viele von ihnen blieben auch nach Ende des Gottesdienst, um bei einem gemeinsamen Kaffee über das Gehörte zu sprechen. 

 


 


 


 


 


 


 


 

 

Gemeinsam für Demokratie!

Offenbar macht die für Montag, 17. Februar 18:00 vor der Stadtkirche angekündigte Demonstration für Demokratie schon im Vorfeld den Demokratiefeinden viel Angst. In der Nacht zum 14. Februar wurde ein Transparent, das auf der Aubrücke auf die Veranstaltung hinweisen soll, zerstört, s. Foto. Das Bündnis für Wunstorf, dem VertreterInnen alles demokratischen Parteien, der Kirchen, Vereine und Bürger ohne weitere Anbindung angehören, sieht diesen Vandalismus als Bestätigung dafür, wie wichtig das gemeinsame Auftreten ist."Das war ja zu befürchten, spornt uns aber nur noch mehr an", fasste Hermann Kasten vom Kulturring sein Erschrecken zusammen. Ermutigend ist, dass mittlerweile auch Sportgruppen angekündigt haben, ihre Trainingszeiten so zu verlegen, dass sie am Montag dabei sein können. Pastor Thomas Gleitz hebt hervor: "Ich finde es großartig, dass die beteiligten Parteien zugesagt haben, bei der Demonstration trotz Wahlkampfs keine Parteifahnen zu zeigen. Es geht um das gemeinsame Stärken der Demokratie!"

Konfi-Cup 2025

Die Konfirmandenmannschaft der Stiftskirche Wunstorf hat am diesjährigen Konfirmanden-Cup teilgenommen und den 17. Platz unter 30 Teams erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Mannschaft den 5. Platz unter 17 teilnehmenden Teams belegte, fiel das Ergebnis diesmal etwas bescheidener aus. 
Dennoch steht für Pastor Volker Milkowski der gemeinsame Wettkampf im Vordergrund. "Die Gegner sind zum Teil schon harte Brocken. Die haben uns die Punkte nicht geschenkt", sagt Milkowski.

Für ihn zählt nicht nur das sportliche Abschneiden, sondern vor allem die Erfahrung, als Team zusammenzuwachsen und sich in einem fairen Wettbewerb mit anderen Konfirmandinnen und Konfirmanden zu messen. „So ein gemeinsames Erlebnis ist doch etwas, das auf jeden Fall von der Konfirmation hängenbleibt“, sagt Milkowski. Der Cup mag vorbei sein, doch die Erinnerungen und das Gemeinschaftsgefühl bleiben.

Die 30 Mannschaften die Gegeneinande antraten, waren us ganz Niederachsen angereist. "Die sind aber auch wirklich eine starke Konkurrenz in diesem Jahr. Nach einem Achtungserfolg in der Vorrunde haben wir deswegen nur noch um die Platzierungen spielen können - aber leider nicht mehr um Sieg", sagt Milkowski

 

 

 

 

„Wir für Neustadt“ - Ein Abend für das Ehrenamt

Danke sagen und für das Ehrenamt werben – beim Abend „Wir für Neustadt“ im Haus der Kirche an Liebfrauen war beides möglich. „Wir haben bereits viele Menschen in Neustadt, die in einem Ehrenamt beschäftigt sind. Denen möchten wir danken und andere dafür begeistern“, sagt Inga Heidemann, Leiterin der Abteilung Soziale Arbeit der Stadtverwaltung.  Gemeinsam mit Janet Breier, zuständig für die Kirchenkreisdiakonie, hat sie den Abend für Ehrenamtliche, Organisatoren und Interessierte ausgerichtet.

„Wir wollen das Ehrenamt in Neustadt stärken, möchten bereits Aktive unterstützen und neue Ehrenamtliche gewinnen“, unterstützt Breier. Häufig sei gerade der direkte Kontakt mit den Institutionen und Vereinen besonders wichtig. „So kann man einfach und persönlich noch einmal die tatsächlichen Angebote der jeweiligen Institutionen abfragen. Nicht jeder weiß, was die einzelnen Vereine und Institutionen ganz genau machen und wie eine mögliche Unterstützung für sie aussehen kann“, sagt Breier.

Begeistert von dem Interesse der Besucherinnen und Besucher waren auch die Anbieter und Organisatoren von Ehrenämtern. „Ich habe hier in nur einer Stunde so viele wertvolle Kontakte gehabt, wie selten zuvor“, sagt Janka Fleshmann, Geschäftsführerin von Herbstzeitlos. „Wir setzen ehrenamtliche Helfer ein, um etwa Pflegepersonen zu entlasten und unterstützen damit Pflegebedürftige möglichst lang in ihrem eigenen Zuhause“, sagt sie. 
Diese „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ (AZUA) sind aber nicht auf ältere Menschen beschränkt. „Manchmal müssen sich die richtigen Personen nur finden. 


Das können dann auch schon mal etwa ein pensionierter Pädagoge und ein Kind mit Anpassungsschwierigkeiten sein, dessen Eltern Unterstützung und Entlastung benötigen“, sagt Fleshmann.

Unter den für den ehrenamtlichen Einsatz werbenden Institutionen befanden sich das Freiwilligenzentrum, das Ehrenämter für Vereine vermittelt. Auch das Café Vielfalt und der internationale Treffpunkt Hope, beide unter dem Dach der Diakonie, waren präsent. Die Begegnungsstätte Silbernkamp, der Integrationsbeirat sowie die Sammelunterkünfte für Geflüchtete an der Goethestraße (AWO) und dem Ernst-Abbe-Ring (Fair Facilities) stellten ebenfalls ihre Angebote vor.

Andrang gab es auch am Stand der Polizei. Kontaktbeamtin Pamela Hoffmann informierte gemeinsam mit ehrenamtlich Tätigen über die Ausbildung von Sicherheitsberatern für Senioren. „Das ist ein Thema, das immer notwendiger wird“, sagt Hoffmann. Die Palette möglicher Straftaten, die speziell ältere Menschen zum Ziel hat, wird breiter. „Da braucht es viel Informationsarbeit und Angebote, um diese, aus verschiedenen Gründen, besonders vulnerable Gruppe zu schützen“, sagt sie. 

Zudem präsentierten verschiedene Stellen der Stadt Neustadt ihre ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder. Sie suchen Unterstützung für die Arbeit mit Jugendlichen, Senioren, Menschen mit Behinderungen und Migranten.

So bot die Veranstaltung für gut zwei Stunden eine Plattform zum Austausch und zeigte auf, wie vielfältig das Ehrenamt in Neustadt ist. „Wir freuen uns darüber, dass viele Besucher die Gelegenheit genutzt haben, sich zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen“, waren sich Breier und Heidemann schlussendlich einig.

Sigwardskirche wird Partner der Landesgartenschau 2026

Die Sigwardskirche in Idensen ist offizieller Natur- und Kulturpartner der Landesgartenschau (LaGa) 2026 in Bad Nenndorf. Der Freundeskreis Sigwardskirche hat eine entsprechende Partnerschaft mit der Betreibergesellschaft geschlossen. Jörg Mecke, Vorsitzender des Freundeskreises, sieht darin eine große Chance: „Wir werden mit vielen helfenden Händen alles tun, um die Bad Nenndorfer bei der Landesgartenschau zu unterstützen und zugleich den Besuch in Idensen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Wir haben noch gut ein Jahr Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen.“

Historische Kirche mit naturnahem Umfeld

Die Sigwardskirche ist ein bedeutendes romanisches Bauwerk mit einzigartigen historischen Malereien. Ihr weitläufiges, mehr als 3000 Quadratmeter großes Außengelände, das einst als Friedhof diente, wird als naturnaher Lebensraum gepflegt. „Das Areal bietet zahlreichen Tieren wie Störchen, Schleiereulen, Turmfalken und Fledermäusen eine Heimat“, erklärt Mecke. Die biodivers gestaltete Gartenanlage ist insektenfreundlich und fügt sich harmonisch in das Konzept der Landesgartenschau ein.

Bereicherung für die Region

Die Partnerschaft kam durch die Vermittlung des Fördervereins der Landesgartenschau Bad Nenndorf zustande. Dessen Geschäftsführer Benjamin Lotz hebt die Bedeutung des Netzwerks hervor: „Hier zeigt sich, wie wertvoll der Austausch in alle Richtungen ist. Das Engagement des Fördervereins und der Ehrenamtlichen ist eine große Bereicherung für die Landesgartenschau und die gesamte Region.“

Ein Ort der Ruhe und Erholung

Unter dem Motto „Lebensraum Sigwardskirche“ entsteht eine besondere Verbindung zur LaGa 2026. Besuchende der Gartenschau erhalten die Möglichkeit, die historische Kirche und ihre naturnahe Umgebung zu erleben. „Wir freuen uns sehr, das Angebot für unsere Gäste mit der Sigwardskirche zu erweitern“, sagt Lotz. „Es ist ein einzigartiger Ort, an dem Menschen und Natur zur Ruhe kommen und vom Alltag abschalten können.“

Die Landesgartenschau 2026 findet vom 29. April bis zum 18. Oktober in Bad Nenndorf statt.

 

Die Kirche bleibt im Dorf


Ja, ich brauche Kirchengebäude für meinen Glauben. Sie sind heilige Räume, wo ich mit anderen zusammen Glauben erleben und feiern kann. Im sonntäglichen Alltag, aber auch in fröhlichen und gerade in traurigen Momenten finde ich dort Ermutigung und Trost. Da tanken wir zusammen Kraft.

Natürlich habe ich auch schon außerhalb von Kirchengebäuden intensive Gottesdienste erlebt. Am Lagerfeuer haben Jugendliche mit mir berührende Andachten gefeiert. Auf Kirchwiesen, am See oder im Wald haben bunte Gemeinden fröhliche Gottesdienste gestaltet. Und an Betten haben Alte und Kranke zu Hause mit mir bewegend gebetet und gesungen. Das alles ist ziemlich evangelisch. Denn in unserer Kirche haben nicht nur Pastorinnen und Pastoren in ihren Kirchen die Aufgabe, Glauben zu verkündigen. Alle Getauften sind gefordert – und zwar egal wo.

Auch Bauleute haben gepredigt, als sie seit dem Mittelalter rund um Neustadt und Wunstorf Kirchen und Kapellen errichtet haben. Die sind für mich sichtbare Bekenntnisse des Glaubens: Mitten im Ort bezeugen sie den Glauben früherer Genrationen und laden uns zum Glauben ein. 

Darum ist die Aufgabe so groß, sie zu erhalten. Die Feststellung der Landeskirche, dass dies angesichts knapper Finanzen immer schwieriger wird, haben wir lange verdrängt. Das Bielefelder Restaurant, das in einer ehemaligen Kirche ist, und die leeren Flächen in Hannover, wo Kirchen abgerissen wurden, scheinen weit weg. Aber jetzt kann die Landeskirche nicht mehr so viele Baumittel verteilen wie bisher. Darum sollen wir unsere Kirchen und Kapellen in Kategorien von A bis C einteilen – ohne zu wissen, was das wirklich bedeutet. Im Kern geht es um die Bauzuschüsse.

Die ehrenamtlichen und beruflichen Bauexperten unseres Kirchenkreises haben dafür eine Diskussionsgrundlage entworfen. Besser beurteilen können das jedoch die Menschen vor Ort. Darum haben sich zum Beispiel im Neustädter Norden sowie im Wunstorfer Süden übergemeindliche Arbeitsgruppen gebildet, die bis Jahresende ihre vielen Sakralgebäuden einordnen wollen. 

Das ist eine hohe Verantwortung und der Prozess ist noch völlig offen. Gleichzeitig hoffen alle, die sakralen Gebäude erhalten zu können. Darum haben sie aktiv Nutzungskonzepte weiterentwickelt und ihre Kirchen noch mehr zu Orten der Begegnung gemacht: In manchen Kirchen sind längst Gemeinderäume und ein Büro. 

Von oben lassen wir uns hier dabei übrigens wenig sagen. Der Prozess ist noch ganz am Anfang und deshalb auch so spannend und kreativ, wenn alle mitreden müssen. Denn alle haben die Aufgabe und Verantwortung, mitzudenken und müssen zugleich den anderen im Blick haben – genau das ist nebenbei gesagt sehr evangelisch! 


Henning Lühr hat zu diesem Thema in der Sendung "Angedacht, die Kirche bei Meer-Radio" ein Interview mit Dr. Olaf Plümmer vom Ausschuss für Gebaudemanagment, Bau und Umwelt des Kirchenkreises geführt. 

Dr. Olaf Plümmer im Gespräch mit Henning Lühr

Großer Gospelgottesdienst zum Martin-Luther-King-Day

Vor 60 Jahren, im Dezember 1964, erhielt Martin Luther King den Friedensnobelpreis. 

Die Aktualität seiner Gedanken könnten kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Trump nicht wichtiger sein: Nicht die Lüge wird triumphieren, sondern die bedingungslose Liebe. Selbst wenn das Recht vorübergehend ausgesetzt scheint.

Am 26. Januar findet um 18:00 in der Stadtkirche der Gospelgottesdienst zum Martin-Luther-King-Day statt. Mit dabei: Der Gospelchor Kum Ba Yah unter der Leitung von Jürgen Homann. Traditionell gestalten die Christlichen Pfadfinder vom Stamm Martin Luther King diesen Gottesdienst mit Pastor Milkowski. Er dauert mit viel Musik, Video und Werkstattphase rund 75 Minuten. Thema ist diesmal die visionäre Rede Kings vor dem Nobelpreiskomitee aus dem Dezember 1964: Trotz aller Krisen und Ängsten werden die bedingungslose Liebe und die Wahrheit am Ende triumphieren.

„Lügen, Rechtsbrüche und Einschüchterungen waren 1964 an der Tagesordnung, um die Bürgerrechtsbewegung zu diskreditieren. Das Amerika von damals scheint sich überhaupt nicht von dem Amerika von heute zu unterscheiden“, begründet Pastor Milkowski die Wahl des Themas. Kings Botschaft aber war, dass Hass den Hass niemals vertreiben kann. Das könne nur die Liebe. Wer derzeit durch Nachrichten und sozialen Netzwerke scrollt, wird von Hassbotschaften und Fake News aber geradezu überrollt. King dagegen glaubte an die Macht der Wahrheit und der unverbrüchlichen Liebe.

Es geht im Gottesdienst um das Verhältnis zur Wahrheit im post-faktischen Zeitalter. 

„Was können wir heute von Martin Luther King lernen, wenn sich bei uns in der jüngeren Generation der Frust breit macht angesichts des Erfolges der Populisten und Lügner bis in die höchsten Staatsämter?“, fragt Florian Heil vom Stammesvorstand der Pfadfinder. Und: Woher nahm King seine Kraft und seine Hoffnung auf eine positive Zukunft? Diesen Fragen werden die Pfadfinder nachgehen. 
„Erschreckend ist, dass so wenige Menschen wach werden und dagegen aufstehen. Wir wissen aus unserer eigenen Geschichte: Das Lügen der Wenigen und das Schweigen der Mehrheit ist die Grundlage für jede Gewaltherrschaft", sagt Pastor Milkowski.

King blickte selbst in unsicheren Zeiten stets mutig in die Zukunft. Geradezu visionär sprach er davon, dass zwar das Recht vorübergehend unterliegen mag, am Ende aber immer über das Böse triumphiert. Selbst das, was Ich-zentrierte Menschen zerstören, würden auf den anderen Menschen ausgerichtete Personen wieder aufbauen. Als wenn Martin Luther King schon 1964 geahnt hätte, was auf die Welt mit der 47. amerikanischen Präsidentschaft unter Donald Trump zukommen könnte.

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