Das neue Jahr ist nun vier Tage alt. Wie war Ihr Silvestertag? Gab es einen kurzen Moment des Innehaltens? Was war, liegt hinter mir? Ich für mich muss sagen, das hatte Heilig Abend im Gottesdienst in Flensburg schon seinen Anfang genommen. Die Pastorin sprach von einem NEUANFANG. Mit Jesus. Er kommt ohne große Erwartungen an uns zu uns. Ein neues Jahr fängt meist mit großen Erwartungen an. Einige von uns nehmen sich vor, Dinge anders zu machen. Mutiger zu sein, gesünder zu leben. Mehr Gelassenheit, weniger Stress. Doch schon nach kurzer Zeit merken viele: Ein echter Neuanfang ist schwieriger als gedacht. Gewohnheiten bleiben, Sorgen auch. Krisen prägen den Alltag vieler Menschen. Kriege, politische Spannungen, Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheit lassen die Zukunft fragil erscheinen. Alte Gewissheiten tragen nicht mehr, Vertrauen geht verloren, der Blick nach vorn fällt schwer.
In diese Erfahrung hinein spricht die Jahreslosung 2026: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ (Offbg. 21,5) Gott sagt nicht: Du musst alles neu machen. Oder streng dich mehr an. Sondern: ICH mache es!
Der Satz fällt nicht in eine heile Welt. Die Worte stammen aus einer Zeit der Unsicherheit, Angst und Verfolgung. „Alles neu“ heißt nicht, dass Krisen verschwinden, Verletzungen ungeschehen sind, oder Ihre Geschichte ausgelöscht wird. Ihre Brüche, Ihr Scheitern, Ihre Zweifel – sie werden nicht ignoriert. Aber sie bekommen eine neue Bedeutung. Vielleicht beginnt dieses „NEU“ ganz leise: ein neuer Blick auf uns selbst. Hoffnung, wo Sie schon aufgegeben hatten oder der Mut, trotz Angst weiterzugehen. Gott sagt: „Siehe!“ Schau hin, auch wenn du es noch nicht vollständig sehen kannst. Das Neue ist schon unterwegs.
Die Jahreslosung 2026 richtet den Blick nach vorne, ohne die Realität auszublenden. Sie macht Mut, dem Alten nicht das Feld zu überlassen und dem Neuen zu trauen. Denn wo Gott am Werk ist, bleibt Zukunft möglich. Ich wünsche Ihnen ein gelingendes neues Jahr.