Lisa will tanzen lernen. Immer wieder schielt sie zum Tanzlehrer, der mit forscher Stimme den Takt vorgibt. Doch es will nicht gelingen, auch wenn ihr Tanzpartner mit viel Geduld immer wieder neu ansetzt, um mit ihr in einen Rhythmus zu finden. Sie spürt, wie ihre Hand in der Hand ihres Partners krampft und wie ihre Füße unbeholfen über das Paket stolpern. Sie fühlt sich verloren zwischen der forschen Stimme des Lehrers, den zweifelnden Blicken der anderen Paare und dem drängenden Rhythmus der Musik. Wer sich verkrampft, kann nicht tanzen. Es braucht Entspannung und Vertrauen. Die Musik fließt durch den Körper und trägt den Rhythmus des Tanzpaares. Wenn Gott mit uns reden will, ist es, als würde er uns zum Tanz auffordern. Den ersten Schritt macht Gott auf uns zu. Er öffnet seine Armen, damit wir sie vertrauensvoll ergreifen und den Blick auf ihn richten und nicht zweifelnd auf unsere Füße schauen. Gott macht den ersten Schritt auf uns zu und wir sind aufgefordert unser Herz zu öffnen und uns auf Gott einzulassen, um mit ihm in den Rhythmus seiner Geschichte zu finden. Im Hebräerbrief steht: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ Das ist leichter gesagt als getan. So laut und schnell ist unsere Welt geworden. Viele Antworten auf große Fragen. Welcher Antwort soll ich eigentlich Glauben schenken? Worauf lege ich mein Vertrauen? Beim Tanzen lernen muss ich Ruhe finden, um Vertrauen zu fassen. Dann lege ich meinen Blick in die Augen meines Partners und lasse die forsche Stimme des Tanzlehrers und die zweifelnden Blicke der anderen in den Hintergrund treten. Ich lege mein Vertrauen auf Gott und seinen Geist. Denn Gott ist wie ein liebevoller Tanzpartner für mein Leben. Ich kann mich immer wieder neu von ihm auf die Tanzfläche des Glaubens und des Lebens führen lassen. Dann höre ich seine Stimme und finde hinein in den Rhythmus und in die Melodie seiner Liebe und seines Geistes.
Pastorin Birgit Lang