„Hosianna!“ rufen die Menschen und breiten ihre Kleider auf der Straße aus. Sie schwingen Palmzweige und Jubeln. „Hosianna!“ - „Hilf doch!“ Ein Jubel- und ein Hilferuf zugleich. Morgen ist Palmsonntag, Christ*innen feiern an dem Tag den Einzug von Jesus nach Jerusalem. Die Szene berührt uns, vielleicht weil sie aktueller denn je und der heutigen Zeit überraschend ähnlich ist. Wir hören im Radio von Krisen, lesen in der Zeitung von Kriegen, scrollen bei Social Media und vergleichen uns oder machen uns selbst Sorgen, haben Angst vor der Zukunft. Kurz gesagt: Weltschmerz.
Damals bei Jesu Einzug nach Jerusalem, wie heute in der Gesellschaft, mischt sich in den Jubel eine Sehnsucht und damit eine Hoffnung. Eine Sehnsucht, eine Hoffnung auf Frieden. Die Menschen warteten auf jemanden der hilft, sie hofften auf einen König. Jesus kam. Vermutlich nicht so wie erwartet, sondern auf einem Esel, ganz bescheiden und leise, so wie schon bei seiner Geburt.
Und die Botschaft? Veränderung kann im Kleinen beginnen, im ganz Leisen, ja sogar im Stillen. Es geht um Mut, um das mutig aufeinander zuzugehen.
In meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hilft es oft einfach nur die Bereitschaft zu zeigen, zuzuhören. Da zu sein, wo vielleicht gerade niemand anderes ist. Sodass mein Gegenüber nicht allein ist. Ein kleines Zeichen von Menschsein im Alltäglichen. Nicht „Alles wird schon.“, sondern „Ich fühle das auch.“ und „Du bist nicht allein!“.
Mali Kuhlmann, Diakonin und Sozialarbeiterin (i.A) in Wunstorf