Er ist da. Und er hat seinen Platz eingenommen.
Mit einem festlichen, zugleich persönlichen Gottesdienst begann der Dienst von Pastor Bernhard Julius in der Liebfrauengemeinde Neustadt. Der Kirchenvorstand stand sichtbar an seiner Seite, Superintendent Rainer Müller-Jödicke führte ihn offiziell ein. Was diesen Nachmittag prägte, war kein großes Pathos, sondern gegenseitiger Respekt – und die spürbare Bereitschaft, gemeinsam neu zu starten.
Nach fast siebzehn Jahren in Melle und mehreren Jahrzehnten im Pfarrdienst schlägt der 61-Jährige nun ein neues Kapitel auf. Abschied und Aufbruch gehören für ihn zusammen. „Ein Stück Leben, das tiefe Spuren hinterlässt“, sagt er rückblickend. Dankbarkeit für das Gewachsene verbindet sich mit dem Mut, noch einmal neu anzufangen.
Gemeindearbeit heißt für ihn Beziehung. Menschen begleiten. Mit ihnen feiern und trauern. Glauben teilen. Kirche versteht er als offenen Raum – nicht als Institution hinter Mauern, sondern als Ort, an dem Begegnung möglich wird. Seelsorge geschieht für ihn nicht nur am Schreibtisch, sondern im Gehen, im Gespräch am Wegesrand, mitten im Alltag.
Unterschiede sichtbar werden. Seine Erfahrungen aus verschiedenen Stationen und Kontexten prägen seine Haltung. Entscheidend sei jedoch das Hier und Jetzt: gemeinsam wahrnehmen, gemeinsam gestalten.
So beginnt sein Dienst in Neustadt: mit Haltung statt Überschrift, mit Beziehung statt Programm.
Auch musikalisch zeigte sich an diesem Tag, was Liebfrauen ausmacht. Der Gospelchor „New City Voices“ setzte kraftvolle Akzente, der Posaunenchor brachte klangliche Weite in den Raum. Unterstützung gab es auch von der Alten Musik.
Beim Gottesdienststanden so unterschiedliche Stile nicht nebeneinander – sie wirkten zusammen. Ganz deutlich zeigte auch dies die Vielfalt des Gemeindelebens an Liebfrauen.
Darauf reflektierte auch der „neue“ Pastor. In seiner Predigt sprach Julius über unterschiedliche Lebenswelten und darüber, wie Kirche verbindet,
Große Programme für die nahe Zukunft kündigte Julius nicht an. Erst einmal will der Geistliche zuhören. Menschen kennenlernen. Die Gemeinde verstehen, bevor er Akzente setzt. Kirche soll ein Ort bleiben, an dem Menschen sich gesehen fühlen – offen, beweglich und nah am Leben. Dieser Ansatz zeigte sich deutlich auch beim Empfang im Gemeindehaus. Grußworte, Gemeinsamkeit und gute Gespräche brachte die Menschen zusammen und bot einen guten Rahmen auch für einen ersten persönlichen Kontakt mit Bernhard Julius.