Wunder gibt es immer wieder … - 18.5.19

Den Titel eines Liedes werden viele vielleicht kennen, den weiteren Text vielleicht nur wenige. Ist Ihnen schon mal ein Wunder wiederfahren? So viele wie den Titel kennen, kennen bestimmt auch das Wunder von Bern und verbinden damit etwas. Wirtschaftswunderland Deutschland, Fußballwunder, Wunderglaube, wunderschön, wundervoll. In unserer Sprache kommen Wun-der oft vor, aber glauben sie an Wunder? 51% der Deutschen tun das, so konnte man vergangenes Jahr in einer Umfrage nachlesen.

Aber, was ist denn ein Wunder? Die Schönheit der Natur und, dass es unsere Erde immer noch gibt, sagen manche. Andere sagen: Das es in den uns bekannten Galaxien nur bei uns auf der Erde hochentwickeltes Leben gibt. Wieder andere sagen: manche Heilungen sind ein Wunder, selbst die Ärzte hatten mich schon aufgegeben. In der Tat: „Wunder gibt es immer wieder. Heute oder morgen können sie geschehen.“ Werden wir die Wunder wahr-nehmen? Vielleicht gehören sie aber ja auch zu den 49%, die nicht wissen, ob sie an Wunder glauben sollen oder die sagen: „Ich glaube nur, was bewiesen werden kann.“ Wäre ein Wunder, noch ein Wunder, wenn man es sezierte? Von überall betrachtete und erklären könnte? Wahrscheinlich schon, nur weni-ger faszinierend unter Umständen oder auch weniger „Wunder“-schön.

Die Bibel erzählt sehr viele Wunder. Neben denen, von der Heilung von Men-schen kommen ganz andere vor. Das größte unter allen scheint mir immer noch dies: Menschen können einander verstehen oder nicht verstehen – ganz unabhängig davon, ob sie dieselbe Sprache sprechen oder nicht. Menschen können einander verstehen, weil die Chemie stimmt, sie einander riechen kön-nen oder sich sympathisch sind.

Was tun, wenn wir Dinge nicht erklären können, aber doch anderen davon erzählen möchten? Was ist eine Sprache, eine Möglichkeit, sich anderen unabhängig von Sprache mitzuteilen? Viele sagen: Die Musik ist eine univer-selle Sprache, selbst, wenn ich eine Musik nicht mag, kann ich erkennen, ob sie Angst, Verzweiflung, Größe, Schönes, Böses als Gefühl transportiert. Jeder Krimi, jeder Thriller, jede Liebesgeschichte im Film lebt davon, dass das funktioniert.

„Singt dem HERRN ein neues Lied; denn er tut Wunder.“ – Kantate, Singt! So heißt der kommende Sonntag. Wenn ihr nicht erzählen könnt, was Euch bewegt, fasst es in Musik, teilt es aber auf jeden Fall anderen mit: Gott tut Wunder. Früher hat er sie getan und heute tut er sie immer noch. Es wird nicht aufhören. Also seid fröhlich und singt von Eurem Glauben, von den Wundern, die ihr erlebt, vom Wunder des Lebens, des Überlebens, des unauslöschlichen Lebens. „Wunder gibt es immer wieder. Heute oder morgen können sie geschehen. Wunder gibt es immer wieder. Wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehen.“ Einen wunderbar gesegneten, zum Singen anregenden Sonntag wünsche ich.

Heinz Laukamp, Diakon in Idensen