Tatendrang?! - 14.7.18

Es ist nachweislich Sommer geworden. Die lange recht warme Periode lässt den Menschen antriebsloser und entspannter werden. Bei Temperaturen von 25 oder 30 Grad ist es leichter, das leben zu genießen und die Arbeit an sich vorbeiziehen zu lassen. Es gibt jedoch auch einen ganzjährigen Grund, sich von Aufgaben zu distanzieren: Die Angst vor dem Fehler. „Wer Angst hat, etwas falsch zu machen, macht nichts. Und damit den größten Fehler“, so hörte ich es am vergangenen Wochenende. Wohl wahr. Die Scheu davor, eine unbekannte Aufgabe zu übernehmen, verhindert jede Lernkurve, sie verhindert die persönliche Entwicklung. Aber es ist praktisch, weil alles so komfortabel ist. Es ist einfacher zu sagen: „Man müsste mal etwas tun“ als etwas zu tun. Geredet wird viel, gemacht wird wenig. Das ist schade.

Unsere Gesellschaft steht vor so vielen Herausforderungen, dass die einfache Beobachtung der Tagesschau schon fast schmerzhaft ist.  Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die anpacken, die einen Teil ihrer Zeit den Mitmenschen zu Verfügung stellen: Das Ehrenamt. Nicht als Funktion, sondern eher als eine Aufgabe, die man wegen der Sinnhaftigkeit tun und nicht weil es irgendwelche finanziellen Vorteile gibt. Einfach machen, auch auf die Gefahr hin, etwas falsch zu machen. Dafür wiegt die gute Absicht mehr: „Es heißt nicht, dass es besser wird, wenn es anders wird. Aber damit es besser wird, muss es anders werden.“ Das funktioniert nur durch Handeln.

In der Kirche gab es immer wieder Die Aktivitäten, die Worte mit den Werken zu verbinden, das Wort zu leben und auch die Veränderung zur Verbesserung zu schaffen. Auch in der Kirche – egal welcher Konfession gab und gibt einen Tatendrang. Es gibt in jeder Gemeinde einige Aktive, die die Veränderung gestalten wollen, die ohne Angst vor einem Rückschlag reden und das Gesprochene umsetzen. Geleitet von dem Motto aus dem Kolosserbrief: Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn gehört.

Jörg Mecke, Prädikant im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf