Die Seele brennt - 20.2.16

Wenn wir heute ganz ohne Bezug zu Gott oder Kirche davon sprechen, dass uns etwas „auf der Seele brennt“, dann möchten wir dieses unangenehm bedrängende Gefühl, das an unserem Innern nagt, nur zu gern wieder loswerden.

„Zu dir, HERR, trage ich, was mir auf der Seele brennt.“ (Psalm 25,1)

Hier wendet sich ein Mensch Gott zu und hält ihm hin, was gerade für ihn so sehr zermürbend ist. Er vertraut es Gott an und trägt es Gott vor.

Was er erhofft ist Linderung seines Schmerzes. Was genau sein Schmerz, sein Brennen ist, das erfahren wir nicht. Und eben dies macht die Worte auch heute noch so stark und so offen für eigene persönliche Erfahrung, die ein eben solches Gefühl hervorrufen kann, eine solches Verlangen nach Heilwerden erzeugen, ein solches Brennen auf der Seele.

 „Was mir auf der Seele brennt“ ist für uns heute oft das, was heraus muss, was in Worte gekleidet und gesagt werden muss. Gern wenden wir uns damit an die allerbesten Freunde, vielleicht auch an die Eltern, in der Hoffnung von ihnen immer noch am besten verstanden zu werden. Schön, wenn im Gespräch dann Klärung stattfindet, Trost erfahren wird und Verständnis.

Was aber, wenn unsagbar ist, was einen Menschen quält? Wenn wir uns nicht trauen zu sagen, was ist, weil es uns zu schlimm erscheint, weil es uns zu sehr beschämt und schier einem anderen nicht zumutbar ist? Müssen wir es dann mit uns allein ausmachen oder es einem Psychologen oder Pastor anvertrauen?

Dies wäre sicher eine Möglichkeit und die letzten beiden Varianten nicht die schlechtesten, um nicht darüber krank zu werden.

Wir dürfen aber auch Gott unmittelbar an seine Barmherzigkeit und Güte erinnern und auf sie vertrauen, wenn wir ihm sagen, was uns bedrückt. Der kommende Sonntag trägt den Namen „Reminiscere“ (Psalm 25,6) und da rufen wir zu Gott „Gedenke!“. Und wir können dabei auch an Jesus Christus denken, der uns diesen Frieden mit Gott gestiftet hat ein für alle Mal (Römer 5,1) und uns erinnern, dass sein Herz für uns brannte in Liebe.

Pn Anke Orths, Idensen