300 Jahre St. Thomaskirche. Grund zum Feiern

Fenster über der Kirchentür mit dem Wappen der ursprünglichen Patronatsfamilie von Campen 300 Jahre St. Thomaskirche. Grund zum Feiern für die Bürger von Neustadts größtem Dorf Bordenau. Das taten die Einwohner des Dorfes mit einem Kirchen- und Bürgerfest, an dem viele Vereine und Institutionen beteiligt waren unter dem Motto "Wir lassen die Kirche im Dorf".

Gott wohne nicht nur in Kirchen, ja manchmal eher "unter einem Strohdach ... oder in einem Saustall", zitierte Landesbischof Ralf Meister im Eröffnungsgottesdienst den Reformator Martin Luther. Aber wie beim menschlichen Pulsschlag, der an manchen Punkten des Körpers am ehesten zu spüren sei, könne man den Geist Gottes hier besonders gut ermessen.

(von links:) Freiherr Langwerth von Simmern, Superintendent Michael Hagen, Angelika Wiesel (Pastorin in Bordenau von 2002-2008), Landesbischof Meister, derzeitige Pastorin Kirsten Kuhlgatz, Bürgermeister Neustadts Uwe Sternbeck, Peter-Gottfried Schmidt (Pastor in Bordenau von 1978-2001) (Ingrid Fritzsche)In nur 8 Monaten wurde die St. Thomaskirche unter Einfügung von Teilen einer alten baufälligen und zu klein gewordenen Kapelle wieder aufgebaut. Der damalige Patron, Oberst Christian Wilhelm von Campen, gab dafür 800 Taler. Das war mehr als der Jahreshöchstverdienst eines Handwerksmeisters in der damaligen Zeit.

Eine Besonderheit des Gebäudes ist die Gruft der Patronatsfamilie; wegen der Überschwemmungsgefahr durch die Leine liegt der Chorraum der Kirche über der Begräbnisstätte 8 Stufen höher als der Gemeindeteil.

Landesbischof Meister predigt vom sonst selten genutzten Kanzelaltar der St. Thomaskirche (Ingrid Fritzsche)Der heutige Patron, Freiherr Georg Reinhard Langwerth von Simmern, war ebenfalls zum Fest gekommen, um der Gemeinde zu gratulieren; mit launigen Worten erzählte er von der Bedeutung der Kirche für seine Familie, die er zum Fest mitgebracht hatte.

Nach dem Gottesdienst wurde in der Kirche und im Gemeindegarten weiter gefeiert - mit Begegnung und Information, 2 Fotoausstellungen, Konzerten und einer Lesung, Essen und Trinken, Führungen durch die Kirche und einer Taizé-Andacht zum Schluss.