Am Sonntag beginnt die Adventszeit. Advent bedeutet: Wir stehen in Warteposition. Nicht im Sinne eines leeren Wartens wie in einer langen Schlange, sondern eher wie vor einem Startsignal. Etwas kommt auf uns zu. Etwas, das größer ist als unsere Planung und schneller als unser Kalender.
Warten fällt vielen von uns schwer. Wir sind es gewohnt, Dinge sofort zu bekommen – Nachrichten, Antworten, Ergebnisse. Aber die wichtigen Veränderungen im Leben haben keinen Expressmodus. Heilung braucht Zeit. Entscheidungen brauchen Reife. Hoffnung braucht Raum. Und manchmal fühlt sich diese Wartezeit wie ein Funkloch an: Wir senden alles, was wir haben – und bekommen erstmal nichts zurück.
Der Advent lädt uns ein, diese Warteposition anders zu betrachten. Nicht als Pause, sondern als Vorbereitung. Wenn Paulus schreibt: „Der Tag ist nahe“, dann erinnert er uns daran, dass Gottes Licht schon unterwegs ist, noch bevor wir es sehen. Warten bedeutet also nicht, dass nichts passiert. Warten heißt: Gott arbeitet im Verborgenen.
Vielleicht sind Sie gerade selbst in einer Wartephase – auf Klarheit, auf einen Neuanfang, auf ein Zeichen. Dann darf der Advent Ihnen sagen: Dein Warten ist nicht leer. Gott ist näher als du denkst. Sein Tag, sein Licht, seine Antwort – all das rückt bereits vor.
In der Warteposition passiert etwas in uns: Aufmerksamkeit wächst. Hoffnung richtet sich neu aus. Das Herz wird bereit. Und wenn der Moment kommt, werden wir merken, dass das Warten uns nicht geschwächt, sondern gestärkt hat. Advent ist die leise Erinnerung: Der Tag kommt. Und Sie sind nicht allein auf dem Weg dorthin.