Die Synode des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf hat nach intensiver Debatte mit breiter Mehrheit und ohne Gegenstimmen beschlossen, die formale Grundlage für offizielle Gespräche mit dem Ziel einer Fusion mit den Kirchenkreisen Nienburg, Stolzenau-Loccum und Grafschaft Schaumburg zu schaffen. Die Sitzung fand in der St. Johannes-Gemeinde in Wunstorf statt.
Der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf ist der erste der vier Beteiligten, dessen Synode diesen Schritt beschlossen hat. Die Beschlüsse der anderen Kirchenkreise stehen noch aus. Für den Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf soll mit Blick auf die Novembersynode ein tragfähiges Konzept für einen gemeinsamen Kirchenkreis unter dem Arbeitstitel „Leine-Mittelweser“ erarbeitet werden. Erst dann entscheiden die Synodalen über eine Fusion.
Bereits seit Jahren arbeiten die vier Kirchenkreise in verschiedenen Bereichen zusammen, unter anderem in der Verwaltung, in der Lebensberatung und im Fundraising. Zugleich bestehen unterschiedliche Finanz- und Satzungsregelungen. Der nun beginnende Prozess soll prüfen, wie Leitungsverantwortung künftig gebündelt und Entscheidungswege vereinfacht werden können.
Superintendent Rainer Müller-Jödicke betonte, die Initiative sei nicht aus einer akuten Notlage entstanden. Die Kirchenkreise seien personell und finanziell stabil aufgestellt. Ziel sei es, Strukturen so weiterzuentwickeln, dass kirchliche Arbeit in den Gemeinden langfristig handlungsfähig bleibe.
Der Beschluss fiel nach einer ausführlichen Aussprache. Synodale stellten Fragen zur regionalen Identität, zu möglichen Auswirkungen auf Stellen sowie zur Transparenz des weiteren Verfahrens. Am Ende stand dennoch eine klare Zustimmung, die offiziellen Gespräche zu beginnen.
In den kommenden Monaten sollen vor allem eine gemeinsame Hauptsatzung und eine einheitliche Finanzsatzung erarbeitet werden. Fachgremien aller beteiligten Kirchenkreise werden beteiligt, eine externe Moderation ist vorgesehen.
Neben der Fusionsdebatte befasste sich die Synode mit weiteren Themen. Vorgestellt wurde das Evangelische Geo-InformationsSystem (EGIS), mit dem kirchliche Gebäude und Flächen digital erfasst und vernetzt werden können. Zudem wurden neue Mitglieder verpflichtet, eine Änderung der Finanzsatzung beschlossen und Berichte aus Ausschüssen, Kirchenkreis und Landessynode entgegengenommen. Der Arbeits- und Gesundheitsschutzkreis wurde vorgestellt. Mit Leonard Smietana begrüßte die Synode außerdem einen neuen Hauptsachbearbeiter im Kirchenamt.
Fotos: Mirko Bartels