Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz in Bokeloh, Kolleginnen, Kollegen und Wegbegleiter verabschiedeten am Sonntag Pastorin Susanne von Stemm mit einem Gottesdienst, der bewusst persönlich angelegt war. Die scheidende Pastorin hatte ihn unter die Jahreslosung 2026 gestellt: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
In ihrer Predigt sprach Susanne von Stemm nicht einfach über Abschied. Sie erinnerte sich an ihre Anfangszeit in Bokeloh, sprach von Unsicherheiten zu Beginn und von konkreten Begegnungen mit Menschen, die ihre Zeit in der Gemeinde geprägt hatten. In ihrem Rückblick blieb von Stemm nah an der Gemeinde und am Alltag, der in Bokeloh immer auch vom Salzabbau unter Tage geprägt war. „Es brauchte mehrere besondere Schulungen, um mir die Unterschiede und Berufsbezeichnungen unter Tage nahe zu bringen“, erinnerte sie sich. Insgesamt wurde deutlich, wie wichtig ihr die Gemeinde war und wie viele gemeinsame Erfahrungen ihren Dienst geprägt haben.
Die musikalische Gestaltung trug ebenfalls zur besonderen Atmosphäre des Nachmittags bei. Der Projektchor aus Bokeloh übernahm den Chorgesang. Mehrere Solistinnen und Solisten wirkten mit Gesang, Geige und Horn mit. Die Musik war damit nicht nur Rahmenprogramm, sondern Teil des Abschieds.
In den Grußworten von Kolleginnen und Kollegen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Ehrenamt zog sich ein roter Faden durch alle Beiträge: Susanne von Stemm galt als Pastorin, die anpackte, Verantwortung übernahm und den Kontakt zu den Menschen suchte. „Es ist ein Abschied, der Lücken an vielen Stellen hinterlässt, denn du hast Arbeit nie gescheut“, sagte Claus-Carsten Möller, Pastor der Wunstorfer St.-Johannes-Gemeinde. Vom Kollegium kamen nicht nur warme Worte: Mit einem eigens vorbereiteten Lied verabschiedeten die Kolleginnen und Kollegen die geschätzte Pastorin. Der Kirchenvorstand überreichte Blumen. Alle wünschten ihr einen guten Neuanfang in ihrer neuen Gemeinde.
Superintendent Rainer Müller-Jödicke entpflichtete Susanne von Stemm gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Pastorin Christa Hafermann.
Nach dem Gottesdienst blieb die Gemeinde noch lange zusammen. Im Gemeinderaum nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden und für den Dienst an der Gemeinde zu danken. Für Susanne von Stemm bedeutete das viele Gespräche, ausgiebiges Händedrücken, zahlreiche Geschenke und manche kleine Träne.
Susanne von Stemm wird im Februar auf eine Pfarrstelle in Westen bei Dörverden wechseln und dort zusätzlich Aufgaben in der Seelsorge an der Aller-Weser-Klinik Verden übernehmen. Ab diesem Zeitpunkt wird Gudrun Gerloff-Kingreen die Vakanzvertretung in Bokeloh übernehmen.
