
Die biblische Losung für das Jahr 2026 ermutigt uns dazu, Veränderungen und Neuanfänge im eigenen Leben zu suchen und zu gestalten. Das kann bedeuten, alte Gewohnheiten abzulegen, neue Wege zu gehen oder Beziehungen zu erneuern.
Es ist heilsam für uns, wenn wir uns vorstellen: Ich bin nicht festgelegt durch die Fehler, die mir unterlaufen sind. Ich bin nicht festgelegt durch verpasste Chancen, durch falsche oder nicht getroffene Entscheidungen. Das Neue Jahr ist die Verheißung, dass ich mein Leben und die Aufgaben, die mich erwarten, auf neue Weise anpacken kann.
Das Neue hat immer eine eigene Faszination. Allerdings kann das Neue auch Angst machen. Wir sagen zwar: Neue Besen kehren gut. Aber manche Menschen wirbeln mit ihrem Kehren nur unnötigen Staub auf.
Gott hat mit der Geburt Jesu uns Menschen erneuert. Darum sollen wir uns überlegen, wie das Neue Jahr diese Erneuerung widerspiegelt. Es soll sich in einem neuen Verhalten ausdrücken, in einem neuen Blick auf mich und einem Blick, der anderen Neues zutraut. Und das Neue soll sich ausdrücken in einer neuen Sprache, die andere nicht festgelegt und bewertet, sondern die einen neuen Horizont eröffnet, die aufrichtet und erneuert.
Eine besondere Aufgabe im Neuen Jahr liegt für uns darin, dass wir uns dem allgemeinen Schlechtreden entgegenstellen. Es ist nicht wahr, dass den Menschen ihre Umwelt egal ist. Es ist nicht wahr, dass sie der Demokratie überdrüssig sind. Lassen wir uns das nicht einreden! Verhindern wir vielmehr, dass solche Einredungen unwidersprochen wiederholt werden können und damit Lösungen verhindert und unseren Kindern die Zukunft geraubt wird.
Wünschen wir einander vielmehr ein gesegnetes Neues Jahr! Dass wir im Vertrauen auf das innere Neuwerden durch Gott Wege finden, die anstehenden Aufgaben anzugehen. Dass wir dieses Leben zum Wohl aller neu in die Hand nehmen. Und dass wir immer wieder Beziehungen eine Chance geben. Das Neue Jahr kann sich nicht abnutzen, wenn wir dem Leben trauen, das Gott in uns eingepflanzt hat.
Die Jahreslosung erinnert an die Hoffnung auf eine umfassende Erneuerung der Welt, in der Gottes Gerechtigkeit und Frieden herrschen werden.
Tilman Kingreen, Pastor in Hannover und Wunstorf