Vertrauen ist besser - 13.5.17

Stefan KrügerLautet das Sprichwort nicht „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?“ Den gewohnten Wortlaut des von Erwachsenen abgenutzten und von Jugendlichen wohl kaum geliebten Spruchs, kann man einfach ändern und so vielleicht für eine alternative Alltags-Haltung sorgen. Wenn wir doch einfach „nur“ die Einstellung vertreten würden, dass das Vertrauen bei jungen Menschen und auch in den Beziehungen zwischen Erwachsenen eine wichtigere Rolle spielt als die gegenseitige Kontrolle. Vertrauen ist besser!

Menschliches Miteinander beruht auf Vertrauen. Das fängt in der Familie an, setzt sich unter Freunden, Nachbarn und Bekannten fort und endet beim Zusammenleben in Stadt und Land. Ohne Vertrauen ist kein Miteinander möglich. Und je mehr Misstrauen unseren Alltag bestimmt, umso mehr wird Vertrauen zum gefragten und kostbaren Gut.

Dem Arzt Vertrauen schenken, dass er die richtige Diagnose stellt, den Rettungskräften vertrauen, wenn sie helfen wollen, den Polizisten vertrauen, wenn sie schützen wollen. Der Lehrerin das Kind anvertrauen, der Nachbarin den Schlüssel zur Wohnung.

Einfach so, ohne Kontrolle. Das ist zu schwierig? Sie haben zu viel Enttäuschung erlebt?

Frère Roger, Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, schrieb einmal: „Das Vertrauen ist der Anfang aller Dinge.“  Seien Sie also mutig und wagen Sie wieder einmal Vertrauen. So kann manche Beziehung wieder neu begonnen werden.

Jesus hat schon zu seinen Lebzeiten auf Erden neues Leben in die Beziehungen von Menschen gebracht. Sein bevorzugtes Mittel dafür war das Vertrauen, das er Gott und Menschen entgegenbrachte. „Glaube“ sagte er zu dem Kranken, „und du wirst leben.“ Zu Petrus sagt er nur “Komm“ und solange Petrus vertraute, ging er nicht unter. Sein Zweifel ließ ihn erst die vielen Wellen im Leben sehen, der Sturm der Entrüstung über naives Gottvertrauen im Ohr, verstellte ihm den Blick auf Jesus. Und er wird doch gerettet, weil Jesus ihn sieht, ihm nahe ist.  Glauben heißt Vertrauen und bedeutet, dem Guten eine Chance zu geben.

Schenken Sie den Menschen in Ihrer Umgebung, so weit möglich, Vertrauen. Schütteln Sie Hände, üben Sie Gastfreundschaft. Suchen Sie das offene Gespräch, hören Sie zu. Machen Sie deutlich, dass Ihr Gegenüber Ihnen vertrauen kann, zeigen Sie so, dass echte Gemeinschaft gelingen kann. Vertrauen ist besser- für uns alle.

Von Diakon Stefan Krüger, Wunstorf