Urlaubsfotos - 28.7.18

Ping! – eine Nachricht auf dem Smartphone. Freunde schicken mir ein Foto von ihrem Urlaub auf Kreta, eine traumhafte Unterwasserwelt ist zu sehen. Ich tippe eine kurze Antwort: „Das sieht ja toll aus, viel Spaß und einen schönen Urlaub.“ Dann lege ich das Handy an die Seite und mache mich wieder an die Arbeit.

Ping! – „Wir sind gut angekommen und es ist einfach herrlich hier“ – Ein Foto von den Alpen, etwas verwackelt, aber die gute Absicht ist erkennbar und die hoch in den blauen Himmel ragenden Berge ebenfalls. Wieder tippe ich eine kurze Antwort: „Genießt euren Urlaub.“

Ich sitze am Schreibtisch und sehe mir die Liste der Aufgaben an, die heute noch abgearbeitet werden muss. Mein Urlaub kommt erst in drei Wochen, wenn ich solche Bilder sehe dürfte er gern auch drei Wochen früher anfangen. Ich lehne mich kurz zurück – ja ich arbeitete gern, die Arbeit macht mir Spaß, aber zu sehen, dass andere im Urlaub waren und entspannen, motiviert mich gerade nicht wirklich für die anstehende Aufgaben. Ich wäre auch gern in den Bergen, auf dem Gipfel und würde nach einer anstrengenden Wanderung die Aussicht über das Tal genießen oder am Mittelmeer, bei einem Glas Wein der Sonne zusehen wie sie im Meer versinkt.

Aber da war ich leider nicht. Ich sitze im Büro, der Alltag hat mich noch im Griff, die Tage sind anders getaktet, als im Urlaub. Da stört so viel Entspannung der Anderen ein wenig. Doch - ich gönne ihnen von Herzen den Urlaub, die Zeit der Erholung und des Seele baumeln lassens. Aber ich bin noch in einem anderen Modus. Es gibt eben Zeiten zum Arbeiten und Zeiten zum Ausspannen. Jegliches hat seine Zeit.  Und das ist gut so. Also setze ich mich wieder an meine Arbeit, in dem Wissen, dass es wieder eine Zeit zur Entspannung geben wird, lasse ich mich nicht von den Urlaubsfotos ablenken. Begleitet von dem Wissen: Meine Zeit steht in Gottes Händen.

Vikarin Ann-Karin Wehling, Wunstorf