Strandgut – 10.9.16

Das tut gut. Wir stehen am Strand. Endlose Weite. Unglaubliche Ruhe. Wohlige Wärme. Unvorstellbar Zeit. Der Strand tut gut.

Mein Auge sieht bis zum Horizont nur Wasser und Himmel. In der Luft tummeln sich lachende Möwen. Über mir türmen sich friedliche Wolken. Einige Schiffe gleiten bewegungslos ihrem Ziel entgegen. Das sich wellende Meer wirft immer wieder Schaumkronen auf. Diese Weite erfüllt mich mit Ruhe.

Meine Ohren hören nur das Klatschen der Brandung am Strand. Die kleinen sich überschlagenden Wellen sagen das beruhigende Getöse nur voraus. Eben hat der Wind noch in meinen Ohren gepfiffen und meine Kleidung zerwühlt. Nun spüre ich keinen Hauch mehr. In dieser Ruhe bin ich geborgen.

Mein Gefühl sagt mir, ich stehe schon Stunden an der Küste im Sand. Nahezu verwachsen bin ich mit der Umgebung. Mein Handy hat mich nicht aus der Ruhe bringen können. Ich hab’s vorausschauend in der Wohnung liegen lassen. Viele werden versucht haben, mich zu erreichen. Mit so viel Zeit bin zufrieden.

Meine Haut nimmt dankbar die wärmenden Sonnenstrahlen auf. Das Licht der Sonne hüllt mich ein. Meine Augen blinzeln. Gerne würde ich sie schließen, doch etwas zwingt die Szenerie zu beobachten. In dieser Wärme fühle ich mich unsagbar stark.

Die Sinne führen mich unweigerlich zu der Großartigkeit der Schöpfung. Diese Welt ist ein Geschenk. Ein Geschenk Gottes. Doch sie fühlt sich nicht immer als Geschenk an. Es gibt die täglichen Alltagserwartungen. Im Alltag ist die Weite, die Ruhe, die Zeit und die Wärme oft unbemerkbar entrückt. Der vorherrschende Druck des Lebens ist sicherlich häufig kein Geschenk. Allerdings - unser Glaube kann unseren Alltag (und nicht nur den) zu einem Urlaub wandeln.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre, hoffentlich ähnlich guten Urlaubserinnerungen Ihren Alltag beruhigen und ich wünsche, dass Ihr Glaube Ihnen Kraft für etwaige Alltagsschwierigkeiten gibt.

Dr. Gunner Linde-Göers, Stifts-Kirchengemeinde Wunstorf