Qualifizierte Erntehelfer gesucht - 6.10.18

Unzählige Generationen vor uns! Menschen haben mit ihren zupackenden Händen und ihren ideenreichen Köpfen daran gearbeitet, den Früchten des Feldes gerecht zu werden. Dadurch wurden sie satt und konnten leben. Das Korn auf dem Feld bildete die größte Herausforderung. Wie kann dieses Geschenk des Himmels zur täglichen Nahrung werden? Als ein Nadelöhr vor dem Gelingen dieser Aufgabe stand das Dreschen, das Brot-fähig-machen der Ernte. Was wurde dazu benötigt? Schon die Bibel beschreibt das Werkzeug. Eine Tenne gehört dazu. Ein fester Platz, auf dem das Korn durch das Bearbeiten mit den Dreschflegeln von der Spreu getrennt wird. Möglichst gehört ein kräftiger Wind dazu, der die Spreu gleich nach außerhalb des Dorfes befördert, wo sie gut aufgehoben ist. Dazu braucht man die Wurfschaufel, um das Durcheinander von Spreu und Weizen in die Luft zu werfen, solange, bis der Wind seine Arbeit getan hat. Spreu und Weizen muss man trennen. Denn von der Spreu wird niemand satt. Zum Dreschen und Trennen brauchte man auf der Tenne zupackende Mitmenschen, die ihr Handwerk verstehen. Benötigt werden qualifizierte Erntehelfer. Und damit sie ihre Werkzeuge handhaben, braucht es einen entschiedenen Willen. Die Menschen waren von dem Willen getrieben, gemeinschaftlich leben zu wollen. An diesen Dreiklang des Lebens erinnert das jährliche Erntefest, das die Kirchen an diesem Wochenende feiern. Wir alle besitzen Gaben. Wir bringen sie ein. So können wir gemeinschaftlich leben. Es gibt den gemeinsamen Willen zu leben. Doch nicht alles dient dem Leben. Wir müssen zu unterscheiden lernen. Spreu oder Weizen! Beides geht nicht. Spreu steht für eine leere Hülle. Für Form ohne Lebensinhalt, für eine Konvention, die ihren Sinn verloren hat, für eine Vergangenheitsorientierung ohne Zukunftsvision. Das Korn dagegen steht für Leben und Substanz, Vitalität und Kraft, für die Herausforderung, aus allem im Leben etwas zu machen, Neues zu schaffen. Von Jesus heißt es: „Er hat die Wurfschaufel in der Hand. Er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.“(Matthäus 3,12) Er steht mit der Wurfschaufel in der Hand. Nicht mit Krone auf dem Haupt und dem Zepter in der Hand. Kein Gestus des Rechthabens oder der Überlegenheit. Jesus arbeitet. Er ist der Erste unter den Erntehelfern. Er arbeitet sich durch unser Spreu und Korn, unsere Torheit und Klugheit hindurch. Er will, dass die Liebe mehr und unsere Bosheit weniger wird. Dazu rüttelt und schüttelt er uns. Alles, was wir mit Liebe tun, sammelt er wie in eine Scheune. Davon werden wir geistlich satt. Alles andere jedoch, wo bei uns berechnende Missgunst im Spiel ist, wiegt vor ihm leicht, ist wie Spreu. Der Wind fegt es dahin. Davon lasst ab!

Pastor Tilman Kingreen