Laufsaison - 30.3.19

Nun will ich wieder raus und laufen- heute ganz bestimmt. Ich will am Nordsee-Lauf teilnehmen, der vom Dienst „Kirche im Tourismus“ mit organisiert wird. Ich freue mich schon auf die Andacht auf der Fähre nach Norderney oder am Strand vor dem Lauf. Aber heute fehlt meine Motivation. Das ist schlecht. So werde ich wieder eine Phase im Lauf erleben, in denen die Kräfte schwinden. Die Abschnitte, in denen ich kämpfen muss um den Anschluss zu halten. Bei jeder Strecke kommt der Durchhänger an einer anderen Stelle. Meistens dann, wenn man schon einiges hinter sich hat und das Ziel immer noch weit weg ist. Bei den 5000m ist es vielleicht der vierte Kilometer, in den ein Durchhänger fällt und ich weiß, jetzt entscheidet es sich, ob ich eine gute Zeit laufe. Es gehen einem Gedanken durch den Kopf: Kann ich dranbleiben? Soll ich zurückstecken? Und manchmal passiert es in dieser Phase der äußersten Belastung und Anstrengung, dass es besser läuft, dass es einfach rollt. Der Organismus passt sich an die starke Belastung an, er mobilisiert alle Kräfte, man denkt: das Training hat sich doch gelohnt.   Die Marathonläufer nennen dies einen zweiten Wind.

Mir fällt ein Satz aus der Bibel ein, den viele KonfirmandInnen auswählen: „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie gehen und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31)

Im Leben sind Durststrecken normal. Da gibt es keinen, der nicht irgendwann einen Durchhänger hat. Bei niemandem läuft alles glatt. Da gibt es Schwierigkeiten in der Familie, Probleme mit dem Chef bei der Arbeit oder in der Schule. Oder es kommt härter: ich falle durch eine Prüfung oder bekomme einen Job nicht.

Beim Laufen hilft es mir, mich an jemanden dran zu hängen, der oder die einen durch die Durststrecken hindurchzieht.  Auch außerhalb der Lauftstrecke brauche ich einen, der mir beisteht. Einen, der auf der Durststrecke am Weg steht, mich anfeuert, einen Becher Wasser reicht und mir neue Kraft gibt, genau so kommt Gott zu uns und macht uns das Angebot seiner Begleitung.

Ziehen Sie nun gerne ihre Laufsachen an und nehmen den Gedanken mit auf den Weg.

Diakon Stefan Krüger