Erntedank mit Kühen - 13.10.18

Das Wetter lässt den Herbst angenehm erscheinen. Bäume, die einen Teil ihres Laubes in der Trockenheit verloren haben, lassen weiter Blätter fallen. Die Sonne bestrahlt letzte Blüten in den Gärten. Die Zeit der Erntefeste ist auf ihrem Höhepunkt angelangt.

In vielen Kirchengemeinden fand am letzten Sonntag der Gottesdienst zum Erntedank statt. In Schneeren wurde dieser Gottesdienst draußen in einem halboffenen Stall gefeiert, dort, wo sonst Maschinen stehen. Ein großer Strohballen diente als Ernte-Altar, unmittelbar dahinter waren Kühe untergebracht. Sie verfolgten den Gottesdienst auf ihre Weise, neugierig, ruhig und zufrieden.  Und draußen schien warm die Sonne.

Erntedank einmal anders. Dabei ist gerade in diesem Sommer klar sichtbar geworden, dass Erträge in der Landwirtschaft nicht planbar sind wie in der Industrie. Die Abhängigkeit vom Wetter ist erheblich. In diesem Jahr sind die Erträge deutlich niedriger ausgefallen, aber abhängig von der Bodenqualität. Es gibt Gebiete in Norddeutschland, in denen sich die Dürre noch stärker ausgewirkt hat als rund um das Steinhuder Meer. In anderen Gegenden hat es im September kräftig geregnet, es ist noch möglich, weiteres Winterfutter zu gewinnen. Wohl sind Wetterbedingungen grundsätzlich ein betriebswirtschaftliches Risiko, aber eine solch lange Trockenheit war bisher nicht zu erwarten.

Klar, unsere Erträge und Erfolge sind nicht nur Folge unserer Bemühungen. Gesundheit und Leistungskraft sind nicht selbstverständlich. Wir haben Grund, Gott zu danken. Aber was haben wir davon?

Eigentlich nichts. Allerdings: das Danken bringt uns Gott in den Blick. Durch seine Gaben hindurch schauen wir auf Gott, der fern ist und doch nahe. Der sich uns Menschen zuwendet.

Erntedank geht es ums Danken, es geht um noch mehr, um Gott.

Darum: „Dankt dem Herrn, denn er ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf.“ (Psalm 106,1; Gute Nachricht)

Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren