Ein Lob auf die Ja-Sager - 7.4.18

Jetzt sagen sie wieder Ja. Die jungen Leute, die sich auf ihre Konfirmation vorbereitet haben. Ich bewundere sie oft.

Sie nehmen Kirche ernst. Mehr als das viele Erwachsene tun. Sie haben sich mindestens ein Jahr lang mit Glaubensfragen beschäftigt. Sie sind meistens pünktlich beim Konfirmandenunterricht gewesen. Sie sind mit der Kirchengemeinde weggefahren. Sie haben Gottesdienste besucht und womöglich sogar selber welche gestaltet. Sie haben in der Gemeinde mitgeholfen.

Nun lassen sie sich konfirmieren. Sie sagen Ja zu ihrer Taufe – und gern auch Ja zur Kirche, wenn diese ihnen nicht blöd gekommen ist.

Hier und da werden Jugendliche auch aus der Kirche hinauskonfirmiert. Da, wo sie immer als Störung und nicht als Bereicherung betrachtet wurden. Da, wo man ihnen keine Träne nachweint. Da wollen sie nicht bleiben. Dazu sagt niemand Ja.

Eigentlich komisch. Bei der Konfirmation werden die Jugendlichen besonders gesegnet. Segnen heißt in den alten Sprachen der Kirche – in Hebräisch, Griechisch und Latein – so was wie „Gutes sagen“ oder „loben“.

Wenn ab morgen in den Gemeinden Konfirmationen gefeiert werden, dann wünsche ich den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass sie dort gelobt werden. Das ist gar nicht so schwer. Auch wenn sie manchmal laut sind oder frech oder unkonzentriert, eigentlich sind Jugendliche leicht zu loben. Alle! Die können was, die wollen was, die haben uns was zu geben: Lebensfreude, Power, Witz und Glauben. Dafür seien sie gelobt, wenn sie morgen oder an einem der nächsten Sonntage „Ja“ sagen. Dann werden sie spüren, dass sie gesegnet sind.

Loben Sie die Konfis! Und wenn es in Ihrer Nähe gerade keine Jugendlichen gibt, die konfirmiert werden? Weil die Jugendlichen gerade nicht im richtigen Alter sind. Oder katholisch. Oder muslimisch. Oder ohne Religion.

Macht nichts. Loben Sie auch diese Jugendlichen. Das kann nicht schaden. Vergessen Sie nicht: Ein Lob legt Segen auf einen Menschen. Wer könnte das nicht gut gebrauchen?

Andreas Behr, Dozent für Konfirmandenarbeit am RPI Loccum