Das kleine Surinam und die große Welt oder sind wir nicht alle ein bisschen moksi? - 24.2.17

Surinam, dieses kleinste Land Südamerikas mit 550.000 Einwohnern und etwa doppelt so groß wie Österreich - ist das Land des diesjährigen Weltgebetstages.

Mit 7 Frauen stellen sie uns ihr Land vor. Da begegnen wir Willemien. Ihre niederländischen Vorfahren haben das Land als Kolonie stark geprägt und ihren protestantischen Glauben mitgebracht. Erst 1975 ist Surinam unabhängig geworden. Bis heute leben viele der Ureinwohner wie Alima im unzugänglichen Regenwald mit seiner großartigen Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Wenn sie mehr als 6 Jahre zur Schule gehen wollen, müssen sie aus ihren Dörfer in die weit entfernte Hauptstadt Paramaribo ziehen. Viele Afrikaner sind als Sklaven nach Surinam gebracht worden. Manche haben nach der Flucht von den Plantagen – auch mit Hilfe der Ureinwohner im Regenwald überlebt – Muyinga steht für diese Menschen, die viele afrikanische Traditionen bewahrt haben. Der größere Teil gehört zu den sogenannten Kreolen wie Carolina mit einem europäischen Vater und einer afrikanischen Mutter. Sie erinnern an die Geschichte der Unterdrückung. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1863 sind Vertragsarbeiter aus Britisch-Indien angeworben worden. Shanti gehört zu dieser Bevölkerungsgruppe, die ihre Religion, den Hinduismus, mitgebracht haben. Etwa 15 % der heutigen Bevölkerung hat ihre Wurzeln wie Kartini in Java - z.T. gehören sie dem Islam an. Viele der Menschen wie Mei Ling mit chinesischen Vorfahren arbeiten im Handel und in der Gastronomie. Der schmale Küstenstreifen, in dem sie leben, ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht.

Auf surinamisch gibt es den Begriff: moksi, der bei der Vorbereitung für den Weltgebetstag in Deutschland zu einem Schlüsselwort geworden ist. Einerseits bezeichnet er so etwas wie Mischmasch und steht für das bunte Gemisch von vielen Volksgruppen aus vier Kontinenten, die seit Jahrhunderten zusammenleben. Moksi heißt andererseits aber auch gemeinsam, also Hindus und Muslime, Katholiken/-innen und Lutheraner/-innen, Herrenhuter und Reformierte. In Surinam leben sie friedlich miteinander.

Ich finde, es lohnt sich, für dieses Land und mit ihren Frauen gemeinsam zu beten – für eine wunderbare Schöpfung, die es zu erhalten gilt. Es lohnt sich aber auch, von diesem Land für unser Zusammenleben in Deutschland zu lernen, denn wir werden immer mehr „moksi“.

Seien sie herzlich eingeladen zu den Gottesdiensten zum Weltgebetstag, zum Beispiel bei uns in Kolenfeld am Freitag, 2.3.2018 um 19 Uhr mit unserer Weltgebetstags-Combo.

Ihre Christa Hafermann, Pastorin aus Kolenfeld.