Ankommen! - 22.12.18

Ankommen. Mit dem Zug. Dem Auto. Vor allem mit unseren Worten! Zum Ankommen gehört, dass wir uns zeigen. Wir müssen etwas von uns sichtbar machen. Und schon fragen wir uns: Wie stehe ich in den Augen der anderen da? Kann ich vor ihnen bestehen? Manchmal trauen wir uns zaghaft wie ein Schäfchen aus unserem Stall. Doch beim ersten Schrecken ziehen wir uns schnell wieder zurück. Und manchmal sind wir stur wie Ochs und Esel, brüllen laut, dass alle es hören. Ob Schaf, Ochse oder Esel – im letzten wollen wir vor uns selbst bestehen. Kann ich dem eigenen kritischen Blick standhalten? Genüge ich?

Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort menschlich werden lassen. Dieses Wort kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ein Kind schafft Fakten. Gott ist angekommen. Er selbst ist in dieser Welt. Sein Wort lautet: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch!

Nun kommt es auf unsere Worte wird an. Auch sie erzählen die Geschichte von einem Kind, das einmal geboren wurde. Selbst wenn wir schon lange durch diese Welt gehen, so werden wir an diesen Ursprung erinnert: Du wurdest geboren. Du bist ein Gewinn für diese Welt. Das sollst du leben. Gerade in der digitalen Welt steigt Erwartung alles von sich zu zeigen. Lasst uns doch unser menschliches Gesicht zeigen.       

 Und mit ihr steigt die Angst. Die erste Kerze im Advent bringt uns auf den Weg, zuerst uns und unsere innere Welt behutsam auszuleuchten. Was ich denke, was ich fühle und alles, was ich bislang erfahren habe, dies alles ist bedeutsam und will betrachtet werden. Denn es erzählt eine Geschichte. Es ist die Geschichte von einem Kind, das einmal geboren wurde. Und auch wenn wir schon lange durch diese Welt gehen, so werden wir doch an diesen Ursprung wieder zurückgebunden: Du wurdest geboren. Darum ist es gut, dass Du da bist. Du bist ein Gewinn für diese Welt. Das mach sichtbar. Was wir sind und was wir haben darf vermehrt werden. Es trägt Frucht. Wir brauchen nichts zurückhalten. Weil unser Leben ein Ziel hat. „Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Wir werden aufgerichtet. Darauf ist Advent ausgerichtet, uns aufzurichten. Wir werden mit Würde angesehen. Darum zieht Gott im Bild eines König bei uns ein. Er will bei uns ankommen. Gott kommt es darauf an, bei uns anzukommen. Damit unser Leben ein Ziel hat und wir bei uns ankommen. Wer die Ankunft eines solchen Königs glaubt, der kommt bei sich an. Amen

Tilman Kingreen, Pastor in Wunstorf und Hannover