Adventszeit - Erwartungszeit - 14.12.19

Liebe Lesende,

jetzt sind wir mitten drin in der Adventszeit. Und ich  habe wie jedes Jahr das Gefühl, dass wieder ein Jahr ganz schön schnell zu Ende gegangen ist. In meiner Kindheitserinnerung fühlte sich die Zeit von Weihnachtsfest zu Weihnachtsfest unendlich lang an. Heute mischt sich in die Freude über die Adventszeit und das bevorstehende Weihnachtsfest das Gefühl, schon wieder einen riesengroßen Schritt durch die Zeit getan zu haben.  Denn es sind gerade diese besonders geprägten Zeiten, die auch unsere persönliche Lebenszeit gestalten. Die Adventszeit nimmt dabei einen ganz besonderen Stellenwert ein. Adventszeit – das ist Wartezeit, besser gesagt „Erwartungszeit“. Wir erwarten keinen Geringeren als unseren Herrn selbst. Gott kommt in die Welt, um die Begegnung mit uns zu suchen. „Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ (Jesaja 40,3.10) Der Wochenspruch für die dritte Adventswoche macht es ganz deutlich. Gott bewegt sich auf uns zu. Und wir sollen seine Wegbereiter sein. Wie das aussehen kann? Steine wegräumen – zwischen mir und Gott, zwischen mir und dem anderen. Adventszeit ist Bewegungszeit. Zeit, in der sich etwas bewegt zwischen Gott und Mensch, aber auch zwischen uns Menschen. Wir spüren diese Bewegung: im Nachdenken darüber, womit wir andere erfreuen können. Im merkwürdigen Freundlicher – und Milderwerden der Menschen. Im finanziellen Engagement vieler für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sicher, manchmal wird uns die Bewegung auch zu viel. Da klagt mancher über den aufreibenden Vorweihnachtstrubel, über die Hektik und Ruhelosigkeit der Menschen. Da müssen wir sehen, dass wir das Wichtige nicht übersehen: „Der Herr kommt gewaltig“ - Er kommt nicht irgendwie, nicht irgendwo hin, er kommt zu mir, zu jedem einzelnen von uns.  Trauen wir ihm das wirklich zu, dass er kommt? Dass er ausgerechnet zu mir kommt, in mein Leben, in meinen Alltag? Ich wünsche Ihnen eine Adventszeit, die von der Vorfreude auf das Kommen Gottes in diese Welt lebt. Eine Adventszeit, in der Sie etwas weitergeben können von dieser Freude und in der Sie selbst auf Menschen treffen, die Ihnen von dieser Freude erzählen und Sie daran teilhaben lassen. Vielleicht und gerade dann, wenn Sie sich fragen, was das Kommen Gottes mit Ihrem Leben zu tun hat. Es ist Advent – schon wieder. Gott sei Dank!

Ihre

Nikola Lenke, Schulpastorin am Hölty-Gymnasium Wunstorf