„Und dann… -23.11.19

... muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen."

So lautet ein Zitat von Astrid Lindgren.

Der November ist bunt. Jedenfalls für mich. Der Herbst ist für mich einfach die schönste Jahreszeit. Das fängt mit den Blättern in allen Farben an. Alle Farben, nur eben mal nicht grün. Und dann das schöne schräge Licht, wenn die Sonne scheint. Manchmal kommt Nebel dazu. Das sind ganz besonders schöne Momente.

Ja, der November kann auch grau sein und ungemütlich, aber wenn genau dann wieder die Sonne hervorschaut, diese Momente sind ganz besonders. Diese Momente, wo ich diese Farbenpracht ansehe. Da bleibe ich oft stehen und bestaune Gottes wunderbare Schöpfung. Und genau deshalb sind diese Momente besonders, weil ich eben stehenbleibe.

Gerade jetzt. Ab Montag geht ja schon der Adventstrubel los. Viele haben das Gefühl, noch bis Weihnachten viel schaffen zu müssen. Bis dahin oder spätestens zum Jahresende wollen wir noch viele Dinge tun und Sachen erledigen. Ich muss noch dies, ich muss noch das, da kommt einiges an gefühlten Pflichten zusammen.

Da hilft es nicht, schneller zu werden, sondern eher den Alltag zu bremsen. Jetzt fällt mir dazu die Jahreslosung ein: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“ Wie passend, denn ich verstehe das auch so: Suche den inneren Frieden und nimm dir dafür Zeit.

Einfach langsamer machen, besser noch stehenbleiben, anhalten. Unwichtiges weglassen. Neues zulassen. Altes Loslassen. Vielleicht spazieren gehen. Oder einfach mal einen Moment innehalten: am Fenster, beim ersten Schluck Kaffee am Morgen, im Büro oder an der Werkbank und zu denken: „Jetzt und hier ist es schön.“ Und vielleicht auch: „Danke, lieber Gott!“

Der November ist schön, ich lasse mich da nicht beirren. Eine gute Zeit, anzuhalten. Und wenn Sie jetzt vor einer To-Do-Liste sitzen, was die nächsten Wochen noch erledigt werden muss und fragen: So viel zu tun und ich soll jetzt anhalten? Ja, nur für einen Moment. Das reicht schon.

Karin Puy, Lektorin der Kirchengemeinde Luthe