
Jugendbegegnung führt nach Wunstorf, Neustadt, Hermannsburg und an weitere Lernorte nicht nur in der Region
Im Juni bekommt der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf Besuch aus Brasilien. Junge Menschen aus der brasilianischen Partnerregion reisen nach Deutschland und nehmen an dem Projekt „Convivência – Miteinander leben, voneinander lernen“ teil. Zwischen Mittwoch, 3. Juni, und Dienstag, 23. Juni, stehen Begegnungen mit Gastfamilien, Schülerinnen und Schülern, kirchlichen Gruppen und Einrichtungen im Kirchenkreis auf dem Programm. Dazu kommen Fahrten nach Hermannsburg, Hannover, Hamburg, Bergen-Belsen, Bremerhaven und zu weiteren Lernorten in der Region.
Die ersten drei Gäste kommen bereits Mittwoch, 3. Juni, am Flughafen Hannover an. Am Abend ist eine Begrüßung in der Kneipenkirche der Corvinusgemeinde geplant. Nach ersten Begegnungen im Kirchenkreis fahren die Gäste von Freitag, 5. Juni, bis Mittwoch, 10. Juni, nach Hermannsburg. Dort nehmen sie an der internationalen Jugendbegegnung „True Self(ie)“ teil. Direkt im Anschluss beginnt der Schulaustausch mit der Evangelischen IGS Wunstorf. Ab Donnerstag, 11. Juni kommen weitere brasilianische Schülerinnen und Schüler dazu.
Alltag ist Teil des Programms
Ein wichtiger Teil des Besuchs findet in den Gastfamilien statt. Dort erleben die brasilianischen Gäste, wie Familien in Wunstorf und Umgebung leben, essen, planen, diskutieren und ihren Alltag organisieren. Genau darum geht es bei einer Jugendbegegnung: nicht nur Sehenswürdigkeiten zeigen, sondern Menschen miteinander ins Gespräch bringen.
Am Freitag, 12. Juni, sollen die neuen Gäste in der Evangelischen IGS begrüßt werden. Auch Superintendent Rainer Müller-Jödicke wird an mehreren Programmpunkten teilnehmen. Für denselben Tag sind außerdem ein Empfang durch Bürgermeister Piellusch, eine Stadtführung durch Wunstorf und ein Besuch der Kinderkathedrale in der Stiftskirche geplant.
Danach folgt ein Wochenende in den Familien. Für die Jugendlichen ist das kein Nebenteil, sondern einer der wichtigsten Punkte des Austausches. Partnerschaft entsteht oft nicht bei offiziellen Terminen, sondern beim Frühstück, auf dem Weg zur Schule, beim gemeinsamen Einkaufen oder beim Grillabend.
Globale Fragen werden konkret
Das Programm verbindet persönliche Begegnungen mit Themen, die Brasilien und Deutschland unmittelbar berühren. Dazu werden sehr gezielte Exkursionen unternommen zu den Themen: Gerechtigkeit, Teilhabe und globales Miteinander: Den Auftakt stellt ein Empfang durch Hannover 96 am Montag, 15. Juni dar: Vereinspräsident Sebastian Kramer wird persönlich die inklusive Arbeit des Vereins vorstellen. Am Mittwoch, 17. Juni, fährt die Gruppe zur Gedenkstätte Bergen-Belsen. Am Nachmittag ist ein Besuch beim NABU Wedemark im Resser Moor vorgesehen. Am Donnerstag, 18. Juni, geht es nach Hamburg. Dort steht ein Thema im Mittelpunkt, das beide Länder direkt miteinander verbindet: globale Lieferketten.
Gemeinsam mit Vertretenden der Organisation Brot für die Welt soll es um Lebensmittel, Agrarrohstoffe und die Frage gehen, welche Folgen unser Konsum für Menschen und Natur in anderen Teilen der Welt hat. Soja, Palmöl, Weizen, Kaffee und Kakao sollen dabei etwa Themen sein. Am Freitag, 19. Juni, besucht die Gruppe einen Bio-Bauernhof in Kolenfeld. Dort ist ein Workshop zum Globalen Lernen geplant. Auch ein gemeinsames Essen gehört zum Programm.
Zum Abschluss ist für Sonntag, 21. Juni, ein gemeinsamer Abend geplant. Am Montag, 22. Juni, fahren die brasilianischen Gäste noch nach Bremerhaven. Dort sollen das Klimahaus und das Auswanderermuseum besucht werden. Die Rückreise beginnt am Dienstag, 23. Juni, über Hannover und Frankfurt nach Brasilien.
Einige Details des Programms werden derzeit noch abgestimmt. Klar ist aber schon jetzt: Der Besuch soll keine reine Rundreise werden. Er soll junge Menschen zusammenbringen, Alltag teilen und zeigen, wie lebendig internationale Partnerschaft werden kann, wenn sie nicht nur auf dem Papier steht.