
Leitungen aus elf Kindertagesstätten im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf haben in Loccum über religiöse Bildung gearbeitet
Was macht eine evangelische Kindertagesstätte evangelisch? Diese Frage haben die Leitungen und stellvertretenden Leitungen der elf Kindertagesstätten im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf drei Tage lang in Loccum bearbeitet. Gemeinsam mit Referentin Ina Seidensticker vom Diakonischen Werk Hannover schauten sie auf religiöse Bildung im Kita-Alltag, auf ihre eigene Arbeit und auf das Profil ihrer Einrichtungen.
Schnell wurde klar: Evangelisch ist nicht nur ein Wort im Namen. Es zeigt sich darin, wie Erwachsene Kindern begegnen. Es zeigt sich in Ritualen, in Geschichten, in Gesprächen, im Umgang mit Fehlern und in der Art, wie eine Kita Gemeinschaft lebt.
Die Teilnehmenden sammelten, was in ihren Häusern längst geschieht. Sie erzählten von Kindern, die große Fragen stellen. Von Morgenkreisen, Gebeten, Festen im Kirchenjahr und biblischen Geschichten. Von Gesprächen über Abschied, Streit, Angst, Freude und Hoffnung. Und von Momenten, in denen Kinder spüren: Ich bin wichtig. Ich gehöre dazu.
„Unser evangelisches Profil ist vor allem eins: nah am Menschen“, hieß es von den Teilnehmenden. Die Kitas sehen Kinder als wunderbare Wesen und Geschöpfe Gottes. Sie trauen ihnen Freiheit zu. Sie geben ihnen Verantwortung. Sie lassen Fehler zu. Und sie halten daran fest, dass kein Kind seinen Wert erst herstellen muss.

Religiöse Bildung läuft dabei nicht nebenher und auch nicht als Sonderprogramm. Sie wächst mitten aus dem Alltag. Wenn Kinder fragen, warum Menschen sterben. Wenn sie wissen wollen, wo Gott ist. Wenn sie erleben, dass Streit nicht das letzte Wort haben muss. Wenn sie lernen, dass Scheitern, Hoffnung und Versöhnung zusammengehören.
Referentin Ina Seidensticker half den Leitungen und Stellvertretungen, diesen Schatz bewusster wahrzunehmen. Für einige Teilnehmende wurde das zu einem Aha-Erlebnis. Sie stellten in den Gesprächen fest, wie viel religiöse Bildung sie in ihren Kitas bereits leben und weitergeben. „Das tun wir oft selbstverständlich und manchmal fast nebenbei“, sagte eine der Teilnehmerinnen. Wirksam und sichtbar sei es aber dennoch.
Am Ende stand deshalb nicht nur ein fachliches Ergebnis. Es entstand auch ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit. „Ich merke wieder: Hier bin ich genau richtig“, sagte eine Kita-Leitung in der Abschlussrunde.
Die drei Tage in Loccum haben gezeigt: Evangelische Kitas brauchen kein großes Etikett. Sie brauchen Menschen, die Kinder ernst nehmen, ihnen etwas zutrauen und ihnen zeigen, dass sie gehalten sind. Genau darin liegt ihr Profil.