Neustadt. Segen zugesprochen bekommen, ihn mitnehmen und selbst weitergeben: Dieses Motiv zog sich durch die Einsegnung von Merit Breier zur Diakonin im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf. Die 25-Jährige arbeitet seit Anfang März als Diakonin für junge Erwachsene im Kirchenkreis.
Die Einsegnung nahm Superintendent Rainer Müller-Jödicke in Stellvertretung für die Regionalbischöfin vor, deren Stelle derzeit vakant ist. Zur Einsegnung gehörten auch persönliche Segensworte von Menschen, die Merit Breier auf ihrem bisherigen Weg begleitet haben. Ihre Mutter Janet Breier, Diakon Ulf Elmhorst von der Evangelischen Jugend sowie drei Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus ihrem Studium legten ihr die Hände auf und sprachen ihr jeweils einen Segen zu. Anschließend sprach Müller-Jödicke ihr den Segen für ihren Dienst als Diakonin zu.
Für Diakon Ulf Elmhorst hatte dieser Moment eine besondere Bedeutung. Breier war bereits als Jugendliche in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Elmhorst war es, der sie damals auf die Idee brachte, selbst Diakonin zu werden. Dass er ihr nun einen persönlichen Segen zusprach, schloss damit einen Kreis der vor vielen Jahren begonnen hat.
Auch Pastor Christian Steinmeier aus Mandelsloh wirkte im Gottesdienst mit und sprach zu Merit Breier und der Gemeinde.
Eine besonders persönliche Note erhielt der Gottesdienst durch vier Segensstationen. An ihnen konnten die Besuchenden den Gedanken des Segens auf unterschiedliche Weise unmittelbar erleben. An einer Fotobox konnten die Besucherinnen und Besucher Erinnerungsbilder aufnehmen, ausdrucken und gemeinsam mit einem Segen in ein Fotoalbum einkleben oder sich an einer weiteren Station mit einem Kreuz auf der Hand oder auf der Stirn persönlich segnen lassen.
Weitere Angebote griffen den Gedanken des Gebens und Nehmens auf: Segen empfangen, weitergeben und sich fragen, wo man selbst für andere zum Segen werden kann. Damit blieb der Segen nicht auf den liturgischen Moment der Einsegnung beschränkt, sondern wurde zu etwas, an dem die ganze Gemeinde teilhaben konnte.
Merit Breier arbeitet im Kirchenkreis besonders mit jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren – einer Lebensphase, in der klassische Angebote der kirchlichen Jugendarbeit oft nicht mehr passen und neue Formen von Gemeinschaft, Glauben und Kirche gefragt sind. Dabei will sie nicht fertige Programme für junge Erwachsene anbieten, sondern gemeinsam mit ihnen entwickeln, was sie brauchen und was Kirche für sie sein kann.
Breier wuchs in Neustadt auf und studierte Soziale Arbeit und Religionspädagogik. Nach ihrem Anerkennungsjahr in der Gesamtkirchengemeinde Linden-Limmer führte ihr beruflicher Weg zurück in den Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf – nun als Diakonin mit einem Arbeitsfeld, das im Kirchenkreis bewusst neu in den Blick genommen wird.
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