Kann man dies so absolut als Überschrift einer Andacht setzen? Im Wochenvers für die neue Woche formuliert der Prophet Micha genau so: „ Der Herr hat dich wissen lassen, Mensch, was gut und richtig ist und was er von dir erwartet: Halte das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott“ . So steht es im Buch Micha, 6, 8 nach der Übersetzung der Gute Nachricht Bibel.
Diese Botschaft Gottes gibt der Prophet Micha vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund vor 2600 Jahren in Israel an die Menschen weiter. Es gab Ausbeutung und Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit und Korruption. Micha gilt als der Sozialreformer unter den Propheten, der sehr deutlich die Missstände seiner Zeit ansprach und Gottes Willen nach Gerechtigkeit hervorhob.
Micha warf den Menschen vor, dass sie bewusst die Regeln, die Gott ihnen für ein gelingendes Zusammenleben gegeben hatte, übertreten.
Wenn es heißt: „Halte Recht“ – dann bedeutet das für unsere heutige Zeit z.B. dass in einer Steuererklärung nicht willentlich etwas falsch eingetragen wird, um einen finanziellen Vorteil zu haben.
„Sei menschlich zu deinen Mitmenschen“ : In den sozialen Netzwerken geht es sehr oft unmenschlich zu. Da gibt es Beschimpfungen und Verleumdungen übelster Art. Aber auch am Arbeitsplatz oder in der Schule kann es unmenschlich zugehen mit Intrigen und Mobbing.
Als Letztes steht in dem Vers: „Und lebe stets in Verbindung mit deinem Gott“. Das meint: Offen sein für Gottes Wort, in Verbindung mit ihm sein z.B. im Lesen der Bibel, im Gebet , beim Besuch eines Gottesdienstes.
Aber: Wir scheitern immer wieder daran, diese Aufforderungen aus dem Bibelvers einzuhalten. Der Prophet Micha hat zu seiner Zeit die Menschen angesprochen, die bewusst und willentlich Gottes Gebote übertreten haben. Gott weiß, dass wir immer wieder falsch handeln, etwas tun, was uns von Gott trennt- die Bibel nennt es sündigen. Gott weiß das und so steht es im 1. Johannesbrief, 1, 8 und 9: Wenn wir behaupten, sündlos zu sein, betrügen wir uns selbst. Dann lebt die Wahrheit nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen. Das gilt!
Wilfried Dreyer, Prädikant Dedensen-Gümmer