
Nachruf auf Superintendent i. R. Hans-Dietrich Tjarks
Der Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf trauert um Superintendent i. R. Hans-Dietrich Tjarks. Er wurde am 22. Juli 1939 in Zinten im ostpreußischen Kreis Heiligenbeil geboren und ist am 23. Juni 2026 in Neustadt am Rübenberge im Alter von 86 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.
Hans-Dietrich Tjarks war vom 16. August 1981 bis zum 31. August 2001 Superintendent in Neustadt am Rübenberge und Inhaber der ersten Pfarrstelle der Liebfrauengemeinde in Neustadt. Über zwei Jahrzehnte hat er den damaligen Kirchenkreis Neustadt geleitet und geprägt. Als Pastor und leitender Superintendent trug er Verantwortung für die Gemeinden, die Pastorinnen und Pastoren und die kirchliche Arbeit in der Region. Er verband kirchliche Leitung mit theologischer Klarheit, Verlässlichkeit und einem weiten Blick für die Zukunft der Kirche.
Sein Wirken blieb nicht auf Leitung und Verwaltung beschränkt. Hans-Dietrich Tjarks war in der Gemeindearbeit präsent und den Menschen vor Ort zugewandt. Besonders deutlich wurde dies auch im Jahr 1983, als er während einer Vakanz die interimistische Leitung der Johannesgemeinde in Neustadt übernahm, bevor dort 1984 neue Pastoren eingeführt wurden. Darin zeigte sich sein Verständnis von kirchlicher Verantwortung: Leitung geschieht nicht aus der Distanz, sondern im konkreten Leben der Gemeinden.
Hans-Dietrich Tjarks dachte Kirche über den eigenen Kirchturm hinaus. Er trieb regionale Kooperationen voran und brachte die Fusion der Kirchenkreise Neustadt und Wunstorf mit auf den Weg. Damit wirkte er an einer Struktur mit, die den kirchlichen Auftrag in der Region langfristig stärken sollte. Auch die internationale Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises bleibt eng mit seinem Namen verbunden. Er betreute und förderte Partnerschaftsprojekte, unter anderem mit Kirchengemeinden in Brasilien. Dass diese Partnerschaft bis heute lebendig ist, gehört zu den bleibenden Spuren seines Wirkens.
Auch in der kirchlichen Bildungsarbeit setzte er Akzente. Neben seinem pfarramtlichen und leitenden Dienst setzte er sich intensiv mit kirchlicher Jugendarbeit auseinander. In Veröffentlichungen wie „Partizipation als didaktisches Prinzip in Seminaren der außerschulischen Jugendbildung“ beschäftigte er sich mit Beteiligung, Mitgestaltung und Verantwortung junger Menschen. Diese Themen prägten auch sein kirchliches Denken: Kirche verstand er nicht nur als Institution, sondern als lebendige Gemeinschaft, in der Menschen gehört, beteiligt und ernst genommen werden.
Seine biblischen Reisen bleiben vielen in Erinnerung. Sie verbanden Orte, Geschichte und Glaubenserfahrungen. Hans-Dietrich Tjarks reiste gern und öffnete anderen auf diesen Wegen neue Zugänge zur Welt der Bibel. Noch im Januar war er mit seiner Familie auf Malta unterwegs.
Hans-Dietrich Tjarks hinterlässt eine Lücke. Zugleich bleibt vieles von dem, was er angestoßen, begleitet und ermöglicht hat. Wir sind dankbar für seinen langen Dienst, für seine geistliche Haltung und für das, was er den Menschen und der Kirche in dieser Region mitgegeben hat.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die um ihn trauern.
Wir vertrauen Hans-Dietrich Tjarks der Liebe Gottes an.