Konfis und junge Ehrenamtliche treffen Neustadts Bürgermeisterkandidaten
Wie sieht Neustadt in zehn Jahren aus? Was fehlt jungen Menschen in der Stadt? Und welches Lied gehört eigentlich auf die persönliche Wahlkampf-Playlist? Eine gute Stunde lang haben Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie junge Ehrenamtliche der Evangelischen Jugend die Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten in Neustadt kennengelernt – und dabei wenig Scheu vor der Politik gezeigt.
Zu der Begegnung hatten gemeinsam die Evangelischen Jugend und der Kirchenkreisdiakonie eingeladen. Entwickelt und vorbereitet hatten das Format Janet Breier von der Diakonie, Merit Breier, Diakonin für junge Erwachsene, zwei junge Ehrenamtliche sowie Diakon Ulf Elmhorst von der Evangelischen Jugend. Die Moderation an diesem Nachmittag übernahmen Janet und Merit Breier.
Los ging es um 16.30 Uhr mit einer ungewöhnlichen Vorstellungsrunde. Neben Name, Partei, Alter und Beruf waren auch persönliche Antworten gefragt. Welches Kinderbuch ist in Erinnerung geblieben? Welcher Song passt zum Wahlkampf? Und was würde auf einer riesigen Werbetafel am Times Square stehen, wenn dort nur eine einzige Botschaft Platz hätte? Eine Minute Zeit hatten die Kandidatinnen und Kandidaten bei der ersten Vorstellungsrunde vor den rund 70 Jugendlichen. Beim nächsten Punkt, dem sogenannten Eckenkennenlernen, blieb es sportlich: Sieben Ecken, sieben Fragen und wieder nur eine Minute Zeit bei den jeweiligen Gruppen, bevor ein beherzter Schlag auf eine Klangschale das Zeichen zum Weiterziehen gab.
„Uns war wichtig, keinen klassischen politischen Frage-Antwort-Abend zu veranstalten“, sagt Janet Breier. „Die jungen Menschen sollten mit den Kandidatinnen und Kandidaten wirklich ins Gespräch kommen können – und genau das ist bereits in der ersten Runde passiert.“
Im anschließenden World Café wurde an verschiedenen Tischen über Neustadt gesprochen. Die Themen reichten von Ehrenamt und Wahlbeteiligung über Klimaschutz bis zur Frage, wie die Stadt in zehn Jahren aussehen könnte. Die Gespräche waren angeregt – und die Jugendlichen keineswegs zurückhaltend. Zur Sprache kamen beispielsweise die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt, die schwierige Situation beim öffentlichen Nahverkehr und teilweise wenig ansprechende Bedingungen an den Schulen. Eine Lösung für den Klimawandel fanden Jugendliche und Bürgermeisterkandidaten an diesem Nachmittag allerdings auch nicht.
„Man merkt schnell, dass Jugendliche sehr konkrete Vorstellungen davon haben, was in ihrer Stadt gut läuft und was nicht“, sagt Ulf Elmhorst. „Man muss ihnen nur den Raum geben, ihre Fragen und ihre Sicht der Dinge einzubringen.“
Auch Superintendent Rainer Müller-Jödicke war als Gast dabei und beteiligte sich an einem der Tische am World Café. Zum Abschluss fassten die Kandidatinnen und Kandidaten zusammen, was sie aus ihren jeweiligen Gesprächsgruppen mitnahmen.
Sechs der sieben Bewerberinnen und Bewerber um das Bürgermeisteramt nahmen an der Veranstaltung teil; Lisa Behme war nicht dabei. Viel Zeit blieb an diesem Nachmittag ohnehin nicht: Nach gut einer Stunde ging es für die Kandidatinnen und Kandidaten direkt weiter zur Sitzung des Neustädter Rates.
Was blieb, waren viele Gespräche – und die Erfahrung, dass zwischen jungen Menschen und Kommunalpolitik deutlich weniger Abstand liegen muss, als man vielleicht vermuten könnte.
Info:
Die Bürgermeisterkandidaten
Sieben Bewerberinnen und Bewerber treten bei der Bürgermeisterwahl in Neustadt am Rübenberge an: Rebecca Schamber (SPD), Silvia Luft (CDU), Elisabeth Knelangen (parteilos, unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen), Benjamin Graen (FDP), Lisa Behme (Die Linke), Birgit Nowack (dieBasis) und Thomas Iseke (parteilos).
An der Begegnung mit den Jugendlichen nahmen sechs von ihnen teil. Lisa Behme war nicht dabei. Die Bürgermeisterwahl findet am 13. September 2026 statt.