Karfreitag um 15 Uhr: In der Liebfrauenkirche Neustadt steht eine Stunde bevor, die Musik und Stille eng zusammenführt. Die Stadtkantorei gestaltet am Freitag, 3. April, die „Musik zur Sterbestunde Jesu“ mit Werken von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy.
Der Nachmittag folgt dem Leidensweg Jesu in einzelnen musikalischen Stationen. Im Mittelpunkt steht Mendelssohns Motette „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ für Solisten und achtstimmigen Chor. Am Ende steht mit Bachs „Mein teurer Heiland“ aus der Johannespassion ein Werk, das Trost gegen die Dunkelheit setzt.
Seit Januar probt die Stadtkantorei unter der Leitung von Jan Katzschke für dieses Programm. Mit dabei sind außerdem zwei erfahrene Musiker aus Hannover: Michael Jäckel, Bariton, und Verena Spies am Barockcello. Sie ergänzen das Chorkonzert mit weiteren Bach-Werken, darunter Lieder aus „Schemellis Gesangbuch“ und zwei Sätze aus der Suite für Violoncello solo Nr. 5 c-Moll.
Pastor Bernhard Julius spricht an mehreren Stellen kurze Textbetrachtungen. Dadurch entsteht kein Konzert im üblichen Sinn, sondern eine musikalisch-geistliche Stunde, die den Charakter des Karfreitags ernst nimmt.
„Karfreitag braucht keine großen Gesten. Diese Musik trägt die Wucht und die Trostlosigkeit dieses Tages in sich – und sie hält zugleich die Hoffnung offen“, sagt Kirchenmusiker Jan Katzschke.
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang bittet die Gemeinde um Spenden für die Kosten der Aufführung.