In der letzten Woche brach ich auf, um im Sauerland Wanderexerzitien zu machen. Das ist für mich eine gute Kombination, um Anregungen für meinen Glaubensweg zu bekommen und körperlich in Bewegung zu sein. Ich bin im Gästehaus des Klosters Königsmünster in Meschede untergebracht, dort haben zwei Benediktiner die Exerzitien begleitet: Bruder Anno hat passende Touren angeleitet und Pater Maurus verband die Wege mit Texten aus Bibel und Literatur und mit Gottesdiensten. Erholung und Herausforderung zugleich! Ich empfinde solche Tage als großes Geschenk, da „die Seele Zeit hat mitzukommen“ - wie ich gerne sage. Der Wald, die Wiesen und Felder, die plätschernden Quellen und Bäche, die Blumen und Kräuter am Wegesrand sind mir Begleitung unterwegs. Weil es so wunderbar duftet, fällt mir dazu sofort das Fest Maria Himmelfahrt ein. Besonders in katholischen Gegenden wie dem Sauerland spielt es eine Rolle. Jedes Jahr am 15. August wird mit dem Festtag daran erinnert, dass Maria von Gott in den Himmel aufgenommen wurde. Sie hat eine besondere Stellung im Heilsplan Gottes: Durch ihre Zusage und ihr Vertrauen kommt Gottes Sohn Jesus in die Welt.
In der Bibel lesen wir tatsächlich an keiner Stelle von einer Aufnahme Mariens in den Himmel. Es gibt aber Schriften, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden. Diese erzählen sehr aufwendig von einer Himmelfahrt und über die Zeit wurden die Texte zu farbenfrohen Legenden ausgeschmückt.
Eine der Legenden erzählt, dass die Jünger das Grab, in das sie Maria nach ihrem Tod gelegt hatten, noch einmal öffneten. Doch statt ihres Leichnams fanden sie darin Blumen und Kräuter vor. Alles soll ganz wunderbar nach frischen Kräutern geduftet haben. Maria hat sich offensichtlich „verduftet“! - Nun ist sie bei Gott im Himmel, so glaube ich. Ich muss etwas schmunzeln bei der Vorstellung. Mir gefällt die Verbindung vom Duft der Kräuter und Blumen mit Maria und Gott im Himmel!
Claudia Schwarzer