Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,
nachdem ich mich nur noch in großen Abständen mit Neuigkeiten gemeldet habe, sorgen die jüngsten Entwicklungen dafür, wieder mehr von mir aus der Superintendentur zur hören:
Der geistliche Vizepräsident Arend de Vries schreibt heute: „In dem Gespräch zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer wurden gestern weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für den Monat November verabredet. Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch eine neue „Niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie“, die voraussichtlich erst am Freitagabend nach einer Debatte im Landtag veröffentlicht wird. Erst dann ist es uns möglich, unsere bisherigen Handlungsempfehlungen konkret anzupassen und zu verändern. Die Gottesdienste und Veranstaltungen am Reformationsfest sind von der Änderungen noch nicht betroffen. Heute teilen wir Ihnen mit, wo wir als Landeskirche in den kommenden Wochen Prioritäten in der Arbeit setzen wollen:
- Wir werden weiter Gottesdienste, auch Kasualgottesdienste und Andachten, feiern; ggf. sind die Hygienemaßnahmen noch einmal zu verstärken. Gottesdienste müssen und sollten nicht abgesagt werden. Unsere Kirchen bleiben geöffnet und mit zusätzlichen kurzen Andachtsformen und Gebetszeiten sind wir für die Menschen da, die in diesen Zeiten Trost und Halt suchen.
- Unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sollen auch weiter Zugang haben zu einsamen, älteren, kranken und sterbenden Menschen. Dies ist vor Ort mit den Krankenhäusern und Heimen konkret zu verabreden; auch hier sind entsprechende Hygienevorschriften zu beachten.
- Es werden auch in den kommenden Wochen Möglichkeiten erhalten bleiben, dass Kinder und Jugendliche gemeindliche Orte und Räume für Begegnungen mit Gleichaltrigen haben.
- Einschränkungen, die auch für Kirchengemeinden gelten werden, sind erst nach Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung genau zu bestimmen. Es zeichnet sich u.a. jetzt schon ab, dass im November keine Konzerte und kulturellen Veranstaltungen in Kirchen und Gemeinderäumen stattfinden dürfen.
- Nach der Veröffentlichung der neuen Verordnung werden wir konkrete Handlungsempfehlungen aussprechen und Sie so schnell wie möglich auf unserer Webseite https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2020/02/2020-02-28_2 veröffentlichen.
- Auch wenn es vermutlich nicht mehr lange gültig ist: Die Region Hannover hat heute Nachmittag den Kommunen mitgeteilt, dass beim letzten Gang zum Grab unter Einhaltung des Mindestabstands 50 Personen zulässig sind. Bei Nutzung von Friedhofskapellen oder vergleichbar genutzten Einrichtungen ist die Personenzahl unter Beachtung des Mindestabstands abhängig von der Raumgröße, diese Regelung gilt auch bei Trauungen in der Kirche. Es darf vor den Kirchen nicht zu Ansammlungen kommen, sondern die Teilnehmenden haben den Bereich in Kleingruppen mit maximal zwei Hausständen und nicht mehr als zehn Personen zu verlassen.
- Ökumenische Weihnachtsaktion: "Gott bei euch!" Die beiden großen Kirchen treffen Vorbereitungen für das unter dem Eindruck der Corona-Pandemie stehende Weihnachtsfest: Unter dem Motto "Gott bei euch!" haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf der Seite "www.gottbeieuch.de" Materialien zur ökumenischen Weihnachtsaktion zum Herunterladen für Gemeinden, Landeskirchen, Bistümer und Multiplikatoren bereitgestellt. Diese seien gut mit bereits entwickelten Kampagnen und Materialien kombinierbar, erklärten die evangelische und katholische Kirche am Montag gemeinsam. "Weihnachten 2020 wird aufgrund der Corona-Pandemie anders sein als in den vergangenen Jahren", hieß es weiter: "In einer Situation, in der weiterhin auch kirchliches Leben anders gestaltet werden muss, wenden sich die evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit der tröstenden, zuversichtlichen und hoffnungsfrohen Botschaft des Weihnachtsfestes an alle Menschen in Deutschland." Die Materialien bieten den Angaben zufolge unter anderem Anleitungen zum Umgang mit der ökumenischen Weihnachtsbotschaft, Plakate für Gemeindegottesdienste, Liedkarten und Liedzettel. (EPD 26.10.20)
- „Der andere Adventskalender“ : Im neuen Regenbogen in Wunstorf berichtet die KGM St. Johannes: Unter der Aktion „Der andere Adventskalender!“ werden 24 Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirchengemeinde zu jedem Tag in der Adventszeit eine 5-Minuten-Internet-Andacht halten. Es geht dabei um Fragen wie: „Wo berührt mich der Glaube?“, „wo gibt er mir Hoffnung, bereitet mir Freude oder stärkt mir den Rücken?“ oder „was ist mir an Jesus Christus wichtig geworden?“ Die 24 „Mitmacher“ teilen ein Stück weit ihren Glauben mit uns. Wir laden Sie ganz herzlich ein, „reinzuschnuppern“. Sie finden den "Anderen Adventskalender“ in der Homepage von St. Johannes oder in YouTube unter dem Stichwort "St. Johannes Wunstorf".
- Mit Sprühkreide und Ticketsystem gut für Heiligabend gerüstet: In Idensen sollen Heiligabend vier Gottesdienste durchgeführt werden. Um der aktuellen Corona-Verordnung zu genügen, entschied man sich dazu, kein Krippenspiel zu machen, sondern im Abstand von jeweils einer Stunde 30-35-minütige Andachten um 15:30 Uhr, 16:30 Uhr und 17:30 Uhr durchzuführen. Dabei sind alle inhaltlich gleich, werden zentral vorbereitet und vom Kirchenvorstand gehalten. Um die typischen ca. 300 Besucher in Idensen in die Andachten zu lassen, werden diese vor der Sigwardskirche auf der Grünfläche im Stehen
stattfinden. Damit die Menschen an der richtigen Position bleiben, werden kurz vorher mit einer biologisch abbaubaren Sprühkreide Flächen von 0,5 x 1 m abgesprüht, auf denen jeweils zwei Personen Platz haben. Mit einem Abstand von Kante zu Kante von 1,5 m nach links und rechts und 2 m nach vorne unten hinten dürfte im aktuellen Modus auch wenigstens das "O du Fröhliche" möglich sein. Um den Besucherstrom zu lenken, wurde ein Ticketsystem etabliert, mit dem bis zu acht Personen (und damit bis zu 4 Flächen) auf einmal reserviert werden können. Die Gemeinde bringt die Tickets mit zum Gottesdienst und somit ist keine Aufnahme von Kontaktdaten mehr notwendig. Die Christmette um 22:30 Uhr ist dann in der Neuen Kirche geplant. Wer Fragen zum Konzept, zum Ticketsystem auf www.kirche-idensen.de oder zu den Erfahrungen mit der Sprühkreide hat, kann sich an joerg.mecke@sigwardskirche.de wenden.
- 1. Kirchenkreiskollekte im neuen Kirchenjahr für Brasilien: Auf den ersten Weihnachtstag fällt im neuen Kirchenjahr die erste Kirchenkreiskollekte, mit der wir die Partnerschaftsarbeit in unserem Kirchenkreis unterstützen wollen. Da in vielen Gemeinden am 1. Weihnachtstag kein Gottesdienst ist, bitten wir entweder um eine Verlegung dieser Kollekte oder um Einzelspenden auf ein Konto des Kirchenamtes, um zu unserer Brasilienhilfe zur Unterstützung während der Coronapandemie bei zu tragen. Alle Einzelspenden werden weiterhin 1 zu 1 von Kirchenkreis bonifiziert!
- Postfächer im Kirchenamt: Zum Leeren der Postfächer im Kirchenamt melden Sie sich bitte telefonisch in dessen Sekretariat (Rufnummer 05032 778101).
- Reichspogromnacht 2020: Am Sonntag, den 8. November 2020 um 12 Uhr findet in Neustadt eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Neustädter Opfer der Judenvernichtung statt (Ort: Zwischen den Brücken). Um 11.30 Uhr treffen sich alle zunächst am ehemaligen Standort der Synagoge in der Mittelstraße und gehen von dort zum Mahnmal. Erinnert wird an die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der Jüdinnen und Juden in Neustadt a. Rbge., an die Zerstörung der Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und die Verbrennung der jüdischen Kultgegenstände zwischen den beiden Leinebrücken – an der Stelle, wo heute das Mahnmal steht. In der derzeitigen Krise erleben wir – wie in vergangen Zeiten – die Zunahme antisemitischer, rassistischer Verschwörungsmythen. Die Anschläge fanatisierter Nazis in Halle und Hanau machen deutlich, dass solche Wahnvorstellungen blutige Konsequenzen haben. In einer Situation, in der Menschen jüdischen Glaubens, Migrant*innen und andere Minderheiten von Nazis und „Rechtspopulisten“ diskriminiert, bedroht, angegriffen und ermordet werden, erinnern die historischen Ereignisse daran, dass Antisemitismus und Rassismus in Deutschland schon einmal zum Massenmord führten. Außer einem Vertreter des Arbeitskreises Regionalgeschichte, der den Verlauf der Pogromnacht in Neustadt darstellen wird, werden diese Redner*innen sprechen: für die Stadt Neustadt die stellvertretende Bürgermeisterin Ute Lamla, für die evangelisch-lutherische und die katholische Kirche Superintendent Michael Hagen u. für den Eine-Welt-Laden Asseitun e.V. Claus Crone. Um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, ist für die Veranstaltung ein Hygienekonzept erarbeitet worden. Alle Teilnehmer*innen werden gebeten, Gesichtsmasken zu tragen und jeweils Sicherheitsabstände von zwei Metern einzuhalten. Um die Sicherheitsabstände auch während der Ansprachen zu gewährleisten, wird ein Megafon eingesetzt werden. In Wunstorf findet dann am Montag, d. 9. November um 18 Uhr eine Andacht in der Stadtkirche statt.
Ihnen allen wünsche ich schon jetzt einen gesegneten Reformationstag und lade Sie an diesem Tag ganz herzlich zum Gottesdienst mit einer Predigt unserer Regionalbischöfin Frau Dr. Petra Bahr um 18 Uhr in der Ev. IGS in Wunstorf ein. Eigentlich sollte dieser Gottesdienst im Rahmen der Visitation unseres Kirchenkreises stattfinden, die wegen der aktuellen Lage in den Sommer nächsten Jahres verlegt wurde.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Hagen
Superintendent
Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt Wunstorf
Silbernkamp 3
31535 Neustadt
Tel.: 05032 5993