Möge das Fest 2019 beginnen - 12.1.19

Am Anfang eines neuen Jahres ticken die Uhren scheinbar anders. Irgendwie ein bisschen langsamer. Zumindest für mich. Es ist ein Innehalten.

Ich hatte das große Glück Urlaub zu haben. Das tat gut. Das sind die viel zu seltenen Momente, wo die Zeit stillzustehen scheint. Da denke ich gerne an das vergangene Jahr zurück.

Zugleich denke ich aber auch an das beginnende Jahr. Womit wird sich die Zeit füllen, die sich vor mir auftut? Womit lohnt es sich, den Kalender zu füllen? Pläne gibt es viele. Die Urlaubstage für dieses Jahr sind mit meinem Chef und den Kollegen bereits abgestimmt. Und wichtige Geburtstage und Ereignisse stehen ohnehin schon darin. Bei Jahresbeginn nehme ich mir die Zeit abzuwägen, wofür ich meine Zeit im neuen Jahr hergebe und wofür besser nicht. Später im Jahr nehme ich mir seltsamerweise kaum die Zeit für solche Gedanken, sondern mache einfach. Dann läuft mir die Zeit oft etwas davon.

Der Jahresanfang ist so etwas wie eine Sitzbank auf einem Weg. Einen kleinen Moment Pause, dann geht es mit neuer Kraft weiter. Mit viel Kraft aus dem Weihnachtsfest, was noch gar nicht allzu lang hinter mir liegt. Da habe ich es wieder gehört, ich darf die Gewissheit haben, dass Gott ganz nahe ist. Er will mich mitten im Trubel des Alltags immer wieder merken lassen, dass er da ist. Er ist es, der mir immer wieder Grund zur echten Freude und Gelassenheit geben will.

Mir fallen dazu Worte aus einem Gedicht von Wolfgang Poeplau ein. Gelesen habe ich es im letzten Adventskalender „Andere Zeiten“:

„Alles ist gut -

wenn das Notwendige getan

und das Überflüssige verworfen,

wenn das Zuviel verschenkt

und das Zuwenig verschmerzt ist,

wenn alle Irrtümer aufgebraucht sind,

kann das Fest des Lebens beginnen.“

Das ist wohl wahr. Wenn ich in meinem Kopf und in meiner Seele quasi aufgeräumt habe, dann bin ich bereit für das, was mir das neue Jahr bringen mag. Möge das Fest 2019 beginnen.

Karin Puy,  Lektorin in der Kirchengemeinde Luthe