Wurden Sie heute schon gelobt? - 16.2.19

„Wenn man so will, bist du das Ziel einer langen Reise. Die Perfektion der besten Art und Weise, in stillen Momenten leise, die Schaumkrone der Woge der Begeisterung, bergauf, mein Antrieb und Schwung.“

Mit diesem Lied „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller haben wir die Andacht für den 5. Jahrgang in der ersten Februarwoche begonnen.

Am 30. Januar hatte es Zeugnisse – bei uns an der Ev. IGS Lernentwicklungsberichte – gegeben. Das ist für die Schülerinnen und Schüler immer ein aufregender Moment: Eine offizielle Beurteilung, in der steht, wie ich mich im letzten halben Jahr geschlagen habe. Eine Beurteilung der Leistungen. Schwarz auf weiß.

Eine Beurteilung – und gleichzeitig auch eine Anerkennung für das, was geleistet wurde. Hoffentlich haben alle Kinder und Jugendlichen in ihren Zeugnissen auch Lob gefunden. Und Hinweise darauf, was sie besonders gut gemacht habt.

Lob ist wichtig. Jeder Mensch braucht lebenslang und regelmäßig die Bestätigung von anderen: „Das hast du gut gemacht!“, „Das kannst du so toll!“, „Danke für deine Hilfe!“ Und seien es noch so selbstverständliche Kleinigkeiten: Wir können einander gar nicht oft genug positive Rückmeldung geben. 

Wurden Sie heute schon gelobt?

Das, was jeder Mensch kann und wie er oder sie ist, das ist einmalig und kann kein anderer. Jede und jeder hat eigene Stärken – jede und jeder bringt etwas Eigenes für sein Umfeld mit – in der Familie, in der Schule, bei der Arbeit, in der Gesellschaft.

Haben Sie heute schon jemanden gelobt?

Indem wir uns gegenseitig Komplimente machen und anerkennen, dass der andere etwas besser kann als ich selbst, indem wir das machen, geben wir Segen weiter. Und machen den Segen spürbar. Oder, wie Paulus schreibt: „Liebt einander von Herzen als Brüder und Schwestern, und ehrt euch gegenseitig in zuvorkommender Weise.“ (Rö 12,12 GN)

Am Ende der Andacht habe ich den 5.klässlern Komplimente mitgegeben – ausgedruckt auf bunte Zettel. Da stand zum Beispiel:

Du kannst gut zuhören! Du bist ein guter Freund! Du hast Humor! Oder: Du bist mir schon mal eine Hilfe gewesen – danke!

Die Schülerinnen und Schüler haben diese Komplimente bekommen – aber nicht für sich selbst. Sondern zum Weiterverschenken. Sie waren aufgefordert, das Kompliment dann hier an der Schule an jemanden zu übergeben. Oder aber mit nach Hause zu nehmen, um dort jemandem etwas Schönes zu sagen.

Segen geben tut gut – dem Nächsten – und mir selbst.

Franziska Oberheide, Schulpastorin an der Ev. IGS Wunstorf