Was für ein Tag… - 15.7.17

Gleich zu Beginn der Ferien waren wir mit 46 Kindern auf Freizeiten. Davon gehörten 20 zur Freizeit der zehn bis dreizehn jährigen Kinder. Der Abendabschluss war ein fester Programmpunkt im Tagesablauf. Jeden Abend saß die Gruppe im Kreis, es wurde mit einander gesungen und jeder durfte an Hand von verschiedenen farbigen Steinen zeigen und erzählen wie der Tag war: die grünen Steine standen für die tollen Erlebnisse, die gelben dafür wenn etwas eher mittelmäßig war und rot wenn man etwas ganz negativ erlebt hat. Es war spannend zu sehen was von den Einzelnen mit grün, gelb oder rot bewertet wurde. Auf diese Weise hatte jeder die Gelegenheit den Tag noch einmal kurz an sich vorüber ziehen zu lassen und sich auszutauschen welchen Wert das Erlebte hatte.

Können sie sich im Alltag auch so einen „Abendabschluss“, lassen sie den Tag noch einmal an sich vorüberziehen? Gibt es den Moment wo sie lächeln über das tolle Wetter, die netten Kollegen am Arbeitsplatz, das Erfolgserlebnis im Sport? Oder vielleicht auch festzustellen, dass ein Missverständnis mit einem Freund sich in einem Gespräch nicht klären ließ, die  Waschmaschine jetzt kaputt und die Rücklagen aber schon für die neuen Sommerreifen verbraucht wurden oder sie selbst nicht mehr wissen, worum es heute Morgen in der hitzigen Diskussion mit dem Partner eigentlich ging?

Die Kinder auf der Freizeit habe mir persönlich gezeigt wie gut es tut am Ende des Tages noch einmal inne zu halten und den Tag Revue passieren zu lassen. Nachzudenken wofür ich heute Gott danken kann, weil mich das Erlebte zum Lachen bringt. Oder auch zu merken, da ist ein Konflikt noch nicht ausgestanden und noch ein Gespräch fällig, weil der andere mir wichtig ist und ich das Problem nicht einfach nur aussitzen möchte. Sich Zeit und Ruhe gönnen, eben auch nicht alles als selbstverständlich hin zu nehmen, bewusster zu leben und auch mein eigenes Verhalten überdenken zu können. Es kostet nicht viel Zeit am Abend den Tag auf diese Weise abzuschließen. Dafür bleiben aber die kleinen, schönen Momente länger in Erinnerung und ich merke wo ich selbst noch einmal das Gespräch suchen muss, um ein Problem aus der Welt zu schaffen. In der Abendandacht haben die Kinder viel von ihrem Erlebten noch einmal in einem Gebet zusammengefasst, positives wie negatives. Auch diese Möglichkeit steht jedem Menschen offen, das Gespräch mit Gott zu suchen und ihm ganz einfach zu erzählen „Was für ein Tag…“.

Beate Degener, Diakonin und Kreisjugendwartin im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf