Wann sind wir endlich da? - 1.12.18

Wann sind wir endlich da? Sicher kennen viele diese Frage von kleinen Kindern. Sie möchten gerne schneller ankommen, weil sie sich auf den Besuch bei der Oma oder auf die Kusine, die sie bei der Geburtstagsfeier treffen, freuen.

Wann sind wir endlich da? Ich kann mir auch vorstellen, dass sich Maria und Josef diese Frage gestellt haben als sie wegen der Volkszählung von Nazareth nach Bethlehem gehen mussten – zumal es damals vor 2000 Jahren noch nicht unsere heutigen schnellen  Verkehrsmittel gab.

Im Familiengottesdienst bei uns in Kolenfeld darf die Handpuppe Pelle am 1. Advent die Krippe auspacken. Der Stall, die leere Futterkrippe, auch die Schafe und die Hirten – die sind alle schon da. Maria und Josef aber muss er erstmal auf den Weg schicken. Sie brauchen ja Zeit für den Weg bis sie in Bethlehem ankommen. Wann sind sie endlich da? Für die Krippenfiguren, die unsere Handpuppe auf den Weg schickt, ist das natürlich klar: am 24. Dezember, wenn wir Weihnachten feiern, dann sind auch Maria und Josef da – in Bethlehem,  an dem Ort, wo ihr Sohn geboren werden sollte. Und Heiligabend sind dann auch viele Menschen da – in unseren Kirchen, sehen die Krippenfiguren und hören die Worte: es begab sich aber zu der Zeit…

Wann sind wir endlich da? Diese Frage finde ich auch für uns lohnend in diesen Adventswochen, in denen wir uns auf die Ankunft von Jesus vorbereiten. Und welche Vorbereitungen helfen uns, dass wir wirklich bei Gott ankommen? Drei Wochen haben wir in diesem Jahr Zeit, um uns auch innerlich auf den Weg zur Krippe zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten für eine gute Ankunft: Musik und Konzerte, Gottesdienste und Weihnachtsfeiern, Begegnungen beim lebendigen Adventskalender oder ein Kalender mit Texten zum Nachdenken. Für mich ist es in diesem Jahr auch unsere  Krippenausstellung, die wir in Kolenfeld vorbereitet haben: dieser Blick auf einen selbstgebauten Stall, auf Maria und Josef, die sich in ungewissen Zeiten ganz auf Gott verlassen haben, auf die Hirten, die völlig unerwartet bei ihrer Arbeit Besuch von Gottes Engel bekamen, auf die Weisen aus dem Morgenlande, die in diesem Kind den neuen König für diese Welt erkannt haben. Sie alle sind da – bei Gott angekommen. Und in Gedanken stelle ich mich gerne dazu und freue mich darüber, dass Gott so nah und menschlich in diesem Kind für mich, für alle da ist. 

Gott ist da. Seit dem ersten Weihnachtsfest ist er immer für uns da. Er wartet auf uns und fragt uns: wann seid ihr endlich da?

Mit den besten Wünschen für eine gute Ankunft –

Ihre/Eure Christa Hafermann, Pastorin in Kolenfeld.