Sonnenschein und Ferienzeiten - 16.7.16

„Sonnenschein und Ferienzeiten, Koffer packen und verreisen, freut euch mit, es ist so weit: Wir haben freie Zeit, Hey!“ an dieses Kinderlied von Elisabeth Hammer muss ich in jedem Jahr zu Beginn der Ferien denken. Denn seit 13 Jahren heißt es nicht nur Koffer packen sondern Materialkisten für die Kinderfreizeiten packen. Immer zu Beginn der Sommerferien fahren wir mit über 40 Kinder auf Freizeit in den Solling. Für die Kinder eine freie Zeit, für das Mitarbeiterteam heißt es weinig freie Zeit, denn sie bereiten vor und gestalten das Programm.  Aber die Kinder genießen das Programm, toben, singen, spielen, malen, schneiden, wandern, klettern und  erleben viel in dieser gemeinsamen Zeit. Jedes Jahr tauchen sie ein in das jeweilige Thema und schon am zweiten Tag ist das Freizeithaus ihr zweites zu Hause geworden. Die Gruppe lebt ihren neuen, spannenden und mit vielen Erlebnissen gespickten  Alltag und Schule ist schon ganz weit weg. Bewundernswert, denn wir Erwachsenen tun uns oft so schwer. Bevor der Urlaub kommt ist noch so viel zu erledigen und es fällt schwer, wenn die freie Zeit denn da ist,  den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen. Mir selbst geht es oft so, dass ich am liebsten in den ersten zwei Tagen nur schlafen würde, keine neue Aktion oder neue Aufgabe und ich brauche Zeit um aus dem „alten Trott“ raus zu kommen und die freie Zeit für mich neu zu füllen. Und jedem tut es gut die freie Zeit zu nutzen,  um in eine andere Welt einzutauchen, den Alltagstrott zu verlassen, Raum und Zeit für Neues zu haben. Keine Uhr die uns vorgibt wann was erledigt sein muss oder wir einen Termin haben. Zeit – freie Zeit, die jeder für sich einteilen und bestimmen kann, ganz ohne Vorgaben, von eigenen Interessen und Wünschen bestimmt. Wir nehmen uns und unsere eigenen Bedürfnisse neu war und geben ihnen Raum. Es ist nicht nur eine Zeit für Neues sondern auch um uns selbst wieder zu entdecken, wenn wir im  Arbeitsalltag mit seinen Aufgaben untergegangen sind. „Entschleunigung“ heißt das Zauberwort, damit wir mal wieder bei uns selbst landen können. Vielleicht auch, um einmal Zeit zu haben eine kirchliche Veranstaltung zu besuchen, weil ja im Alltag die Zeit dafür nicht reicht. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete freie Zeit, mit viel Raum für Neues und dass diese Erlebnisse einen Platz im Alltag finden können, damit die Freude über diese freie Zeit nachklingen kann und im Anschluss an den Urlaub nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

Beate Degener, Kreisjugendwartin im Kirchenkreis Neustadt- Wunstorf und Diakonin in der Kirchengemeinde Luthe für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen