Sonne satt -27.7.19

Die Sonne gehört zum Sommer. Gerade weil der Schlager von Rudi Carell  „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ sich in den siebziger Jahren eingeprägt hat.

Sonne satt und schon zuviel – das ist die Erfahrung auch in diesem Sommer. Einerseits tut die Sonne gut, andererseits  kann sie Sonnenbrand verursachen – und sorgt für zunehmende Trockenheit in den Gärten, auf den Feldern und in den Wäldern. Trotzdem lockt die Sonne morgens nach draußen und sorgt für laue Abende. Wer es möglich machen kann, genießt diese Abende draußen auf der Terrasse oder bei einer Radtour – als kleine Pause im Alltag. Und dabei können Sie dem Zirpen der Grillen lauschen. Und ein positives Gefühl von Sommer erleben.

Wie Paul Gerhardt es in seinem beliebten Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit“ beschrieben hat.

Er hat dieses Lied 1653 gedichtet, als er in Mittenwalde (Mark Brandenburg) als Pastor und Propst wirkte. Er beschreibt die liebliche Umgebung und lädt bis heute dazu ein, mit ihm die Schöpfung Gottes zu betrachten – nach den ersten acht Strophen nimmt er seine Betrachtung der Natur als Bild für das Leben und die Hoffnung als Christen. Insgesamt umfasst sein Gedicht fünfzehn Strophen.

Paul Gerhardt hat seine Worte dem Psalm 104 nachgedichtet. Dieser Psalm beschreibt verschiedene Blicke in Gottes Schöpfung und fasst sie so zusammen: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güte.“ (Psalm 104, Vers 24)

Wer nun einwendet, dass die Sonne nun doch zu stark scheint, es zu heiß und zu trocken wird, möge bedenken, dass die Psalmen im heißen Klimas Palästinas aufgeschrieben worden sind. Das staunende Lob Gottes kennt auch Trockenheit, Hitze - und kühlenden Schatten. Und wenn es dann regnet, ist das eine Wohltat.

Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren