Sich verwurzeln – Glauben heute

Im Oktober 2013 hielt ich zum ersten Mal den Flyer für den Kurs „Sich verwurzeln – Glauben heute“, der 2014 in der Heimvolkshochschule Loccum stattfinden sollte in den Händen. Ein Angebot des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf an sechs Wochenenden von Januar bis November 2014 für Menschen, die ihren Horizont erweitern und sich mit Themen aus Kirche und Theologie beschäftigen wollen. Die Idee für diesen Kurs kommt aus unserem Partnerkreis, der  „Sinodo Uruguai“ im südlichen Brasilien, wird aus Mitteln der Ev.-luth. Landeskirche Hannover und des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf unterstützt und richtet sich insbesondere an kirchliche Laien.

Ein interessantes Angebot für mich, der seit 2012 im Kirchenkreistag mitarbeitet und sich im Bereich der Partnerschaftsarbeit engagiert und für meine Frau, die seit zwei Jahren Mitglied des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Schloß Ricklingen ist. Die Möglichkeit mich fortzubilden und in theologischen Fragen mitreden zu können reizte mich, zumal das letzte Mal, dass ich mich so intensiv mit meinem Glauben beschäftigt habe während der Konfirmandenzeit war, und die liegt schon lange zurück. Andererseits ist meine Zeit eh schon knapp bemessen und es fällt mir schwer, mich für sechs Wochenenden zeitlich zu binden, die ich vielleicht anders oder besser nutzen kann. Dennoch haben sich meine Frau und ich für das Seminar angemeldet. Aber was wird uns erwarten?

Zwanzig Teilnehmer aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises, die sich dort engagieren und sehr unterschiedliche Vorkenntnisse und sicherlich auch unterschiedliche Erwartungen haben trafen sich am 24. Januar 2014 das erste Mal in Loccum. Schon nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass es mir überhaupt keine Schwierigkeiten machte mit jedem Teilnehmer ins Gespräch zu kommen, weil uns alle ein gemeinsames Interesse, der Glaube, verbindet. Und schon bald merkte ich, dass mir unsere Dozenten, den ich an dieser Stelle herzlich danken möchte, eine Tür für eine Welt öffneten, die für mich bis dahin weitestgehend im Nebel lag. Die Themen, die wir besprochen haben,

  • wie wir die Bibel verstehen können (Entstehung, Aufbau, Kerntexte, Übersetzungen – Auslegungstraditionen – Umgang mit der Bibel heute – Gotteswort und Menschenwort),
  • wie wir von und mit Gott reden können (Gott und Gottesbilder in der Bibel – Gottesvorstellungen heute – Schöpfung und Evolution – Gott und das Leid),
  • woran wir uns orientieren können (Christliche Grundwerte und biblisches Menschenbild: Zehn Gebote, Nächstenliebe, Feindesliebe – Einzelthemen, wie z.B. Sterbehilfe),
  • wie Glaube Gestalt annehmen kann (Die Institution Kirche und ihre Strukturen – Verlautbarungen der Kirche: Vom Credo bis zu den Denkschriften heute – Diakonie – weltweite Kirche),
  • was es bedeuten kann evangelisch-lutherisch zu sein (Martin Luther – Taufe und Abendmahl) und
  • wie wir in unserer Gemeinde Glaube leben und feiern können Gottesdienst verstehen – Die Vielfalt des Gemeindelebens – Möglichkeiten sich zu engagieren – einladende Gemeinde)

waren sehr interessant. Jedes Thema hat meine Neugier geweckt. Die Inhalte wurden gut vermittelt, von den Dozenten und anderen Teilnehmern wurden Antworten gegeben, die für mich aber wiederum neue Fragen aufwarfen, so dass ich mich auch nach dem jeweiligen Seminarabschnitt weiter mit den Themen beschäftigen wollte. Am Ende jeden Wochenendes konnte ich kaum unser nächstes Treffen in zwei Monaten erwarten.

Mittlerweile hatten wir unser letztes Treffen im November und für mich stellt sich Frage, wie es weiter gehen soll. Auf das Treffen mit den anderen Teilnehmern, mit weiteren Einblicken in das Geheimnis der Bibel und der Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens will ich nicht verzichten. Und auch den anderen Teilnehmern geht es offensichtlich genauso, so dass wir unsere nächsten Treffen im Mai und Dezember 2015 bereits geplant haben. Im Mai wollen wir uns intensiv mit dem Johannes-Evangelium im Neuen Testament beschäftigen und im Dezember wollen wir ein Bibliodrama kennenlernen.

Ich freue mich schon das Wiedersehen mit meinen „neuen Freunden“.  

Andreas Mertsch,  Schloß Ricklingen

Wer sich für eine Teilnahme am nächsten Durchgang an sechs Wochenenden im Jahr 2016 interessiert, wende sich bitte an Claudina Baron-Turbanisch - Tel: (05032) 95 64 72 oder an die Superintendentur.