Senf für die Zuversicht - 16.9.17

Das war mal wieder so eine Woche: Eine Woche, in der nicht alles gelungen ist und der vieles mühsam war. Ich wollte doch nur vorankommen und bin daran gescheitert, dass ich zu viele Menschen getroffen habe, die „nicht zuständig“ waren. Auch wenn man sehr freundlich fragt und den Helferinstinkt des Gegenübers adressiert. „Könnten Sie mir bitte helfen? Ich benötige…“ Dann kommt die ernüchternde Antwort: „Dafür bin ich nicht zu ständig.“ Das ist genauso ernüchternd wie die Antwort „Stören Sie mich nicht“. Und auch nicht wirklich konstruktiv.  Eine Antwort wie:  „Da habe ich keine Antwort, aber ich wüsste, wie man Ihnen helfen kann“ ist da gleich eine andere Nummer, aber viel hilfreicher. Frust staute sich auf und ich fühlte mich hilflos, man könnte auch sagen: ohnmächtig.

Und so hangelt man sich durch manche Tage, ratlos und hilflos. Gegen Wände zu rennen, immer und immer wieder, schafft massive Kopfschmerzen. Und die Wand versetzen, damit ich nicht dagegen rennen muss? Oder einen kleinen Umweg gehen? Im Kampf gegen die Entmutigung kommt mein Gedanke auf Senf. Da gab es doch einen Vers: „Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.“ So steht es im Matthäus-Evangelium im 17. Kapitel.

Ist mein Glaube so viel kleiner als ein Senfkorn, dass ich mich von einem „da bin ich nicht zuständig“ abschrecken lasse? Wo ist meine Kraft, mein Optimismus hin? Dieser einfache Vers sollte mir doch die Energie geben, mich nicht abschrecken zu lassen und Zuversicht zu versprühen. Denn meine Aufgabe ist nicht unbedingt, Berge zu versetzen. Aber diesen Mut machenden Glauben wünsche ich mir schon, damit ich den nicht hilfsbereiten Zeitgenossen in meinem Alltag mit der notwendigen Gelassenheit begegne und weiß: Gott ist mit mir und verleiht mir, wenn es eng wird, auch mal Flügel. Ich sollte anders an die Aufgaben rangehen…

Jörg Mecke, Prädikant in Idensen