Schaut hin! 18.3.17

Was können Sie besonders gut und was traust Du Dich öffentlich? Manche können gut ein Instrument spie-len, andere sind handwerklich geschickt, die Eine hat einen grünen Daumen und der Andere ist ein groß-artiger Bäcker feiner Torten. Manche haben eine tolle Stimme und können wunderbar vorlesen oder singen. Manche haben ein gutes Händchen im Umgang mit Kindern und andere können gut mit älteren Menschen. Was immer wir können: Andere profitieren davon. Es spielt keine Rolle, ob andere sich nicht trauen, oder es nie probiert haben – wer in Erscheinung tritt mit seinen Gaben, den fragt man danach an.

Was bringen Sie, was bringst Du ein? Manches ist vielleicht nicht so offensichtlich. Einige Menschen sind echte Stimmungskanonen. Das fällt auf. Andere sind ausnehmend freundlich. Das fällt zunehmend auch auf; denn die Gegensätze im Aufeinandertreffen von Menschen werden größer.

Einige Menschen nehmen sich bewusst zurück. Sie sind gute Vermittler und können Streit schlichten. Und viele werden sie kennen, die, die mit ihrer zugewandten Art anderen Menschen Mut machen und die, die für ein gutes Betriebsklima sorgen – nicht als laute Stimmungskanonen, sondern eher im Hintergrund.

Es lohnt sich, mit offenen Augen durch´s Leben zu gehen und die Vielfalt der Begabungen von Menschen zu entdecken, genau hin zu sehen, was jemand mit bringt und einbringen kann. Es geht allerdings nicht immer nur darum, was jemand einbringen kann. Manchmal muss es darum gehen, hinzusehen, was Men-schen brauchen, damit es ihnen gut geht. Oft brauchen wir dafür mehr als unsere Augen. Die Frage dessen, was wir sehen und entdecken, ist in weiten Teilen eine Frage dessen, was wir zu entdecken vermögen, eine Frage von eigener Haltung und Einstellung.
Der kommende Sonntag heißt nach einem Psalmwort, Okuli: Meine Augen sehen stets auf den HERRN. Wir sind gefragt, wonach und wohin wir uns ausrichten und manchmal auch angefragt zu prüfen, ob unsere Blickrichtung stimmt. Da ist es selbstverständlich, dass wir an unsere eigenen Grenzen stoßen und ab und an werden wir merken, dass unsere Blickrichtung eine Änderung vertragen könnte. Manchmal stehen wir vielleicht allzu sehr selbst im Mittelpunkt unseres Sehens auf die Welt. Manchmal, haben wir uns vielleicht auch aus dem Blick verloren und es tut gut zu wissen, dass jemand auf uns schaut. Wenn ich meinen Blick auf ein Gegenüber richte, so bekomme ich meist eine “Antwort”. Ich bleibe nicht unangesehen, sondern ernte eine Reaktion. Das kann mal eine kritische Betrachtung sein und mit Anfragen verbunden, es kann ein Lächeln sein und Freundlichkeit, es kann auch Lob sein, das mich stärkt. Wenn mein Gegenüber mich gut kennt, dann wird es eine Mischung aus allem werden. Gott sieht uns voll Güte und Liebe an. Er sieht uns an, wie wir sind. Wohin blicken Sie – wohin blickst Du?

Diakon Heinz Laukamp