Salz und Licht - 10.8.19

Das klingt vielleicht noch etwas nach Urlaub, nach Wind und Weite, Meer und Sonne, Wärme und Helligkeit, salziger Luft, salzigem Wasser und salziger Haut. Ohne Salz und Licht ist das Leben dunkel und trist: fad. Zu viel von Beidem läßt uns verdursten und raubt uns den Schlaf.

Salz und Licht: Mit dem Salz würzen wir Speisen, machen Dinge haltbar. Das Licht der Sonne, wie das von Kerzen, machen das Leben hell und warm, geben unserer Seele Kraft, unserem Immunsystem Stärke, schenken ein wohliges Gefühl. Wir sollen beides haben für unser Leben und beides für andere sein: Kraftquelle, Wärmespender; Menschen, die das Leben anderer hell machen, Freude und Freundlichkeit schenken; dem Leben Würze geben, Reibungs-fläche bieten, in Frage stellen, ihm einen guten Geschmack verleihen. Wenn man das Haltbarmachen des Salzes nimmt, gehört für mich dazu, andere zu stärken, ihnen hilfreich zu sein.

Christus spricht: Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Beides seid ihr, wenn ihr den Menschen von mir, von Euren Erfahrungen mit Gott und Eurem Glauben erzählt. Haltet damit nicht hinter dem Berg, stellt Euer Licht nicht unter den Scheffel, nicht unter ein Holzmaß, durch das nichts hindurch-scheint und unter dem die Flamme nur klein bleibt und schließlich erlischt.

Haltet nicht verborgen, wieviel Euch Euer Glaube schenkt, wieviel Freude Ihr an der Gemeinschaft mit mir und untereinander habt. Weist auf die Quelle Eurer Stärkung und Zufriedenheit hin. Lasst andere teilhaben an der Kraft der Versöhnung mit mir, Eurem Retter. Gebt den Frieden weiter, den ihr selber empfangt durch die Liebe Gottes zu Euch: Wenn ihr das tut, dann ist es kein Problem, die Vorhersagen, die Prophezeihungen von Micha und Jesaja, de-nen, die große Zeugen des Glaubens für das Volk Israel waren und sind, wahr werden zu lassen, in denen es heißt: „Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ Wenn in diesem Jahr sich die Erinnerung an den Mauerfall zum 30. Mal jährt, dann kommt dieser Vers mir in den Sinn, der Vers, mit dem die Evangelische Jugend in der DDR ihren Widerstand begründet hat und den sie seit Beginn der 80ziger Jahre unter schwierigen Bedingungen nach außen trug, damit aneckte, Salz der Erde war und Menschen Kraft gab, ihrer Oppo-sition gegen den Staat eine Form zu verleihen. Kerzen und Gebet, Gebete für Frieden in der Welt und im eigenen Land, in den Kirchen haben sie nach draußen auf die Straßen getragen. Sie haben sich darauf verlassen, dass der den Frieden bewirkt, der uns die Versöhnung mit sich anbietet, der, der sich verschenkt und seine Liebe - Christus. Wir Menschen leuchten als Licht der Welt, wenn wir wissen, wer unser Licht ist und von wem wir die Kraft für unser Tun haben. Darum sagt Christus: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Es geht darum, dass Gott und der Glaube Gutes bewirken, nicht wir, weil wir uns in einem guten Licht darstellen wollen, oder meinen besonderes gut zu sein.

Heinz Laukamp, Diakon in Idensen