Pastoren und Diakone auf Expedition in Schweden

30 Pastoren, Diakoninnen und Sozialarbeiter aus dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf treffen in Schweden auf Vertreter der Schwedischen Kirche und sammeln Ideen für Ihre Arbeit. Stockholm, Uppsala und Karlstadt waren Städte, in denen die Gruppe mit Geistlichen aus der Schwedischen Kirche, Professoren der Universität und aus Deutschland stammende Pastoren ins Gespräch kamen. „Der Blick über den Tellerrand hilft uns, die eigene Arbeit vor Ort auf den Prüfstand zu stellen und neue Inspirationen zu sammeln“, sagt Superintendent Michael Hagen.

Gerade der Besuch in den Ortsgemeinden im schwedischen Binnenland zeigte der Gruppe, was auch anders geht: Der Konfirmandenunterricht etwa orientiert sich an lebensnahen Fragen wie etwa Schulsorgen oder Drogenkonsum. Nach jedem Gottesdienst gibt es geselliges Beieinander mit Kaffee und Zimtschnecken. „Auch die intakten Gemeindehäuser und gepflegten Kirchen sind positiv auffällig“, sagt Pastorin Ulrike Dörries-Birkholz aus Otternhagen. Ein Grund dafür sei die hohe Einnahme der Kirchensteuer, die von den Kirchengemeinden direkt eingezogen wird, so ein Vertreter der schwedischen Kirche. Auffällig ist auch die Teamarbeit, die unter den Pastoren und Diakonen in Schweden gelebt wird: „Hier entstehen Ideen direkt am Tisch“, sagt Pastorin Marit Ritzenhoff aus Luthe. 

Die Arbeitszeitregelung der schwedischen Pastoren stieß bei vielen Teilnehmern auf positive Resonanz: Arbeitszeitkonten, 40-Stunden-Woche, geregelte Vertretungspläne gehören in Schweden zum Alltag der Pastoren. „Das ist eine Vision, die wir mit nach Deutschland nehmen können“, sagt Pastorin Riika Hinkelmann aus Eilvese. 

Bis zum Jahr 2000 war die Schwedische Kirche eng mit dem Staat verbunden. Seit der Trennung stehen die Kirchen vor großen Herausforderungen, um Menschen für Religion und Glauben wieder zu interessieren. „So sucht die schwedische Kirche neue Wege über digitale Medien in der Öffentlichkeit aufzutreten, auch ein wichtiges Thema für uns, noch mehr bei Facebook, Instagram oder Twitter aufzutauchen“, so Pastor Marcus Buchholz, der für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis zuständig ist.

Neben einem kleinen Zuschuss des Kirchenkreises haben die Teilnehmer die Reise zum Großteil selbst finanziert. Die Vertretung für Beerdigungen und Gottesdienste waren im Vorfeld geregelt. 

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