Pass gut auf dich auf! - 23.6.18

Die Ferienzeit beginnt bald, für viele eine Zeit des Reisens. Da gibt es sicher viele Begegnungen auf den Straßen oder im Zug. Ich hoffe für Sie, dass es besser läuft, als ich es so oft beobachte. Im Stau soll eine Rettungsgasse gebildet werden, aber jemand fährt einfach auf dem Standstreifen zur Abfahrt vorbei. Im überfüllten Zug stehen, wie immer, Taschen auf den Sitzplätzen und ich muss freundlich bitten doch Platz zu machen. In den Innenstädten weicht man sich nicht höflich aus, wenn sich die Wege kreuzen, sondern jede/r zieht gnadenlos seine/ihre Bahn. Ich schlage Ihnen in diesen Situationen einen überraschenden, lauten Zuruf vor: „Take care!“. Nett gemeint bedeutet das „Pass auf dich auf!“, aber auch: „Vorsicht!“. Probieren Sie es aus, der Zuruf drückt ja in jedem Fall Ihre Sorge um den Mitmenschen aus, Sie fördern Achtsamkeit. Sie werden zum leuchtenden Vorbild und denken an sich und ihre Mitmenschen. Warum Sie damit anfangen sollen? Weil Sie auf das Prinzip Hoffnung setzen und Sie wie Jesus, im Matthäus-Evangelium beschrieben, davon ausgehen, dass das Himmelreich schon jetzt und heute beginnen soll. Jesus hat zu seinen Jüngern oft in Gleichnissen geredet. Das zukünftige Himmelreich vergleicht er mit einem Senfkorn, das er als kleinstes aller Samenkörner bezeichnet und aus dem doch ein Baum erwächst oder mit Sauerteig, der unter das Mehl gemischt wird und alles durchsäuert und später ein Brot gebacken werden kann. Der Pädagoge Friedrich Fröbel beschreibt die Hoffnung auf eine gute Zukunft durch ein Aufblühen der Saat so: "Das kleinste Samenkorn trägt das große Ganze in sich. Und es entwickelt es im Zusammenhange mit dem großen Lebensganzen. So trage auch ich als Mensch die ganze Vergangenheit, die Fülle der Gegenwart und den Reichtum der Zukunft in mir."  So tun Sie bald einen kleinen ersten Schritt in die richtige Richtung- gegen den Trend- und wir erleben tatsächlich ein Lächeln in der City, weil Sie auf jemanden Rücksicht nehmen, Sie sehen ein freundliches Blinker- Signal auf der Autobahn, weil Sie jemanden die Vorfahrt gegeben haben, Sie erleben ein gutes Gespräch im Zug, weil da nun ein netter Mensch dort sitzt, wo eben noch Ihre Tasche Platz fand.

Ach wäre das schön! Take care!

Diakon Stefan Krüger