Kleine Schritte - 28.1.17

Der erste Monat des neuen Jahres ist vergangen. Fast alle guten Vorsätze gelten jetzt als gescheitert. Mehr Sport, weniger Essen, mehr Zeit mit Kindern oder Freunden - all das verliert sich, wenn nach dem Jahreswechsel der Alltag wieder beginnt. Da kann ich noch so motiviert in das neue Jahr gestartet sein, spätestens nach dem ersten Ausrutscher werden die meisten Vorsätze wieder aufgeben. „Ich bin ja doch zu schwach!“ Viele haben es ganz aufgeben, ihr Leben ändern zu wollen. Nach vielen vergeblichen Versuchen bleibt man lieber im alten Trott.

Dass es auch anders geht, erzählt die Bibel. Ganz bewusst haben die Verfasser der biblischen Bücher auch das Scheitern festgehalten. An diesem Sonntag wird von Petrus erzählt. Er sieht Jesus auf dem Wasser gehen und lässt sich von ihm auffordern, das auch zu tun. Und tatsächlich: die ersten Schritte gelingen. Dann kommen die Zweifel. Zu bedrohlich der brodelnde See um ihn her. Petrus beginnt zu sinken, bis Jesus die Hand ausstreckt und ihn rettet. Es geht natürlich in der Geschichte nicht um die Fähigkeit über das Wasser zu laufen. Das Bild der Jünger im Schiff ist ein Bild für die frühe Gemeinde in den Stürmen der Zeit. Petrus verlässt die Sicherheit des Gewohnten. Mutig stellt er sich den Herausforderungen des Lebens. Damit macht Petrus mir Mut. Die ersten Schritte sind möglich und auch das Scheitern ist keine Katastrophe. Gottes Hand ist da. Sie gibt Halt und hilft beim nächsten Schritt.

Ich bin dankbar, dass unsere Vorfahren die Geschichten des vermeintlichen Scheiterns bewahrt haben. Was den großen Helden der Vergangenheit erlaubt war, ist auch mir erlaubt. So kann ich nach dem Scheitern neu beginnen, mir neue kleine Schritte vornehmen

Pastor Thomas Gleitz, Stiftskirche Wunstorf