Katerstimmung? oder Freudenzeit! - 14.1.17

Eine Hochzeit. Viele von Ihnen werden mehr als nur eine im Leben erlebt haben. Mach jüngere sind sicher auch schon bei einer gewesen. Als Kind war ich super gespannt, wie es sein würde in der Kirche, wer alles dabei aus unserer weit verstreuten Familie, gespannt auf Tanz, Musik und Essen. Es gab immer von allem im Überfluss, vorallem Essen und Trinken. Großartig die Mitternachtsbuffets und Torten. Auch Weihnachten ist bekannt für zu viel Essen, zu viel Süßes und die Kilo, die man am Ende mehr auf die Waage bringt. Aber Weihnachten ist vorüber. Die Weihnachtsbäume haben viele Wohnzimmer verlassen und der Alltag ist wieder da. An machen Türen sieht man frische Spuren – weiße Kreide auf dunklem Grund. “CMB” - Christus schütze dieses Haus – und die Jahreszahl 2017. Was bleibt von Weihnachten? Geschenke? Eine Begegnung mit den Weisen aus Persien? Eine Erinnerung an die eigene Kindheit? Leuchtende Kinderaugen, etwas von dem Frieden, der Freude der Weihnacht und der Idee, dass Jesus, dass Gott uns nahe gekommen ist?
Heute oder morgen einen Sitzplatz in einer Kirche zu bekommen, dürfte nicht allzu schwer sein. Zumindest einfacher, als am Heiligen Abend. Vielleicht eine gute Gelegenheit sich schon mal wieder auf zu machen. Die Lieder werden immer noch von der Freude erzählen, die Gottes Anwesenheit in der Welt auslöst. Es ist wie bei einer Hochzeit. Es wird getanzt, gelacht, gesungen und getrunken und mittendrin ist der, von dem alle Freude ausgeht. Er feiert und ist bester Dinge. Etwas ganz Neues nimmt seinen Anfang. Offen und doch undeutlich sichtbar tritt da jemand auf. Nicht der Bräutigam des Festes, ein anderer. Na, klar, die, die da feiern kennen den Nachbarn und Freund, Angehörigen im weiteren Sinne. Da passiert, was so gar nicht zu einem solchen Fest passt: die Vorräte gehen zur Neige. Unverzeihlich. Doch bevor es bemerkt wird, ist die Abhilfe schon geschehen. Kein Eklat beim Fest. Statt dessen ist alles noch besser. Etwa 600 Liter großartigen Weines stehen zur Verfügung, zu einem Zeitpunkt, wie die der Erzähler der Geschichte unverblümt wissen lässt, da es weniger Qualität auch schon getan hätte - die Leute also schon genug hatten. Wer weiß, vielleicht geht es manchen auch grad so – genug des Trubels, der Alltag darf gern wieder Einzug halten. Vielleicht ist es aber auch Zeit, sich zurück zu lehnen und den Alltag einfach noch warten zu lassen und zu genießen, dass es ruhiger geworden ist und man einen Blick auf all den geschenkten Überfluss werfen kann. Zeit um zu feiern, dass das Leben voll sein kann mit Freude und Güte und Frieden mitten im Alltag. Vielleicht ist das Fest jetzt erst richtig schön, wo die ganze Vorbereitung vorbei und alle Anspannung weg ist und der Blick frei auf den, von dem wir alles haben – Jesus.

 Diakon Heinz Laukamp