Glaubwürdig - 21.7.18

Wieder ploppt eine Nachricht auf dem Display auf – Fake News oder wahre Story? Wer ist heute noch glaubwürdig? Da wird geschönt, gemobbt und irgendwo dazwischen könnte vielleicht ein Stück Wahrheit sein! Nicht nur bei den täglichen Nachrichten frage ich mich, was denn zutreffend ist oder wo die Darstellung „aufgehübscht“ wurde, um sie spannender zu machen. Es gibt auch Berichte im Freundes oder Familienkreis, wo ich mich frage, „Stimmt das alles so oder fehlt vielleicht auch ein Teil?“ Will der andere vielleicht nur besser dastehen oder vielleicht hat sie gar nicht den Mut mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen? Wie heißt der Spruch dann häufig: „Ich habe ja nicht gelogen, nur nicht alles erzählt!“ Schade denke ich, dann ist da wohl doch nicht so ein Vertrauen vorhanden!? Nicht den Mut zu haben eine konkrete Situation anzusprechen, bin ich es dem anderen nicht mehr wert, dass ich eine zuverlässige Rückmeldung bekomme? Diese Fragen stellen sich mir im Zeitalter der Fake News immer wieder. Wem glaube ich – welche Nachrichtensendung berichtet objektiv und welcher Freundin kann ich vertrauen, dass sie mir wirklich die Wahrheit über ihre Sicht ins Gesicht sagt?

Wie oft schenken wir Informationen Glauben, ohne deren Wahrheitsgehalt und Fakten genau zu untersuchen. Meine beste Freundin ist für mich immer glaubwürdig, schließlich kenne ich sie schon so lange. Christen seit 2000 Jahren tragen ihren Glauben weiter und doch erscheinen uns auch ihre Aussagen oft nicht glaubwürdig. Manchmal wünsche ich mir auch den Evangelisten Johannes noch mal fragen zu können, wie ich denn bitte so manche seiner Texte in der Bibel verstehen sollte. Auf der anderen Seite glaube ich daran, dass Gott da ist, auch wenn ich ihn nicht sehen kann. Die Berichte der Bibel und von Christen sprechen dafür und unterstützen diese Glaubwürdigkeit. Lasse ich mich nicht eher blenden von äußeren Anfragen und Zweifeln. Im Psalm 139 spricht der Beter zu Gott: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Schon vor Christi Geburt hielt David Gott für glaubwürdig, er hatte es in seinem eigenen Leben erlebt. Und David war nicht immer nur das Vorzeigebeispiel in Sachen Glauben! Aber mit seinem Psalmgebet nimmt er uns mit in seine Erfahrungen der Nähe Gottes: Gott ist einer zum Reden, ein guter Zuhörer, dem niemand etwas vormachen muss, der keine blöden Fragen stellt – einfach da ist und uns in keiner Situation hängen lässt! Es ist wert, diese Botschaft Glauben zu schenken.

Beate Degener, Diakonin im Kirchengemeindeverband SüdLand und Kreisjugendwartin im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf