Glaube - Hoffnung - Nächstenliebe! - 4.11.17

Wissen Sie, wo Bukina Faso liegt? - Irgendwo in Afrika …
"Ja, genau. Mehr wusste ich auch nicht, bevor ich über ein Projekt in Togo in dessen kleines Nachbarland kam." berichtet Andreas Rimkus. Er ist zu Gast im Gottesdienst zur Woche der Diakonie zum Thema 'Glaube - Hoffnung - Nächstenliebe'. Andreas Rimkus, Schmiedekünstler aus Springe, möchte das Schmiedehandwerk am Leben erhalten, in Deutschland und weltweit. "Das Schmieden ist eines der wichtigsten Kulturgüter überhaupt! Es ist der Ausgangspunkt unserer heutigen Kultur," erläutert Rimkus sein Engagement. "Schmieden stellt eine Lebensgrundlage dar. Denn vom Werkzeug bis zum Kochtopf wurden und werden alle lebensnotwendige Arbeitsgeräte dadurch hergestellt. Wer schmieden kann, kann auch Reparaturen durchführen an Autos, Gartengeräten, Pfannen, … Deshalb war ich auch sehr schockiert, als ich vor Jahren nach Bukina Faso kam." erzählt Rimkus. "Dort gab es keine einzige Schmiede mehr. Die Kolonialherren haben in den 50er Jahren das Schmieden verboten. Seitdem ist dieses Handwerk dort ausgestorben. Das muss man sich einmal vorstellen. Die konnten da noch nicht mal ein Loch in einem Kochtopf reparieren - und ohne Kochtopf gibt es kein Essen! Das ließ mich nicht los. Ich machte mich auf die Suche - und fand zwei alte Schmiede, beide über 90 Jahre. Und mit ihnen habe ich das Schmiedehandwerk in Bukina Faso aufleben lassen.
Mittlerweile bilden die beiden alten Herren junge Männer zu Schmieden aus. Dabei unterstütze ich sie mit meinem Wissen. Einmal im Jahr lade ich drei Männer zu mir zu einem Schmiedekunstprojekt ein. Die Kunstobjekte werden ausgestellt. Aber das Wichtigste ist: zu Hause können die Jung-Schmiede wieder ihre Pflugscharen und Werkzeuge herstellen und alles schmieden, was sie brauchen. Und nicht zuletzt verdienen sie sich damit ihren Lebensunterhalt. Das ist meine ganz persönliche Form von Entwicklungshilfe," resümiert Andreas Rimkus. Und, darin sind sich alle Gottesdienstbesucher einig, eine besondere Form von gelebter Nächstenliebe!

Pastorin Susanne Sander, Schloß Ricklingen